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17.06.2009

Mähen, bis das Ordnungsamt kommt

Landkreis Augsburg Ein lauer Samstagabend, irgendwo im Landkreis: Die Sonne scheint, die meisten Bewohner einer Siedlung genießen das Wetter und die Ruhe auf ihren Terrassen. Plötzlich heult ein Rasenmäher auf und zerstört die Idylle innerhalb eines Wimpernschlags.

Szenen wie diese hat beinahe jeder schon einmal erlebt, vor allem in der Sommerzeit. Dabei gibt es im Landkreis klare Regeln, wann Rasenmäher und anderes Gartenwerkzeug benutzt werden dürfen und wann nicht.

Eine Übersicht an ausgewählten Beispielen:

Neusäß Der Betrieb von elektrischen oder benzinbetriebenen Rasenmähern ist in Neusäß montags bis samstags von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 19 Uhr erlaubt. Sonn- und feiertags müssen die Geräte schweigen, ganz gleich, um welche Art es sich handelt. "Wir machen da keine Ausnahme", sagt Josef Hoppe vom Ordnungsamt. Allerdings gibt er zu, dass sich nicht immer alle an die Regeln halten. "Es beschweren sich immer wieder Anwohner bei mir." Hoppes Rat: Immer erst mit dem Nachbarn reden, erst dann beim Ordnungsamt anrufen. Im Härtefall verschicke es eine Mahnung, renitenten Hobbygärtnern drohen im Fall einer Anzeige bis zu 2500 Euro Strafe. Aber: "Es werden kaum Anzeigen erstattet, weil dabei der Name des Klägers öffentlich gemacht wird", sagt Hoppe. Und weil viele vor ihrem Nachbarn nicht als "Anschwärzer" da stehen wollten, erduldeten sie den Lärm oft doch.

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Gersthofen Dieses Phänomen beobachtet auch Peter Schindler vom Bauamt, Sachgebiet Umwelt, in Gersthofen. Zwar gebe es hin und wieder Beschwerden, aber auch Bürger, die sich über die Betriebszeiten informieren wollen. Und die sind: montags bis freitags von 7 Uhr bis 12 Uhr und von 14 Uhr bis 19 Uhr. Am Samstag darf erst um 8 Uhr begonnen werden, um 18 Uhr muss der Rasenmäher ausgeschaltet sein. Ausnahmen von diesen Regeln müssen beantragt werden.

Stadtbergen In Stadtbergen gibt es auch klare Bedingungen. Eigentlich. Von montags bis freitags darf von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 19 Uhr mit lärmendem Gerät im Garten gewerkelt werden, samstags nur bis 18 Uhr. Doch Birgit Gleich vom Ordnungsamt weiß, dass bei "lärmenden" Geräten vieles "subjektiv" sei. Heißt: Was ein Nachbar als Ruhestörung empfindet, sieht sein Gegenüber womöglich ganz anders. Der Einsatz eines Handrasenmähers sei beispielsweise ein potenzieller Streitfall. "Wir empfehlen dennoch, sich erst mit dem Nachbarn zu unterhalten, bevor sie eingeschaltet werden", sagt Gleich.

Meitingen In der Marktgemeinde sorgt das Thema Rasenmähen regelmäßig für Gesprächsstoff, wie Thomas Dahlmann vom Bau- und Ordnungsamt einräumt. In Meitingen regelt die Geräte- und Lärmschutzverordnung des Bundes den Einsatz von Rasenmäher und Co. In Wohngebieten dürfen Rasenmäher von montags bis samstags von 7 bis 20 Uhr betrieben werden. Eine Mittagspause gibt es nicht, sie ist auch nicht ortsrechtlich geregelt. "Dafür brauche ich keine Verordnung, sondern gesunden Menschenverstand", sagt Dahlmann. Es müsse möglich sein, dass Nachbarn sich darauf einigen, dass ein Benzinrasenmäher von 12 bis 14 Uhr nicht betrieben werde. In Meitingen dürfen Geräte wie Grastrimmer nur zu gesonderten Zeiten (siehe Infokasten) betrieben werden, es sei denn, sie tragen das EU-Umweltzeichen, das sie als besonders leise klassifiziert.

Fischach In Fischach gelten dieselben Voraussetzungen. Auch hier greift die Bundesverordnung mit ihren Besonderheiten und Ausnahmen. Weil deshalb werktags durchgängig von 7 bis 20 Uhr gemäht werden darf, komme es hin und wieder zu Beschwerden, sagt Geschäftsstellenleiter Karl Wuschek. Eine ortsrechtliche Regelung, für die eine eigene Satzung erstellt werden müsste, sei aber nicht "dringend".

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