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Familienstation in Diedorf

04.03.2009

Mehrere Probleme werden unter einem Dach gelöst

Vor rund 15 Monaten, als sich knapp 1000 Besucher zum "Tag des Kindes" an der Hauptschule Diedorf trafen, wurde die Idee für eine Familienstation aus der Taufe gehoben. Neu daran war, dass die Familienstation an einer Schule untergebracht werden sollte. Jetzt wurde die Familienstation eröffnet. Von Monika Hupka-Böttcher

Diedorf Vor rund 15 Monaten, als sich knapp 1000 Besucher zum "Tag des Kindes" an der Hauptschule Diedorf trafen, wurde die Idee für eine Familienstation aus der Taufe gehoben. Neu daran war, dass die Familienstation an einer Schule untergebracht werden sollte. Die drei Gemeinden des Schulverbandes - Diedorf, Gessertshausen und Kutzenhausen - haben in enger Zusammenarbeit mit der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) und dem Amt für Jugend und Familie dieses neue und zukunftsorientierte Projekt ausgearbeitet. Im Beisein zahlreicher Gäste wurde die Familienstation an der Schule Diedorf nun offiziell eröffnet.

Es sei das erste Mal, dass eine Familienstation in einer Schule untergebracht werde, meinte Diedorfs Schulleiter Walter Mair. Dies mache insoweit Sinn, weil kein Unterricht ohne Erziehung und keine Erziehung ohne Unterricht funktioniere. Wenn Eltern dieses Problem nicht in den Griff bekämen, könne die Familienstation als Dreh- und Angelpunkt sofort wertvolle Hilfe leisten. Die enge Zusammenarbeit zwischen den drei Sozialpädagogen und den Kindergärten, dem Hort und der Mittagsbetreuung biete eine zukunftsweisende und familienorientierte Sozialarbeit, so Mair. Landrat Martin Sailer betonte, dass neben dem Schulverband auch der Landkreis hinter diesem Projekt stehe: Mit 15 000 Euro wird das Vorhaben unterstützt, allein 700 000 Euro stünden für Jugendsozialarbeit im Kreisetat. Angesichts der sich auflösenden Familienstrukturen sei es besonders wichtig, ein dichtes Netzwerk zu knüpfen.

Diedorfs Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Otto Völk erklärte, dass diese Art der Familienstation in Bayern Schule machen werde. Schulverband und die Schule seien das Fundament für Bildung und bieten Kindern und Eltern mit der neuen Familienstation ausreichend Hilfe an; "aber wir können nicht alles leisten, und wir sind auch kein Reparaturbetrieb", machte Völk deutlich.

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Eltern, die Hilfe in Anspruch nehmen, zeigen Stärke

Dr. Peter Spengler, Leiter beim Erziehungs- und Jugendhilfeverband (EJV), verwies auf die verschiedenen Lebensphasen von Eltern und Kindern und auf die sich verändernde Gesellschaft. Leistungsdruck, Pubertät, Zukunftsängste, Scheidungen und Patchwork-Familien, Arbeitslosigkeit und Wohlstandsverwahrlosung verlangen nach neuen Wegen in der Sozialarbeit. Es sei ein Zeichen elterlicher Stärke, wenn sie die Hilfe der Familienstation in Anspruch nehmen.

Als besondere Chance für Betroffene sieht Diplompädagogin Ursula von Petersdorff die Familienstation. Bedarf sei vorhanden, seit der inoffiziellen Eröffnung im September letzten Jahres habe sie als Leiterin bereits 24 Problemfälle betreut. Man wolle den Betroffenen Informationen rund um die Familie geben, sowohl niederschwellige als auch intensive psychologische Beratung anbieten, Eltern durch Vorträge und Kurse mehr Bildung und Kompetenz vermitteln und nicht zuletzt in enger Zusammenarbeit mit Kindergärten, Vereinen, Schule, Hort und Ämtern fachliche Ressourcen ausschöpfen und vernetzen.

Einem guten Brauch folgend gab Prälat Günter Grimme den Räumen der Familienstation den kirchlichen Segen und erbat Gottes Schutz für die Familien. Zusammen mit Landrat Sailer und Bürgermeister Völk unterzeichnete er die Trägerschaftsurkunden. Der Chor und die Percussiongruppe der Volksschule unter Leitung von Ulrike Pöhlmann und Friedrich Held übernahmen den musikalischen Part der Feier.

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