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Kreis Augsburg

11.12.2016

Metzgerei behandelte Mitarbeiterin wie Sklavin - niemand half

Die Inhaber einer Metzgerei behandelten eine Angestellte wie eine Sklavin. (Symbolbild)
Bild: Anne Wall

Dass eine Angestellte von Metzgerei-Inhabern jahrelang gequält wurde, macht fassungslos. Andere müssen etwas mitbekommen haben. Fehlte Zivilcourage? Ein Kommentar.

Schicksale wie das der Metzgereifachverkäuferin, die von ihren Arbeitgebern jahrelang malträtiert wurde, oder der jahrelang eingesperrten Natascha Kampusch lassen einen fassungslos zurück. Das muss man doch gemerkt haben, fragen sich viele. Warum hat das niemand gemeldet?

Von außen gesehen wird schnell mangelnde Zivilcourage bei Nachbarn und Mitbürgern kritisiert. Aber war nicht jeder von uns schon mal im Zweifel, ob er bei einem Verdacht einschreiten soll oder nicht? Führt das Ehepaar in der Nachbarwohnung eine temperamentvolle Beziehung oder ist unzulässige Gewalt im Spiel? Hat das Kind im Haus auf der anderen Straßenseite öfter Mal blaue Flecken, weil es rauft oder etwas ungeschickt ist – oder wird des daheim geschlagen?

Lieber unbegründeter Verdacht als Leiden hinnehmen

Dass ein Fall so schlimm sein könnte wie der der Metzgereifachverkäuferin, erscheint nicht vorstellbar. Wir alle sind außerdem mit der Haltung erzogen worden, dass es schlecht sei, jemanden zu „verpetzen“. Daher lassen sich manche Hemmungen erklären, die Menschen davon abhalten, zur Polizei oder zum Jugendamt zu gehen. Es könnte ja als „üble Nachrede“ ausgelegt werden.

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Aber lieber stellt sich ein Verdacht nach Prüfung durch Fachleute als unbegründet heraus, als dass ein unhaltbarer Zustand immer weitergeht.

Mehr zu diesem Fall:

Metzgerei behandelte Mitarbeiterin wie Sklavin: Es bleibt Ratlosigkeit

Mitarbeiterin wie Sklavin gehalten: Metzgerei-Chefin muss ins Gefängnis 

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Die Diskussion ist geschlossen.

11.12.2016

Kein Wunder würde ich sagen.

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten:
Frau wurde vom Vater und Onkel verprügelt.
Fall wurde von mir an KRIPO gemeldet.
Kripo kam zur Befragung.
Frau sagt sie ist gestolpert, da is nix.
Frau wird kurz drauf vom Onkel mit Gürtel ausgepeitscht.
Fall wurde von mir an KRIPO gemeldet.
Kripo kommt nicht und meldet sich nicht.
Fall nochmal an KRIPO gemeldet.
Bis jetzt keine Reaktion von KRIPO.

Also warum sollte dann irgendjemand irgendwas melden wenn KRIPO und Staatsanwaltschaft nix machen und Frau aus Angst vor Ehrenmord nicht gegen Täter aussagt???

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11.12.2016

Genauso ist es. Und wenn hinterher einer am Lampenschirm hängt, heisst es: "Die Nachbarn sind schuld, weil sie nichts gesagt haben".

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11.12.2016

So sehr ich dem Satz "Aber lieber stellt sich ein Verdacht nach Prüfung durch Fachleute als unbegründet heraus, als dass ein unhaltbarer Zustand immer weitergeht." unterschreiben kann, finde ich, dass es zu diesem Fall nicht passt!

In einem anderen Artikel wird eine Person aus dem Ort wie folgt zitiert: „Wir haben gedacht: Irgendwann schlagen sie sie tot.“. Das heißt es war scheinbar nicht unbekannt! Da geht es meiner Meinung nach nichtmehr um "eine tempramentvolle Beziehung" oder "Raufereien", sondern ab dem Punkt wo ich mir denke "Die schlagen Sie noch tot" muss etwas geschehen!

Ohne die direkt Beteiligten aus der Schuld zu entlassen, erst Umstände in denen sich Menschen denken "Die schlagen sie noch tot" aber nicht zur Polizei gehen oder ähnliches machen es solchen Menschen möglich das über Jahre fortzuführen!

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