Naturschutz

07.08.2012

Mein lieber Biber

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2 Bilder
Biber sind eigentlich nachtaktiv. Max Trometer gelang der Schnappschuss eines Bibers an der Zusam neben dem Fußweg, der von Altenmünster nach Eppishofen führt.

Sein Fleiß und seine Dämme sind erstaunlich. Aber der Biber behindert Hochwasserschutzmaßnahmen. Anwohner sollen schon Biberfallen aufgestellt haben.

Biber arbeiten die ganze Nacht. Wenn Siegfried Gleich vom Weldener Bauhof morgens um sechs am Fischbach vorbeikommt, macht der Nager gerade Feierabend. Was Gleich seinerseits dann richtet, wird zum Einbruch der Dämmerung, so ab 21.30 Uhr, vom Nager wieder rückgängig gemacht. Jede Nacht.

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Der Biber steht unter Naturschutz. „Er ist für die Artenvielfalt sehr nützlich und gewinnbringend“, sagt Anja Mayr vom Landratsamt.

Das sieht nicht jeder so. Einem Mann aus dem Raum Fischach wurde es wohl zu viel: Er soll eine Biberfalle errichtet haben. Das Verfahren wurde gegen eine Zahlung von 800 Euro eingestellt.

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Biber behindert Hochwasserschutz

In der jüngsten Sitzung des Weldener Marktgemeinderats wurde über den Hochwasserschutz gesprochen. Eine Maßnahme, die der Markt bereits ergriffen hat, ist ein Hochwasserrückhaltebecken am Fischbach. Das soll verhindern, dass bei Hochwasser aus dem Bach heraus noch mehr Wasser in die Laugna und nach Welden fließt. Dann kam der Biber. Er baute mehrere Dämme und staute das Wasser. Seitdem wird diskutiert, inwieweit dadurch das Volumen des Hochwasserrückhaltebeckens schrumpft.

Einen langen Damm, den die Biberfamilie gebaut hat, um ihre Wohnung zu schützen, kann man vom Weldenbahnradweg aus gut sehen. Radfahrer und Wanderer rasten gerne an der Bank im Schatten der überdachten Brücke vor Welden, bestaunen das Biberbauwerk und die Idylle drum herum. Aus dem kleinen Rinnsal ist ein 10000 Kubikmeter Wasser fassender Tümpel geworden, in dem verschiedene Vögel, Insekten und Pflanzen gedeihen.

Biberdamm muss mit Schlepper entfernt werden

Drei bis viermal pro Woche schaut Siegfried Gleich, Leiter des Weldener Bauhofs am Fischbach vorbei. Direkt neben dem Biberdamm ist ein kleines Rohr eingebaut, damit etwas Wasser ablaufen kann. Der Nager soll nicht noch mehr Wasser stauen. Der Biber stopft das Rohr zu, Gleich räumt es frei. Kommt ein Hochwasser, und der Biberdamm am Fischbach bricht, muss das ganze Material mit einem Schlepper entfernt werden, ein Riesenaufwand, fürchtet der Baufhof-Chef.

Konrad Schörger, Baurat vom Wasserwirtschaftsamt in Donauwörth sagt: „Offensichtlich gehört der Biber in die Landschaft hinein. Ich denke, wir werden uns mal in der Mitte treffen. Nur: Ohne zusätzliche Kosten wird das nicht gehen. “

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