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Ehrenamt

13.02.2015

Menschenliebe gehört unbedingt dazu

Ein Spaziergang an der frischen Luft, ein gutes Gespräch: Für ihre „Aktion Pflegepartner“ sucht das Freiwilligenzentrum Neusäß noch Ehrenamtliche, die sich gerne älteren Menschen widmen wollen.
Bild: Jens Büttner, dpa

Die „Aktion Pflegepartner“ des Freiwilligenzentrums Neusäß sucht Ehrenamtliche, der gerne helfen

Die „Aktion Pflegepartner“ im Freiwilligenzentrum Neusäß (fun) gibt es seit 1993. Dort engagieren sich ehrenamtlich Bürgerinnen und Bürger in einem Besuchsdienst für Senioren. Dazu zählt Vorlesen, gemeinsames Spielen, spazieren gehen oder einfach nur reden.

Jeden Monat treffen sich die Pflegepartner zum gemeinsamen Austausch von Gedanken, Anregungen, Problemen, Wünschen, die sich durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit mit alten, hilfebedürftigen Men-schen ergeben. Für die Ehrenamtliche Gisela Wolf ist beispielsweise die Anbindung Westheims an den öffentlichen Nahverkehr schlicht „eine Katastrophe“, gerade für Senioren.

Martin Gedon, Leiter des Caritas-Seniorenzentrums Notburga, sieht das genauso. „Die kurze Fahrt nach Neusäß, beispielsweise zum Arzt, ist für viele Heimbewohner ein echtes Problem“, weiß der Einrichtungsleiter. Das Sammeltaxi zum Westheimer Bahnhof helfe hier nur sehr bedingt, da der Bahnhof selbst von vielen älteren Menschen nicht wirklich genutzt werden könne. Er setze nun sehr auf den neuen Fahrdienst des fun.

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Für Kurt Lehmann, seit sechs Jahren ehrenamtlicher Begleiter einer älteren Dame, ist es eine wunderbare Motivation für seine Tätigkeit, „hier von dem eigenen Wohlbefinden etwas abgeben zu können“. Auch wenn man hier auch nur kurzfristige Begegnungen – wie jemanden in den Garten zu begleiten – annehmen könne, sei es doch oft so, dass „eine Bindung entsteht und von selbst wächst zwischen dem Pflegepartner und dem betreuten Menschen“, erläutert Lehmann. Das schaffe eine wichtige Kontinuität in der Beziehung, die man meist nicht mehr aufgibt. „Wir begleiten bis zum Schluss“, sind sich die Anwesenden einig. „Sonst wäre das ja ein im Stich lassen“, und das könne keiner von ihnen, meint Ursula Cantner. Für Wolf, die seit zwölf Jahren eine ältere Dame besucht, ist Vertrauen so wichtig wie „ein guter Zuhörer zu sein“. Und man müsse es auf sich zukommen lassen, was der Einzelne gern möchte, weiß Gisela Michl aus langjähriger Erfahrung. „Menschenliebe gehört unbedingt dazu, man muss jeden sein lassen können, wie er ist“, so Lehmann. Dann allerdings bekäme man viel Kraft und Freude durch die Begegnungen. „Es kommt so viel zurück“, freut sich Michl über ihre Seniorentreffen, die in einem Heim oder auch zu Hause bei den Betreuten stattfinden. Ein Einstieg lohne sich also in jedem Fall. „Jeder kann etwas tun“, folgert auch Ursula Meyer, Leiterin des fun in Neusäß. Sie freue sich über jeden neuen Kontakt.

Das Alter spiele keine Rolle, auch Berufstätigkeit ist kein Problem. Manches Mal haben sich aus einem Ehrenamt sogar auch schon Arbeitsstellen ergeben, weiß Gedon, der mit Ehrenamtlichen gearbeitet hat, die dann in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen wurden, „weil sie plötzlich ihren wahren Traumjob gefunden haben“.

Wer sich für die Betreuung von Senioren interessiert, wende sich an das fun (Telefon 0821/ 455 22 80 oder info@freiwilligen-zentrum-neusaess.de).

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