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Gersthofen

26.04.2018

Logistikhalle ist den Gersthofer Stadträten zu groß

Die Gersthofer Stadträte sind gegenüber Ansiedlungen großer Logistikunternehmen in der Regel aufgeschlossen. Einer Erweiterung lehnten sie nun ab, weil die Baugrenzen gegenüber den Vorschriften zu weit überschritten worden wären.
Bild: Marcus Merk

Weil die Baugrenze auf mehr als 40 Metern Länge um acht Meter überschritten wird, wird eine Erweiterung abgelehnt. Nur einer ist dafür.

Vor gut einem Jahr hat der Augsburger Logistikunternehmer Roman Mayer seinen Firmensitz mit 500 Mitarbeitern nach Gersthofen verlegt. Nun steht schon die erste Erweiterung an. Details an der Planung missfielen dem Bauausschuss allerdings.

Geplant ist zunächst eine neue Logistikhalle auf dem Grundstück nahe der Otto-Hahn-Straße im Gersthofer Industriegebiet Süd-West. Sie soll nach Angaben des Gersthofer Städteplaners Roland Schmidt auf circa 5000 bis 6000 Quadratmetern weitere Flächen bereitstellen. Im Endausbau soll sie dann sogar an der jetzigen Grenze zum nichtbebaubaren, landschaftsgeschützten Bereich in weiteren Bauabschnitten auf eine Gesamtfläche von 10000 bis maximal 12000 Quadratmeter anwachsen. Die Gesamthöhe von 15,50 Metern sowie auf der Verladeseite von 16,70 Metern hält Schmidt zufolge die Vorgaben des Bebauungsplans ein. Nicht zuletzt wegen einer Feuerwehrzufahrt wird die Baugrenze über längere Strecken um circa acht Meter überschritten, und das unmittelbar bei den Flächen, die „zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung der Landwirtschaft und Natur“ festgesetzt wurden. Roland Schmidt erläuterte: „Als Ausgleichsmaßnahme für die überbaute Fläche von circa 1800 Quadratmetern wird im südlichen Teilbereich des Grundstücks ein flächengleicher naturschutzfachlich adäquater Ersatz hergestellt.“ Dies sei mit der Naturschutzbehörde abgestimmt.

Schon beim Kauf Bescheid gewusst

Die Bauverwaltung empfahl die Zustimmung unter der Voraussetzung, dass die naturschutzfachlichen Maßnahmen verwirklicht und dauerhaft gesichert werden. Auch die Zustimmung zur Überschreitung der Baugrenze wurde empfohlen. Das aber mochten die Stadträte nicht mittragen. „Die acht Meter Grenzüberschreitung sind zu viel“, betonte Michael Fendt (CSU). Schließlich habe der Unternehmer schon beim Kauf über die Baugrenze Bescheid gewusst. Auch Jürgen Schantin (W.I.R.) sah darin eine „massive Überschreitung“, Albert Kaps (Pro Gersthofen) einen Präzedenzfall: „Bei privaten Bauanträgen diskutieren wir oft sogar über wenige Zentimeter – und hier sollten wir so etwas zulassen?“ Bestenfalls vorstellbar sei eine Überschreitung der Baugrenze bis zu einem Meter. Gegen die Stimme von Bürgermeister Wörle lehnte der Bauausschuss den Antrag einmütig ab.

Nutzungsänderung: Das Frohsinn Bildungszentrum gibt seine Einrichtung für Förderunterricht auf der Westseite der Augsburger Straße auf. Das Obergeschoss wird in der Folge wieder als Wohnung mit einer Größe von knapp 90 Quadratmetern genutzt. Im Erdgeschoss soll ein Friseursalon eingerichtet und vom Mieter der oberen Wohnung ein Onlinehandel betrieben werden. Das Dachgeschoss und der Keller werden nicht mehr genutzt. Auch die erforderlichen Stellplätze werden laut Bauverwaltung ausgewiesen. Einstimmig sprachen sich die Bauausschussmitglieder für den Antrag aus. Der Verein betreibt einige Meter schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite eine Kindertagesstätte.

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