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Meitingen

19.12.2020

Meitingens Finanzen rutschen wegen Corona ins Minus

Der Meitinger Bürgermeister Michael Higl (CSU). Seine Gemeinde muss wegen Corona Schulden machen.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Plus Die Gemeinde Meitingen war bisher fast schuldenfrei. Dank Corona müssen nun binnen zwei Jahren mehr als sieben Millionen Euro aufgenommen werden.

Die Marktgemeinde Meitingen rutscht im kommenden Jahr in die roten Zahlen, weil die Steuereinnahmen um ein Fünftel einbrechen. Trotz der Corona-Pandemie ist die Gemeinde aber finanziell noch gut durch das laufende Jahr gekommen.

Bürgermeister Higl: Meitingen hat ein "strukturelles Haushaltsproblem"

Eine größere Gewerbesteuerrückzahlung bedeutet, dass die Steuereinnahmen sogar ein wenig gestiegen sind. "Ein gutes Steuerjahr aber positiv beeinflusst von Einmaleffekten", lautet das Fazit von Kämmerer Thomas Braunmiller für 2020 . Unterm Strich werden die Rücklagen am Ende des Jahres rund 19.3 Millionen Euro betragen. Die Schulden werden bei etwa 3,9 Millionen Euro liegen. 3,85 Millionen Euro davon wurden im Jahr 2020 aufgenommen.

So viel zur Vergangenheit, aber was plant Meitingen für das kommende Jahr? "Im nächsten Jahr haben wir ein strukturelles Problem, weil wir unsere laufenden Ausgaben nicht aus dem Haushalt decken können", sagt Bürgermeister Michael Higl ( CSU). Seine Verwaltung rechnet im Verwaltungshaushalt mit Einnahmen von rund 19,8 Millionen Euro. 14,9 Millionen davon werden jeweils zur Hälfte aus der Einkommenssteuer und der Gewerbesteuer kommen. Während die Einkommenssteuer unter der Corona-Krise nur ein wenig leiden soll, steht bei der Gewerbesteuer ein dickes Minus zu erwarten. Insgesamt werden die Steuereinnahmen 2021 um circa 20 Prozent sinken, wenn die Meitinger Prognose aufgeht. Higl nannte diese optimistisch. Eine größere Nachzahlung, die im laufenden Jahr die Bilanz gerettet hat, ist nicht in Sicht. Auf eine Erhöhung der Hebesätze für Steuern wurde im Haupt- und Finanzausschuss dennoch verzichtet.

Der größte Brocken des Meitinger Haushalts sind die Personalausgaben

Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt werden bei etwa 22,21 Millionen Euro liegen. Der größte Brocken sind Personalausgaben, die um etwa eine halbe Million steigen. Der Großteil davon geht an Angestellte des Kindergartens. Der zweitgrößte Ausgabenpunkt ist die Kreisumlage.

Trotzdem will der Gemeinderat an bereits beschlossenen Projekten wie dem Haus der Musik festhalten. Weitere Projekte sind die Personen- und Radunterführung am Meitinger Bahnhof, der Kindergarten am Freibad. Die Investitionen sollen sogar um die Hälfte steigen. Vor allem dank eines erhöhten Budgets für Bauinvestitionen. Insgesamt hat der Vermögenshaushalt ein Volumen von 9,5 Millionen Euro. Ausgeglichen wird das Ganze vor allem über Rücklagen und Kredite. Am Ende des Jahres soll der Schuldenstand dann circa 7,2 Millionen Euro betragen. Die Rücklagen würden auf circa 16 Millionen Euro schrumpfen.

Higls Planung wurde einstimmig von den Gemeinderäten angenommen. Alle Fraktionen äußerten sich wohlwollend über die Planung und äußerten keine Beschwerden. Ernst Dittrich lobte die Haushaltsplanung für die Freie Wähler Fraktion, wünschte sich aber mehr Förderung für Vereine und für Bike-and-Ride. Er mahnte aber auch: "Die fetten Jahre sind vorbei". Matthias Mark (SPD) war der Meinung, dass Meitingen gut aufgestellt sei. "Wir sind gut aufgestellt und schauen optimistisch in die Zukunft", sagte der Sozialdemokrat.

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