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Meitingen

30.11.2017

Millionenprojekt in Herbertshofen

Die Ortsdurchfahrt von Herbertshofen soll voll ausgebaut werden. Das Projekt wird aufwendig und teuer. 
Bild: Archivfoto: Marcus Merk

Die lange Ortsdurchfahrt im Meitinger Ortsteil soll voll ausgebaut werden. Mehr als drei Millionen Euro kostet das Großprojekt. Warum eine Sanierung nicht sinnvoll ist.

Sie ist mit 1,4 Kilometern länger als die Ortsdurchfahrt in Meitingen – entsprechend aufwendig wird die Sanierung der Ortsdurchfahrt von Herbertshofen, über die seit mehr als zehn Jahren in den Meitinger Gremien diskutiert wird. Doch jetzt will man das Millionen-Projekt endlich auf den Weg bringen. In der Sitzung am Dienstagabend hat der Planungs- und Werkausschuss sich eine Studie vom Ingenieurbüro Tremel vorstellen lassen und nach Angaben von Bürgermeister Michael Higl dann entschieden, dass ein Vollausbau stattfinden soll, der etwa 3,1 Millionen Euro kosten wird.

Josef Tremel habe zuvor deutlich gemacht, dass die Ortsdurchfahrt erhebliche Mängel aufweise und der Aufwand für eine Sanierung gegenüber einem Vollausbau nicht mehr vertretbar sei, so Bürgermeister Higl auf Anfrage unserer Zeitung.Weil der Unterbau der Straße nicht mehr gut ist, würde sie sich bei einer bloßen Deckensanierung zudem bald wieder absenken. Die Deckensanierung würde allein schon 930000 Euro kosten. Mit Erneuerung der Gehwege und Randsteine wären es bereits 1,6 Millionen Euro. Nähme man noch die marode Straßenentwässerung hinzu, wäre man schon bei 2,7 Millionen Euro. Deshalb sei der Vollausbau für 3,1 Millionen Euro am sinnvollsten.

Im Meitinger Haushalt für das Jahr 2018 stehen 100000 Euro für die Planung des Projekts bereit. Higl schätzt, dass es einer sehr intensiven Vorplanungsphase bedarf, bevor man zur Tat schreiten kann. Schließlich gebe es hier großen Gestaltungsspielraum zum Beispiel bezüglich Straßenbreite, Verkehrsberuhigung und optischen Maßnahmen. Zudem gelte es, die Interessen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger und der dort ansässigen Landwirte abzuwägen.

Im Finanzplan des Marktes Meitingen stehen für 2019 und 2020 insgesamt drei Millionen Euro für den Ausbau dieser Straße bereit. Doch der genaue Zeitplan muss erst noch beschlossen werden. Zusammen mit dem Straßenausbau muss auch die Wasserleitung erneuert werden. Der Abwasserkanal weist laut Higl hingegen nur geringe Schäden auf und kann deshalb saniert werden.

Was der Vollausbau der Ortsdurchfahrt die Anwohner kosten wird, steht noch nicht fest. Auf alle Fälle werde mit den entsprechenden Berechnungen ein externes Büro beauftragt – schon weil er selbst an dieser Straße wohne, betonte Bürgermeister Higl.

Die Herbertshofer Ortsdurchfahrt ist eine von fünf Gemeindestraßen, die im Sanierungskonzept des Marktes Meitingen wegen ihres schlechten Zustands oberste Priorität haben. Der Planungsausschuss hat dieses Sanierungskonzept jetzt bestätigt. Es enthält neben der Sudetenstraße und dem Schleifweg (beide Meitingen) auch die Mühlstraße in Herbertshofen, die als „Schlackenstraße“ fast schon Berühmtheit erlangte. Sie ist erst 30 Jahre alt – also um über ein Jahrzehnt jünger als die Ortsdurchfahrt von Herbertshofen –, weist aber schon erhebliche Schäden auf. Der Planungsausschuss hat nun einstimmig beschlossen, dass die Straße im Bereich der schlimmsten Schäden – zwischen Fuggerstraße und Fischerweg – saniert werden soll. Einem Vollausbau dieser 120 Meter wurde damit eine Absage erteilt. Dieser hätte rund 430000 Euro gekostet, davon allein 120000 Euro für die Entsorgung der Schlacke.

Für die Sanierung fallen hingegen nur 120000 Euro an und sie gilt als Unterhaltsmaßnahme, so dass die Anlieger nichts zahlen müssen. Die Schlacke soll dabei im Straßenkörper bleiben. Etliche Bäume auf der östlichen Straßenseite sollen gefällt werden, weil sie bereits so groß sind, dass sie für Schäden an der Straße sorgen. Die Bäume auf der westlichen Seite der Mühlstraße können hingegen stehen bleiben.

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