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Bäckerei Ihle

05.10.2010

Mehr als 200 Arbeitsplätze entstehen in Gersthofen

Bauarbeiten für die Ihle-Bäckerei in Gersthofen
Bild: Marcus Merk

Das neue Werk der Bäckerei Ihle in Gersthofen (Kreis Augsburg) ist so gut wie fertig. Mehr als 200 Arbeitsplätze sollen entstehen. Von Christian Doser

Das neue Back- und Innovationszentrum der Landbäckerei Ihle in Gersthofen (Kreis Augsburg) steht nach zweijähriger Planungs- und Bauzeit vor der Vollendung. "Der Probebetrieb läuft auf vollen Touren, die ersten Discounter haben bereits gelistet, sprich: geordert", berichtet Geschäftsführer Wilhelm Peter Ihle im Presseclub Augsburg. Am 20. Oktober soll die Eröffnung des Großprojekts sein, zu der sich auch Ministerpräsident Horst Seehofer angekündigt hat.

Für die Öffentlichkeit ist ein - noch nicht terminierter - Tag der offenen Tür geplant. Über 100 Tonnen Mehl täglich sollen künftig in "Deutschlands größtem Backbetrieb" (Ihle) verarbeitet werden. Die Bauarbeiten in Gersthofen liegen voll im Zeitplan der Firma. Oktober 2010 war als Eröffnungstermin ausgegeben worden. Allein bei den Baukosten ist von 22 Millionen Euro die Rede.

Die Anfänge der heutigen Friedberger Großbäckerei mit 242 Filialen im Großraum Augsburg und München liegen nur wenige Kilometer nördlich des neuen Werks. 1890 begann Landwirt Georg Ihle in Westendorf mit dem Brotbacken, um seine elf Kinder durchzubringen.

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Die Rezeptur des an einer Feuerstelle im Freien entstandenen Brots blieb erhalten - das "Holzhackerbrot" wird bis heute bei Ihle hergestellt und verkauft. Auch in Zukunft werde sich daran nichts ändern, unterstreicht Wilhelm Peter Ihle. Gemeinsam mit Bruder Alexander führt er in dritter Generation die Geschäfte des Familienbetriebs.

Die regionalen Produkte werden weiterhin im bisherigen Backwerk, das je zur Hälfte auf Friedberger und Augsburger Flur liegt, hergestellt und über die eigenen Filialen vertrieben. Ihle: "Die Qualität im Fachgeschäft muss passen und wird auch bleiben."

Das neue Backwerk im Gewerbegebiet "Südlich der Hirblinger Straße" in Gersthofen dient in erster Linie der Mengen- und Massenproduktion - der zunehmende Wettbewerb der Discounter verlange dies, so Ihle. Nur mit maschineller Herstellung und kürzerer Teigführung beziehungsweise Backzeit könnten die Preisvorgaben der Discounter erfüllt werden.

Zwei Herzen schlagen da in Wilhelm Peter Ihles Brust. Der Bäcker sagt: "Letztendlich muss der Kunde selbst entscheiden, welche Ware ihm wie viel Geld wert ist." Der Geschäftsführer weiß: "Wenn wir das nicht gemacht hätten, dann hätte ein anderer uns das Geschäft weggeschnappt, oder wir hätten Teiglinge aus dem Ausland."

Die Gersthofer können sich nun über 200 neue Arbeitsplätze freuen. Den Zuschlag erhielt die Ballonstadt in erster Linie aufgrund des angebotenen Grundstücks mit unmittelbarem Autobahnschluss - für Ihles Lieferverkehr unabdingbar.

Der Stammsitz und damit die Gewerbesteuern bleiben in Friedberg. Dort bleibt auch der Ausbildungsbetrieb: Mit eigener Lehrbackstube und heute 300 Azubis ist er einer der größten in Schwaben. Die Ausbildung hat Wilhelm Peter Ihle im Jahr 2000 wieder eingeführt: "Das traditionelle Berufsbild Bäcker ist im Wandel, die technologische Ausbildung und Ausrichtung zunehmend gefragt." Das hat auch Auswirkungen auf den Standort Gersthofen.

Nicht nur Backbetrieb, sondern auch Entwicklungszentrum stellt das neue Werk dar. Innovative Backtechniken sollen erprobt und bewährte weiterentwickelt werden. Umweltschonende Technik, dank der beispielsweise die Backhitze nicht verpufft, sondern für die Beheizung genutzt wird, kommt zum Einsatz.

In Ihles "Expansionsstrategie" spielt Gersthofen eine große Rolle. Es kommt nicht von ungefähr, dass hier noch eine weitere "optionale Fläche" für die Landbäckerei für mehrere Jahre reserviert ist. Ein Erlebniscafé und ein Backmuseum sind nur einige Ideen der Gebrüder Ihle. Von Christian Doser

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