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Zusmarshausen

08.02.2021

Mehr Grün, mehr Parkplätze: Wie Zusmarshausens Mitte attraktiver werden soll

Die Ortsmitte in Zusmarshausen soll zwischen Pfarrheim und Rathaus neu gestaltet werden. Ein Städtebauliches Entwicklungskonzept hat Ideen dafür gebündelt.
Foto: Marcus Merk

Plus Der Marktgemeinderat hat sich mit dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept befasst. Es beinhaltet viele Ideen, die Zusmarshausen schöner machen sollen.

Wie könnte Zusmarshausen noch schöner werden? Dieser Frage ist die Marktgemeinde in den vergangenen fünf Jahren nachgegangen. Das Ergebnis ist ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept - kurz ISEK. Am Donnerstagabend hat der Marktgemeinderat über das 429 Seiten starke Werk abgestimmt. Nicht alle waren damit einverstanden.

Bis dahin hatten Anwohner, Planer, Gemeinderäte und Rathausmitarbeiter überlegt, was ihrer Gemeinde fehlt. Ganz so eindeutig ging das am Donnerstagabend aber nicht mehr aus den Unterlagen hervor. Denn das Papier war mittlerweile etwas in die Jahre gekommen. So waren einige Projekte, wie etwa der Bau eines Kindergartens oder die Entwicklung eines Gewerbegebiets, längst umgesetzt und auch die Grundstücke waren teilweise nicht mehr richtig zugeordnet, weil sie längst den Besitzer gewechselt hatten.

Als Wolfgang Herkommer (FWV) erklärte, dass es ihm bei diesem Entwicklungskonzept an Aktualität fehle, räumte Susanne Moser-Knoll vom Planungsbüro Moser-Ziegelbauer aus Nördlingen ein, dass ein solches Projekt in anderen Gemeinden meist in einem Jahr erledigt sei. In Zusmarshausen wurde 2015 und 2016 der Bestand erfasst, 2017 waren die Anwohner an der Reihe, ihre Vorstellungen zu erarbeiten, und danach wurden Konzepte für den Verkehr und die neue Mitte erstellt.

Warum dauert das Projekt in Zusmarshausen fünf Jahre?

Susanne Moser-Knoll sagte, das Planungsbüro hätte mehr Input von der Gemeinde gebraucht, um ein aktuelleres Werk vorzulegen. Es sei nicht möglich, die Einzelheiten über fünf Jahre stets auf dem neuesten Stand zu halten. Zudem hätten in dieser Zeit vier Sachbearbeiter nacheinander den Schreibtisch des zuständigen Sachbearbeiters bei der Regierung von Schwaben besetzt, weshalb ohnehin immer wieder Änderungen vorgenommen wurden. Außerdem habe es einen Wechsel im Bauamt Zusmarshausen gegeben, sagte Moser-Knoll. Bürgermeister Bernhard Uhl erklärte, er wisse nicht, welche Informationen dem Planungsbüro gefehlt haben, und er verwies darauf, dass es auch bei den Planern Umstrukturierungen gegeben habe.

Die Zusamklinik in Zusmarshausen wurde 2012 geschlossen.
Foto: Marcus Merk (Archivfoto)

Einig waren sich beide aber, dass Aktualität nicht das Wesentliche eines Städtebaulichen Entwicklungskonzepts sei. Das Konzept müsse vorgelegt werden können, wenn es um Förderanträge geht, sagte Bernhard Uhl. Ohne ISEK gehe wenig. Susanne Moser-Knoll erklärte, das ISEK sei die Basis für Zuschüsse und Fördergelder. Wer im Untersuchungsgebiet ein Haus sanieren will, kann dank des Städtebaulichen Entwicklungskonzepts nun auf Zuschüsse hoffen.

Das steht im Entwicklungskonzept

Und was steht drin im Konzept? Im westlichen und südlichen Bereich des Untersuchungsgebiets gibt es relativ viele leerstehende Häuser. Diese sollten zuerst genutzt werden, bevor neue Baugebiete an den Ortsrändern entstehen. Überhaupt sollten zunächst Baulücken geschlossen werden.

Viel Grün gibt es derzeit auf privaten Flächen, aber wenige Grünflächen, die öffentlich genutzt werden können. Außerdem ist die ehemalige Zusamklinik nicht gut an den Ortskern angebunden. Das gilt auch für das Naherholungsgebiet Rothsee.

Ein Ziel ist eine bessere Aufenthaltsqualität im Ortskern

Die Aufenthaltsqualität im Ortskern soll gesteigert werden. Laut Konzept könne dies geschehen, indem hier mehr Grünflächen für die Öffentlichkeit geschaffen werden. Die Planer haben dafür das Areal rund um die Musikschule und das Rathaus im Auge. Die Gebäude könnten anders genutzt werden, ebenso wie der Giseberthof. Hier soll die "Neue Mitte Zusmarshausen" entstehen. Der westliche Teil der Augsburger Straße könnte zur verkehrsberuhigten Zone werden, der östliche Teil und der Richtstattweg saniert werden. Konkret benannt ist zudem die Neugestaltung der Kapellenstraße und neue Querungshilfen.

Der Rothsee in Zusmarshausen ist als Naherholungsgebiet nicht gut an den Ortskern angeschlossen.
Foto: Andreas Lode (Archivfoto)

Die Bürger wünschten sich, dass auch Kinder und Jugendliche ihren Platz in der Neuen Mitte bekommen. Fußgänger und Radfahrer sollen sicherer vorankommen, Gehwege verbreitert und der Ortskern insgesamt barrierefrei gestaltet werden. Dazu gehören auch die Bushaltestellen. Der Wunsch nach einen Rundwanderweg um Zusmarshausen wurde ebenfalls genannt.

Braucht Zusmarshausen eine Tiefgarage?

Ob Zusmarshausen tatsächlich eine Tiefgarage im Zentrum braucht, wollte Harry Juraschek (BLZus) geklärt haben. Ganz eindeutig war dies nicht aus den Untersuchungsergebnissen herauszulesen. Juraschek sprach von einem "gewissen Unmut" bei den Anwohnern in der Augsburger Straße wegen der momentanen Parksituation. Peter Finkenzeller vom Bauamt sagte, dass im Kernbereich rund um das Rathaus Parkplätze fehlen würden. Johann Reitmayer (CSU), der dem ISEK insgesamt wenig Neues abgewinnen konnte, erinnerte sich, dass das Thema Tiefgarage schon "unter jedem Bürgermeister einmal durchdiskutiert" worden sei.

Die Liste der Vorschläge ist lang. Unter den zwölf Projekten, die konkret im ISEK aufgelistet sind, wird auch die Sanierung der Schulstraße erwähnt, die inzwischen abgeschlossen ist. Tatsächlich umgesetzt werden muss von all den Ideen keine einzige. Sollte aber eines der Projekte in Angriff genommen werden, kann die Marktgemeinde mit dem ISEK jetzt auf Fördergelder hoffen. Mit zwei Gegenstimmen der Fraktion Bürgerliste Zusmarshausen fasste der Marktgemeinderat nach zweistündiger Diskussion den Billigungsbeschluss.

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