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Meitingen

27.11.2020

Meitinger Hausfrauenbund löst sich nach 40 Jahren auf

Da sich der gesamte Vorstand des Meitinger Vereins (von links Elke Kunisch, Helene Metzger, Inge Kazik, Regina Kraus, Elfride Helfert, Monika Heider, Marluis Kragl, Margot Leix, Bärbl Seidl und Brigitte Kaiser) nicht mehr zur Neuwahl stellte und keine Nachfolger gefunden wurden, hat der Verein seine Auflösung in die Wege geleitet.
Foto: Peter Heider

Plus Zur großen Jubiläumsfeier wird es nicht mehr kommen. Doch aufgrund einiger Spenden wird der Verein auch in Zukunft in Meitingen präsent bleiben.

Ursprünglich wollte der Meitinger Hausfrauenbund (MHB) sein 40. Gründungsjubiläum in diesem Jahr mit seinen Mitgliedern und Gästen groß feiern. Doch wegen Corona mussten sämtliche Planungen eingestellt werden. Aber es kam noch schlimmer: Ein Vereinsjubiläum wird es auch künftig nicht mehr geben.

Im August fand die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen statt. Diese konnten nicht durchgeführt werden, da der alte Vorstand nicht mehr kandidierte und trotz aller Bemühungen keine neuen Kandidaten gefunden werden konnten. Auch bei der Mitgliederversammlung stellte sich niemand für ein Vorstandsamt zur Verfügung. "Der Vorstand war fast zwei Jahrzehnte gemeinsam für den Verein tätig", erklärte die Vorsitzende Monika Heider. Da ein weiterer Aufruf in der Presse ebenfalls ergebnislos verlief, wurde nun der Verein mit 91 Prozent schriftlicher Zustimmung der Mitglieder aufgelöst. Ein Blick zurück.

Hausfrauenbund etablierte sich in Meitingen schnell

Im Jahr 1980 wurde der Ortsclub Meitingen des Deutschen Hausfrauenbundes von 28 Frauen unter der Federführung von Emma Laxgang im Gasthof Alte Post gegründet. "In diesen 40 Jahren seit der Gründung ist viel geschehen", erinnert sich die Vorsitzende. Schnell etablierte sich der neue Verein in der Marktgemeinde und wuchs auf 250 Mitglieder an. Aktuell konnte der Verein noch 141 Mitglieder verzeichnen. "Der Meitinger Hausfrauenbund hatte dabei immer das Ziel vor Augen, die Interessen derer zu vertreten, die einen Haushalt führen, und zudem soziale Zwecke zu unterstützen", sagt Heider.

"Die drei großen K, Kinder, Kirche, Küche, mit denen der Verband viele Jahre in Verbindung gebracht wurde, waren schon lange nicht mehr zeitgemäß. Die Begriffe Kompetenz, Konfliktfähigkeit und Kreativität bringen die Arbeit von Frauen besser auf den Punkt", betont Heider. Denn die Frauen von heute seien Haushaltsführende, Familienfrauen und Erwerbstätige in einer Person.

Auch die Mitglieder werden immer älter

Nach so vielen Ereignissen in den vergangenen 40 Jahren werde es laut Heider auch immer schwieriger, das Vereinsleben attraktiv zu gestalten, da auch die Mitglieder immer älter würden und oft nur noch passiv am Vereinsgeschehen teilnehmen können. Junge Mitglieder zu gewinnen sei kaum noch möglich. Ein großes Augenmerk der Vorstandsfrauen galt bereits seit vielen Jahren der sozialen Unterstützung von benachteiligten Menschen. Denn der Verein in seiner ursprünglichen Ausrichtung wurde zum Auslaufmodell.

"Doch in 40 Jahren Vereinsaktivität konnte vieles bewegt werden", sagt Heider. Gerne nutzten die Mitglieder aller Altersgruppen das Angebot des Meitinger Hausfrauenbundes: Von geselligen Veranstaltungen über Kochkurse, Gesundheitsvorträge, Ausflüge, Firmenbesichtigungen, Handarbeitstreffs und Besuchsdienste im Altenheim bis zu Marktaktionen reichte die vielfältige Angebotspalette. Durch eine gute Haushaltsführung sei es dem Verein zum Abschluss möglich, viele ortsnahe Organisationen finanziell zu unterstützen.

Der Verein spendet sein gesamtes Kapital für soziale Zwecke

Somit spendete der Meitinger Hausfrauenbund zur Vereinsauflösung sein Kapital an den Verein Dachskinder, die Tafel in Meitingen, den Besuchsdienst St.-Martha-Heim, das Kinderheim Baschenegg, die St.-Gregor-Jugendhilfe, die Behindertengruppen des Dominikus Ringeisenwerkes und die Mittelschule Meitingen. Und zur Erinnerung an den beliebten Verein werden im Meitinger Zentrum zeitnah zwei Parkbänke aufgestellt.

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