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Neusäß

02.11.2017

Lutherbonbons für die Gottesdienstbesucher

Lena Blümelhuber, Simon Jaschke und Anna Abold führten eine kleine Szene zwischen Martin Luther, seiner Frau Katharina von Bora und einem Kind auf. Anschließend verteilte Simon an die Gottesdienstbesucher Bonbons und Luftballons (links). Pfarrer Christian Agnethler freute sich, den Festgottesdienst mit einer großen Anzahl an Gästen und Gemeindemitgliedern in der Emmauskirche feiern zu können (rechts).
Bild: Jutta Kaiser-Wiatrek

Die evangelische Emmausgemeinde in Neusäß feiert ihren 50. Geburtstag ganz im Zeichen des Reformators.

Am Reformationstag wird der Tag gefeiert, an dem Martin Luther vor 500 Jahren 95 Thesen an die Türe der Schlosskirche in Wittenberg schlug. Wie schön für eine evangelische Kirchengemeinde, wenn sie mit diesem besonderen Tag noch ein ganz persönliches Jubiläum verbinden kann: Die Emmausgemeinde in Neusäß feierte gleichzeitig ihren 50. Geburtstag und damit ein halbes Jahrhundert, in dem viele Menschen in dieser Kirche einen Ort fanden, um Gottes Wort zu hören.

Kindergottesdienst parallel zum Festgottesdienst

Die beiden Ereignisse waren Anlass für Freude und Dank und wurden mit einem Festgottesdienst mit Abendmahl, einem parallel abgehaltenen Kindergottesdienst sowie einem fröhlichen Gemeindefest mit „Luthermahl“, Musik und Programm für die Kinder, gefeiert. Pfarrer Christian Agnethler war überrascht hinsichtlich der großen Anzahl an Gästen, unter welchen sich die Dritte Bürgermeisterin der Stadt Neusäß, Monika Uhl, der Bürgermeister von Aystetten, Peter Wendel, der katholische Amtskollege Wolfgang Kretschmer sowie die Amtsvorgänger Pfarrer Peter W. Zach und Martin Rothemund befanden. Herzlich begrüßte Agnethler, der seit gut drei Jahren in der Emmausgemeinde ist, alle Gäste und Gemeindemitglieder im sonnendurchfluteten Kirchenraum. Auch während des Gottesdienstes schwang diese fröhliche, positive Grundstimmung mit. Lena Blümelhuber, Anna Abold, beide Konfirmandinnen, und Simon Jaschke lockerten die Feier zu aller Freude mit einem Sprechstück zwischen Luther, seiner Frau Katharina von Bora und einem Kind auf. Anschließend verteilte Simon an die Gottesdienstbesucher Lutherbonbons und Luftballons. Parallel zum Festgottesdienst feierten die Jüngsten der Kirchengemeinde ihren eigenen Kindergottesdienst. Dazu scharte der Pfarrer die Kinder erst um sich, entzündete an der Osterkerze eine weitere Kerze, diese trug ein kleines Mädchen behutsam in der Hand und führte die Kinderschar aus dem Kirchenraum.

Gemeinsames Essen an der langen Tafel

Was heute selbstverständlich ist, wurde zu Martin Luthers Zeiten nicht einmal angedacht, so Pfarrer Agnethler. Es sei jetzt eine Zeit, in der nicht nur Erwachsene, sondern auch bereits Kinder unter Leistungsdruck gerieten, es zunehmend Gewalt gäbe und man sich immer mehr Sorgen um sein Umfeld machen müsse. Dennoch seien die Menschen aber Menschen geblieben mit all ihren Sehnsüchten und Bedürfnissen. Das Predigtwort stammte aus der Aussendungspredigt Jesu an seine Jünger. „Martin Luther hat das, was er von Jesus verstanden hat, laut und deutlich weitergegeben. Wenn im Alltag auch nicht gleich eine Reformation stattfinden kann, so könne man doch mit Entschiedenheit handeln und für seinen Glauben einstehen“, so Agnethler.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor sowie von Lena Blümelhuber, Querflöte und Anna Abold, Geige, begleitet am Klavier von Wolfram Jaschke. Nach dem Gottesdienst fanden Gäste und Kirchengemeinde sich zu einem Luthermahl zusammen. Ganz in der Tradition zur Zeit des Reformators speiste man gemeinsam an einer langen Tafel in den Gemeinderäumen. Neben Kürbissuppe wurden Eintöpfe gereicht und damit so gegessen, wie es Martin Luther einst tat. Am Nachmittag schließlich gab es ein Unterhaltungsprogramm mit Kinderschminken, einem Bibelzelt, einer Filmvorführung und einem Emmaus-Parcours. Man sagt, Martin Luther soll Bäume geliebt und sich an ihnen erfreut haben. Ihm wird ja auch der lebensbejahende Satz zugeschrieben, „wenn ich wüsste, dass die Welt morgen unterginge, so würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“. Somit war ein weiterer Höhepunkt das Pflanzen eines Apfelbäumchens durch die Konfirmanden als Erinnerung an einen denkwürdigen Tag.

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