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Kommunalpolitik

11.11.2019

Max Poppe fordert Michael Wörle heraus

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Der Fraktionschef der Gersthofer CSU will kein Stadtrat bleiben. Er will Bürgermeister werden. Nach dieser Alles-oder-Nichts-Entscheidung steht eine Frau an der Spitze der Stadtratsliste

Am Freitagabend gegen 19.45 Uhr standen die Mitglieder und Freunde der Gersthofer CSU im Saal des Gasthofs Strasser auf und klatschten, was das Zeug hielt. Der Grund für die Begeisterung: Max Poppe, Fraktionschef der Partei im Stadtrat, hatte soeben erklärt, dass er bei den Kommunalwahlen im März den parteilosen Bürgermeister Michael Wörle ablösen will.

Der 37-jährige Poppe, verheiratet und – wie er mit einem Lächeln sagte – „noch nicht Vater“, gilt schon länger als der Hoffnungsträger seiner Partei in Gersthofen. Doch lange hatte er sich geziert, auch ihr Spitzenkandidat zu sein. Erst als die Findungskommission der Partei nach 35 Bewerbungsgesprächen im Sommer immer noch keinen starken Bewerber aufgetan hatte, setzte bei dem Ingenieur ein Umdenken ein, wie er gegenüber unserer Zeitung sagte.

Endgültig entschieden habe er sich aber erst am vorvergangenen Wochenende, so Poppe. Unter der Woche informierte er CSU-Fraktion und -Ortsvorstand, am Freitagabend machte er bei der Wahl der Kandidatenliste für den Stadtrat seine Absichten öffentlich. Mitte Dezember soll er offiziell nominiert werden.

Für den Stadtrat bewirbt sich Poppe nicht mehr. Er will es nach dem Motto „ganz oder gar nicht“ wissen. Entweder er löst Rathauschef Wörle, der sich auf Freie Wähler, SPD und Grüne stützt, ab – oder er ist vorerst raus aus der Gersthofer Kommunalpolitik.

Poppes Begründung für diesen Schritt: In den vergangenen Jahren habe er als Chef der CSU-Fraktion bemerkt, dass er mit dem Politikstil von Wörle nicht zurechtkomme. „Das Modell Poppe/Wörle passt nicht. Ich hätte es an vielen Stellen ganz anders gemacht.“ Seine Vorstellungen, so der Chef der stärksten Fraktion im Gersthofer Stadtrat, könne er nur über das Amt des Bürgermeisters durchsetzen. Wörle warf er mangelnden politischen Mut vor. Der Amtsinhaber wolle es jedem recht machen: „Das ist ein Irrweg.“

Durch seine Alles-oder-Nichts-Entscheidung fehlt der frühere Kulturina-Macher Poppe der Stadtratskandidatenliste als Zugpferd. Er ist zugleich der einzige amtierende CSU-Stadtrat, der nicht mehr antritt. Angeführt wird die Liste von Stadträtin Sandra Meitinger, auf Platz zwei kommt der zweite Bürgermeister Stefan Buck, auf Platz sieben mit Karl-Heinz Wagner der dienstälteste Gersthofer Stadtrat. Insgesamt treten zwölf Frauen und 18 Männer für die Gersthofer CSU an, das Durchschnittsalter liegt bei 45 Jahren. Die 52 stimmberechtigten CSU-Mitglieder aus Gersthofen segneten die Liste ohne Änderungen mit 48 Ja-Stimmen ab.

Bereits Anfang 2019 habe man mit der Suche nach Kandidaten begonnen, sagte der Ortsvorsitzende der CSU, Patrick Haas. Der 28-Jährige kandidiert auf Platz zehn und gab für den Wahlgang am 15. März 2020 ein ehrgeiziges Ziel aus: „Wir wollen das Rathaus wieder zurückerobern.“ Als Haas dieses Ziel formulierte, hatte Poppe seine Kandidatur noch nicht offiziell bekannt gegeben. CSU-Denkmal Siegfried Deffner, 24 Jahre lang Chef im Gersthofer Rathaus, fragte deshalb nach, wo denn der Bürgermeisterkandidat bleibe: „Alles andere käme einer Selbstaufgabe der CSU gleich.“ Kurz darauf stand Max Poppe auf.

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