Newsticker
Impfstoff von AstraZeneca wirkt Berichten zufolge bei Senioren kaum
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Los entscheidet Wahl des Dritten Bürgermeisters in Biberbach

Biberbach

07.05.2020

Los entscheidet Wahl des Dritten Bürgermeisters in Biberbach

Der Dritte Bürgermeister der Gemeinde Biberbach wurde per Losverfahren ermittelt.
Bild: Marcus Merk

Plus Bei drei Abstimmungsrunden in Biberbach kommt es zum Patt. Im Zuschauerraum werden Inhalte der Beratungen per Beamer gezeigt.

Mit neun neuen Mitgliedern ist der Biberbacher Gemeinderat am Dienstag an den Start gegangen. Aus Corona-Gründen fand die konstituierende Sitzung im weit gezogenen Tischkreis in der Aula der Grundschule statt.

Nach der Vereidigung der neugewählten Räte zeigte sich schnell, dass die Meinungen im Gremium breit gefächert sind. Schon bei der Wahl der Stellvertreter des Bürgermeisters begannen lebhafte Diskussionen.

Keine Mehrheit für Johanna Quis als Zweite Bürgermeisterin in Biberbach

Während sich Bürgermeister Wolfgang Jarasch für Klaus Gerstmayr ( CSU) als bewährten Zweiten Bürgermeister aussprach, wünschte sich Friedrich Wiblishauser (BTL) einen der beiden weiteren Bewerber um das Bürgermeisteramt als Stellvertreter. In anderen Gemeinden sei das so üblich, argumentierte er. Martin Wörle (BTL) lehnte es jedoch ab, in einer Abstimmung gegen Klaus Gerstmayr anzutreten. Die CSU habe zum zweiten Mal keinen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen geschickt, akzeptiere aber gern den Posten des Zweiten Bürgermeisters, so Wörle. Unter diesen Umständen trete er nicht an. Johanna Quis (UFB) stellte sich zur Wahl, konnte aber keine Mehrheit erlangen.

Auch beim Thema Dritter Bürgermeister gingen die Meinungen auseinander. Früher habe der dienstälteste Gemeinderat die zweite Vertretung des Bürgermeisters übernommen, so Franz Bayer (CSU). Das sei ein Ausdruck der Wertschätzung für verdiente Gemeinderäte.

Die Mehrheit entschied sich dann aber doch für die Wahl eines Dritten Bürgermeisters. Thomas Fischer (FW), Jürgen Scharrer (Grüne) und Leonhard Würz (CSU) waren nominiert. Drei Wahlgänge endeten mit jeweils fünf Stimmen für jeden Bewerber und zwei ungültigen Stimmen im Patt. Erst das Los entschied: Leonhard Würz und damit auch der dienstälteste Gemeinderat ist der Dritte Bürgermeister.

Keine Bürgerfragen zu Beginn der Ratssitzungen

In der Ausschussarbeit werden künftig zwei zusätzliche Mitglieder im Bau-, Umwelt- und Planungsausschuss tätig sein, das gilt auch für den Haupt-, Kultur- und Sozialausschuss. Je zwei Sitze gehen an die Freien Wähler und an die CSU, je ein Sitz an die vier anderen Gruppierungen im Rat. Damit sei der Wählerwille abgebildet, erklärte Bürgermeister Wolfgang Jarasch.

Der Rechnungsprüfungsausschuss kommt auch künftig mit sechs Mitgliedern aus.

Die Geschäftsordnung als Gerüst für die Arbeit der nächsten sechs Jahre stand als Nächstes auf der Agenda. Künftig wird die Gemeinderatssitzung schon um 19.30 Uhr beginnen und sollte spätestens um 22.30 Uhr beendet sein, so der einstimmige Beschluss.

„Massiv dagegen“, 15 Minuten am Beginn jeder Gemeinderatssitzung für Bürgerfragen einzurichten, war Bürgermeister Wolfgang Jarasch. Diesen Antrag hatte Johanna Quis (UFB) gestellt. Jeder Bürger habe die Möglichkeit, bei Fragen und Problemen im Rathaus vorstellig zu werden oder einen Gemeinderat anzusprechen, so Jarasch. Rein rechtlich sei ein solcher Tagesordnungspunkt nicht umsetzbar, so der Geschäftsführer Stefan Behringer. Der Antrag wurde abgelehnt.

Mehr Transparenz zwischen Verwaltung und Gemeinderat

Zustimmung fand die Anregung von Johanna Quis, Gemeinderatssitzungen für Zuschauer verständlicher zu gestalten. Technisch habe man bereits aufgerüstet, um Inhalte per Beamer auch im Zuschauerraum sichtbar zu machen, so Bürgermeister Wolfgang Jarasch. Ob und mit welchen Kosten die Akustik verbessert werden kann, soll geprüft werden.

Rund um den Informationsfluss zwischen Verwaltung und Gemeinderat gab es eine ganze Reihe von Fragen und Wünschen. Möglichst viel Transparenz soll erreicht werden, ohne die Verwaltung unverhältnismäßig zu belasten.

Den Beschluss zur Geschäftsordnung fasste der neue Gemeinderat in seiner ersten Sitzung noch nicht, sie wurde nach fast vier Stunden um kurz vor 23 Uhr beendet. Die weiteren Beratungen wurden auf die nächste Sitzung am Dienstag, 12.Mai, vertagt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren