20.04.2016

Mit 31 schon Professor

Er wechselte erst spät – mit 15 Jahren – von der Geige zur Bratsche. Im jungen Alter von 31 Jahren ist Veit Hertenstein nun Professor für dieses Instrument.
Bild: Marco Borggreve

Musik Der Bratschist Veit Hertenstein gewann schon in jungen Jahren viele Preise

Gablingen/Detmold Er galt schon im Kindesalter als große musikalische Begabung, nun wurde der in Augsburg geborene und in Gablingen aufgewachsene Veit Hertenstein als Professor an die Hochschule für Musik in Detmold berufen. Doch das ist nicht seine einzige Beschäftigung.

Der heute 31-jährige Bratschist begann schon im Alter von fünf Jahren mit dem Geigenspiel und hatte zunächst Unterricht bei Hugo Mihatsch, dann bei Harry Hübner und Harry Christian. Er besuchte das Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg. Ab 2001, mit 15 Jahren, wechselte er sein Instrument und erlernte er bei Jorge Sutil von den Münchner Philharmonikern das Bratschenspiel. Vom Deutschen Musikrat erhielt er ein Stipendium für die International Summer Academy for Young Artists. Und das, obwohl er damals seine Freizeit nicht nur der Musik widmete, sondern, wie er damals gegenüber unserer Zeitung erklärte, auch gerne Fußball spielte oder mit seinen Geschwistern Tischtennis-Matches austrug.

Er studierte bei Nobuko Imai an der Haute Ecole de Musique in Genf, wo er 2009 das Solistendiplom mit Auszeichnung erwarb. Weitere wichtige Impulse erhielt er bei Meisterkursen von György Kurtag, Krzysztof Penderecki, Gabor Takács-Nagy, Yuri Bashmet und Kim Kashkashian. Seit dem Jahr 2011 ist Veit Hertenstein Solobratschist beim Sinfonieorchester Basel.

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Seine Arbeit führte ihn unter anderem zur Seiji Ozawa International Music Academy im schweizerischen Rolle. Regelmäßig gastierte er beim Menuhin Festival in Gstaad sowie 2009 und 2010 beim Verbier Festival. Dort wurde er mit den Henri-Louis-de-la-Grange-Preis – dem Spezialpreis für Bratschisten – ausgezeichnet.

Auch als Kammermusiker ist er gefragt, so gewann Hertenstein im Jahr 2002 mit einem Ensemble, dem unter anderem auch der inzwischen weltweit gefragte Cellist Maximilian Hornung (Dinkelscherben) und die Geigerin Sarah Christian (Augsburg) angehörten, den von der Deutschen Stiftung Musikleben verliehenen Hans-Sikorski-Gedächtnispreis. Im Jahr 2009 gewann er als erster Bratschist überhaupt die im Jahr 1969 von Sir Yehudi Menuhin ins Leben gerufene New Talent Competition der European Broadcasting Union, was zu weltweiten Radioübertragungen führte.

Dennoch ist der Musiker seiner alten Heimat verbunden geblieben. So kam er beispielsweise im Jahr 2013 zum Heiraten zurück nach Gablingen, wo er der Musiker-Kollegin Peijun Xu das Jawort gab.

Beim Schweizer Komponisten Nicolas Bolens wurde ein Bratschen-Konzert von Prohelvetia für ihn in Auftrag gegeben und im Jahr 2014 uraufgeführt.

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