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Meitingen

20.02.2021

Locker durch den Lockdown: Wenn Familien im Wohnzimmer kämpfen

Ihre Rauf- und Rangelspiele haben die beiden Meitinger Sportpädagogen Michael Schey (links) und Michael Matzner in lustige Geschichten verpackt. Hier kämpfen die beiden um eine imaginäre Brotzeitdose in Form eines Balles.
Bild: Marcus Merk

Plus Bewegung im Lockdown? Die Sportpädagogen Michael Matzner und Michael Schey zeigen, wie beim „friedlichen Raufen“ überschüssige Kräfte abgebaut werden können.

Seit vielen Wochen sind aufgrund der Corona-Pandemie die Schulen und Kindergärten geschlossen. Und viele Eltern fragen sich, wo ihre Sprösslinge nach dem Homeschooling die überschüssige Energie ablassen können, da im Lockdown ja auch alle Sportstätten tabu sind und man sich nicht mit Freunden treffen soll. In dieser Folge von Locker durch den Lockdown zeigen Michael Matzner und Michael Schey eine Alternative: Familienkämpfe im Wohnzimmer.

"Raufen und Rangeln ist ein Grundbedürfnis", sagt Michael Matzner, 30, dem zusammen mit seinem Kollegen Michael Schey, 29, als Pädagoge und Kampfsportler die Bewegung von Kindern am Herzen. 2015 haben sich die beiden Freunde, die sich schon aus der Schule kennen und gemeinsamen Pädagogik und Sport studiert haben, mit einer Kampfschule (www.roll-n-flow.de) in Meitingen selbstständig gemacht. 200 Mitglieder unterrichten sie dort in Brazilian Jiu-Jitsu, MMA und Kickboxen.

Sport im Lockdown: Raufen im Wohnzimmer

Seit vier Jahren sind Matzner und Schey aber auch als Sportpädagogen mit ihrem Projekt www.matten-paedagogik.de an staatlichen Schulen und Kindergärten in den Landkreisen Augsburg/Dillingen/Donau-Ries unterwegs, um unter anderem "friedliches Raufen" zu unterrichten. Des Weiteren haben sie vor zwei Jahren das Programm "Familienkämpfe" ins Leben gerufen. Dabei bringen sie auch wertvolle Grundtugenden näher. Schwerpunkte bei diesem Kräftemessen sind die gegenseitige Achtsamkeit und der Respekt. "Rücksichtnahme ist der Schlüssel", sagt Michael Schey. "Man sollte mit dem Partner immer so umgehen, wie er auch mit mir umgehen soll." Wenn es beim Raufen und Rangeln zu viel oder zu grob wird, muss ein "Stopp" oder ein Abklatschen genügen, um das Ganze zu beenden.

Michael Schey und Michael Matzner von der Roll'n Flow Academy zeigen Spiele zum „friedlichen Raufen".

"Bei diesem gemeinsamen Auspowern und Spaß werden ganz automatisch Grundlagen der Selbstverteidigung in den Alltag integriert", lacht Matzner. "Die ganz wichtige Botschaft ist uns, dass Kinder bereits in jungen Jahren in ihrer Familie sensibilisiert werden, dass Sport – egal welcher – zu einem gesunden Lebensstil einfach dazugehört. Diese gemeinsame Bewegung ist auch Familienzeit", deshalb freut es ihn sehr, dass über dieses Familientraining auch viele Eltern wieder zum Sport gekommen sind.

Bewegung für Kinder: Friedliches Raufen

Für unsere Leserinnen haben Michael Matzner und Michael Schey ein paar Beispiele parat, wie Väter und Mütter sich gemeinsam mit ihren Kindern im Wohnzimmer durch den Lockdown kämpfen können. Die Raufspiele sind dabei immer in kleine Geschichten verpackt. "Vorher und hinterher gibt man sich Hand!", erklären die Sportpädagogen.

Ein Ball oder ein Kissen simuliert eine Brotzeitdose, die der eine dem anderen wegnehmen will. Der Partner mit der Brotzeitdose liegt dabei rücklings auf dem Boden. Der andere muss dabei zunächst an seinen ausgestreckten Füßen vorbeikommen. "Wenn die Kinder den Ball haben, gehen die Erwachsenen auf die Knie", erklärt Matzner. "Während die Eltern den Ball wegnehmen müssen, reicht es für die Kinder, wenn sie ihn berühren."

Beim nächsten Spiel fängt der kleine Cowboy das große, wilde Pferd ein. Vater oder Mutter knien sich dabei auf den Boden, und das Kind versucht, auf deren Rücken zu gelangen, um sich schließlich mit dem Klammergriff der Beine festzuhalten.

Vom Gegeneinander ins Miteinander: Michael Matzner und Michael Schey machen den "Flieger".
Bild: Marcus Merk

Vom Gegeneinander geht es ins Miteinander über. Beim Flieger stemmt der Erwachsene das Kind mit beiden Beinen an den Hüften in die Höhe. Das kann zunächst mithilfe der Hände und dann ohne erfolgen, indem sich der Flieger ganz steif macht. Zu Turbulenzen kommt es, wenn Papa oder Mama mit den Füßen wackeln. Bei der Landung geht es über den Kopf hinweg auf den Boden. Im fortgeschrittenen Stadium kann das sogar mit einem Salto erfolgen. Wer mehr über das "friedliche Raufen" im Familienkreis erfahren möchte, kann das unter www.kidsonthemat.de/gratis-training.

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