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Dinkelscherben

17.05.2015

Markt macht sein eigenes Ding

Hier geht's nur geradeaus: In Zukunft wird es einen neuen Verkehrsübungsplatz in Kutzenhausen und in Dinkelscherben geben.
Bild: Andreas Brücken

Dinkelscherben will seinen eigenen Verkehrsübungsplatz. Trotzdem soll in Kutzenhausen der neue Standort für den westlichen Kreis entstehen

Der Markt wird sich nicht an einem neuen Verkehrsübungsplatz in Kutzenhausen beteiligen, sondern baut lieber auf die vorhandenen Strukturen am Schulzentrum. Die Entscheidung dazu fiel in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung. Damit ist Dinkelscherben die einzige Kommune im westlichen Landkreis, die sich gegen die Neubaupläne ausspricht. Den ins Auge gefasste Jugendverkehrsschule bei Kutzenhausen soll es trotzdem geben. „Die Zeichen dafür stehen gut“, sagt der Bezirksvorsitzende Schwaben der Verkehrswacht, Martin Schomanek.

In den kommenden Wochen soll es im Vorstand der Verkehrswacht eine Feinabstimmung geben. Anschließend wird eine Zweckvereinbarungen mit den beteiligten Gemeinden beschlossen, dann geht es um die Planung und den Bau, für den die Verkehrswacht ebenso wie für den Betrieb verantwortlich zeichnet. Die Kosten für den Platz und das Multifunktionsgebäude in Kutzenhausen belaufen sich nach ersten Schätzungen auf rund eine halbe Million Euro – sie richten sich nach den Erfahrungswerten der Verkehrsschule in Aichach. Laut Schomanek sollen am Gebäude noch Einsparungen vorgenommen werden. Nach der Planung hätte Dinkelscherben rund 20000 Euro investieren müssen, dazu wären laufende Betriebskosten von rund 2500 Euro im Jahr auf den Markt gekommen. Mit dem Geld ließe sich vor Ort viel bewerkstelligen, sagte Marktgemeinderat Tobias Mayr von der CSU.

Er erinnerte daran, dass der Platz in Dinkelscherben vor acht Jahren für rund 80000 Euro gebaut wurde – er habe damals als attraktivster Platz im Landkreis gegolten. Und jetzt soll er nicht mehr genutzt werden? Und was ist mit der Zeit, die für die Dinkelscherber Kinder auf dem Weg nach Kutzenhausen auf der Strecke bleibt? Für den neuen Standort gab es von Mayr nur ein Kopfschütteln. Stefan Rittel (UW) sprach von Steuergeldern, die verschwendet würden. Und Annette Luckner (SPD) hielt das geplante Gebäude in Kutzenhausen für überdimensioniert. Trotzdem gab sie zu bedenken: Auf lange Sicht werde eine Dinkelscherber Lösung zu Unmut führen, auch wenn sie im Augenblick für den Markt deutlich günstiger ist.

Ihr Fraktionskollege Hans Marz riet, dass sich der Markt aus der „gemeinsamen Sache“ nicht ausschließen dürfe. Deutlicher wurde Bürgermeister Edgar Kalb: Die Kinder der Grund- und Mittelschule könnten zu Außenseitern werden. „Meine Hauptsorge ist, dass es unsere Kinder ausbaden“, sagte er. Andererseits hielt er die Zustimmung für den Standort Kutzenhausen betriebswirtschaftlich wie auch logistisch für fatal.

Martin Schomanek von der Verkehrswacht sicherte zu, dass die Kinder auch weiterhin von der Polizei geschult werden. „Das wurde in Zusmarshausen zugesichert“, sagte er. Dinkelscherben müsse jetzt allerdings selbst für die nötige Infrastruktur sorgen. Denn den Laster, auf dem Fahrräder und Verkehrszeichen mobil von Übungsplatz zu Übungsplatz gebracht wurde, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Dafür bleibt Möglichkeit, doch noch das neue Angebot in Anspruch zu nehmen. „Ein späterer Einstieg ist immer noch möglich“, sagte Martin Schomanek.

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