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Fischacher

27.07.2018

Mehr Platz für Neubürger

Kommune bringt Grundstücke und Sozialwohnungen auf den Weg. Das geht auch ohne Zersiedelung am Ortsrand

Die Schaffung von Wohnraum ist für die Marktgemeinde Fischach kein bloßes Lippenbekenntnis. Das verdeutlichte einmal mehr die jüngste Marktgemeinderatssitzung. Dort wurden sowohl die Aufstellungen der Bebauungspläne „Nördlich der Hochfeldstraße“ und „Nähe Erlenstraße“ als auch der Neubau eines Mehrfamilienhauses mit 15 Sozialwohnungen ein Stück weiter auf den Weg gebracht.

So sollen nördlich der Hochfeldstraße im Fischacher Ortsteil Willmatshofen auf jeweils zwei privaten und gemeindlichen Grundstücken etwa fünf Wohneinheiten mit Satteldächern und ohne grellfarbige Anstriche entstehen. Das geplante Baugebiet weist eine Größe von insgesamt knapp 3100 Quadratmeter auf. Derzeit wird es als Wiese und Weide genutzt.

Neuer Wohnraum soll am Ortsrand entstehen

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Städtebauliches Ziel der Marktgemeinde ist, dort Wohnraum am Ortsrand ohne eine Zersiedelung voranzutreiben. Zudem besteht die Chance einer künftigen Weiterführung der Wohnbauflächen in Richtung Nordosten. Erschlossen wird das Gebiet über die Hochfeld- und Forsthausstraße und ist dadurch an die Ortsstraße, die in Richtung Fischach oder Langenneufnach führt, angebunden.

Beim rund 8500 Quadratmeter großen Bebauungsplan in der Nähe der Erlenstraße ist bei 13 Grundstücken mit dem Neubau von rund 16 Wohneinheiten für etwa 45 Einwohner zu rechnen. Vorgesehen ist eine offene Bauweise von Einzel- und Doppelhäusern mit Sattel- und Pultdächer. Hier ist bei jeder neu anzuschließenden Parzelle ein Regenwasserrückhalt mit mindestens fünf Kubikmeter Speichervolumen zur Rückhaltung von Niederschlagswasser aus den Dach- und Hofflächen der Grundstücke erforderlich. Zudem entsteht an der westlichen Grenze ein unterirdisches Regenrückhaltebecken mit gedrosseltem Zufluss in den gemeindlichen Mischwasserkanal in der Anwandstraße. Es dient der Entlastung bei Starkregenereignissen.

Beide geplanten Bauareale weisen eine Hanglage auf. In diesem Zusammenhang machte das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth unter anderem darauf aufmerksam, dass mit den Bauten örtliche und zeitweise wasserführende Grundwasserleitern angeschnitten werden können. Es empfahl, das Hangwasser durch entsprechende Vorkehrungen schadlos abzuleiten und wieder zu versickern. Die Einleitung des Grundwassers in den öffentlichen Mischwasserkanal ist nicht statthaft.

Auch der Löschwasserbedarf muss sichergestellt sein

Das Landratsamt merkte bei beiden Gebieten an, den Löschwasserbedarf über die zentrale Wasserversorgung sicherzustellen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb wies auf die nichtbestehende Wendemöglichkeit für ein dreiachsiges Müllfahrzeug hin. Somit können Tonnen oder Container nicht direkt an den Grundstücken geleert werden. Das hat zur Folge, dass die Eigentümer je nach Baugebiet die Behältnisse zur Leerung im Bereich der Hochfeldstraße 7 beziehungsweise bei den Grundstücken 7 und 8 bei der Anwandstraße bereitstellen müssen.

Beim Gebiet Nähe Erlenstraße monierten zwei Bürger die ihrer Meinung nach fußläufig schlechte Erschließung. Hier argumentierte der Bauplaner, dass die Anwandstraße und der Buchenweg über einen einseitigen Gehweg verfügen. An der östlichen Grenze entlang der Erlenstraße sei ein Fußweg vorgesehen, um die Lücke auf der westlichen Seite der Erlenstraße zwischen Buchenweg und Anwandstraße zu schließen. Zudem sei im Plangebiet ein Geh- und Radweg in Richtung Westen über die öffentliche Grünfläche als Verbindung zur Anwandstraße vorgesehen.

Nicht neu war auch der geplante Neubau eines Mehrfamilienhauses an der Anwandstraße 11. Er wurde bereits mehrfach im Marktgemeinderat diskutiert. Dazu hatte auch eine Anliegerversammlung stattgefunden. Die Wohnungsbau GmbH für den Landkreis Augsburg (WBL) will dort zwei dreigeschossige aneinandergebaute Gebäude mit insgesamt 15 Sozialwohnungen errichten. Die Wohnflächen betragen zwischen 40 und 74 Quadratmeter. Dafür sind 24 Stellplätze vorgesehen. Der Marktgemeinderat erteilte für den Bauantrag seine einstimmige Zusage.

Mit den Bebauungsplänen und dem Bauantrag reagiere die Kommune erneut auf den Wohnungsmangel vor Ort, schloss Bürgermeister Peter Ziegelmeier. „Damit sind wir grundsätzlich auf einem guten Weg.“ Der Zuzug bedeute aber auch eine Anpassung der Infrastruktur, und zwar vom Kindergarten bis hin zum Seniorenheim, erinnerte das Gemeindeoberhaupt.

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