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16.07.2007

Mit Carbonfasern zu Olympia nach Peking

Die SGL Group mit Stammsitz in Wiesbaden ist der Hauptsponsor des deutschen Radsportteams bei der Olympiade 2008 in Peking. Das Unternehmen erläuterte bei der offiziellen Präsentation des deutschen Fahrerteams "SGL Team Beijing" des Bund Deutscher Radfahrer (BDR) in Wiesbaden die Gründe für das Sportsponsoring.

Chance für den turnaround im Radsport geben

Kunden und Aktionäre haben dem Unternehmen diese Chance gegeben - die SGL Group hat mit eigener Kraft etwas daraus gemacht. Das Unternehmen glaubt an die Prozesse und die Stringenz für einen "turnaround" im Radsport und will deshalb Partner an der Seite des BDR sein. Ein Hauptgrund des Sportsponsoring-Engagements des Unternehmens liegt aber im Bezug des Produktportfolios zum Fahrradsport: Die SGL Group fertigt unter anderem, als einziger europäischer der weltweit insgesamt nur acht Hersteller von Carbonfasern, diesen innovativen Werkstoff auch für Anwendungen in der Sportindustrie. Hochleistungs-Rennräder werden mittlerweile fast vollständig aus Carbonfaser-Verbundwerkstoffen hergestellt. Diese sind extrem leicht und dennoch bruch- und zugfester als Stahl.

SGL plant nach eigenen Angaben einen Carbonfaser-Standort in Deutschland mit 3000 bis 6000 Tonnen Jahreskapazität über die nächsten fünf Jahre zu bauen, um insbesondere die starke Nachfrage aus der Windkraft-Industrie zu befriedigen. Ob diese Anlage in Meitingen entstehen wird, darüber könne laut Standortleiter Stefan Holzamer noch überhaupt nichts gesagt werden: "Das wäre aber sicher eine gute Sache." Allerdings sei hier mit einer Investition von acht Millionen Euro in das Forschungszentrums des Konzerns ein Schwerpunkt auf die Entwicklung gelegt worden.

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Andererseits ist Meitingen auch der weltweit größte Standort von SGL. Hier gab es bereits bis 1998 eine Faserproduktion für Hitzeschuldschilde oder schwer entflammbare Flugzeugsitze. Dann ging die gesamte Produktion mitsamt eines Teils des Personal nach Inverness/Schottland. An der freigewordenen Stelle in Meitingen, entstand laut Holzamer die Fertigungsanlage für Carbonfaser-Prepreg. Im Dezember 2006 wurde eine der modernsten Anlagen hierfür in Betrieb genommen. Prepreg sind Carbonfasergewebe, die mit Harzen imprägniert sind und zur Herstellung von Kohlefaser-Vebundwerkstoffteilen in vielen unterschiedlichen Industrien eingesetzt werden. Meitingen wird somit als zentraler Standort für die Weiterverarbeitung von Carbonfasern ausgebaut. Zudem hat SGL gemeinsam mit anderen süddeutschen Unternehmen und Forschungseinrichtungen (DLR Stuttgart, EADS, Eurocopter, IHK Schwaben, KUKA, MT Aerospace, Stadt Augsburg, TU Stuttgart, Uni Augsburg) den Verein "Carbon Composites" gegründet. Somit ist in Meitingen das süddeutsche Carbonfaser/-Verbundwerkstoffzentrum angesiedelt.

Team-Gedanke spielt eine große Rolle

Im Zuge ihrer langfristigen Wachstumsstrategie baut SGL bereits für 40 Millionen Euro eine dritte große Produktionslinie für Carbonfasern in Inverness. Mit ihrer Inbetriebnahme Ende 2008 steigt die Jahresproduktion von Carbonfasern in diesem Werk auf insgesamt 4500 Tonnen. Darüber hinaus betreibt die SGL Group gemeinsam mit dem US-amerikanischen Unternehmen Aldila eine weitere Carbonfaser-Produktion in Wyoming/USA mit rund 1000 Tonnen Jahreskapazität. Sämtliche Kapazitäten sind durch langfristige Lieferverträge mit Großkunden bis in das nächste Jahrzehnt weitgehend ausgelastet.

Ein weiterer Grund für das Sponsoring, den das Unternehmen in seiner Pressemitteilung nennt, ist der geografische Schwerpunkt der Wachstumsstrategie in Asien und insbesondere China, wo sich mehreren Produktionsstandorte befinden. Für das Unternehmen steht die Summe der Leistungen aller Mitarbeiter im Vordergrund. Sowohl in einem Unternehmen als auch beim "SGL Team Beijing" zählt nicht die Einzel- sondern die Teamleistung. Deshalb unterstützt die SGL Group eine Mannschaftssportart auf Basis des olympischen Gedankens.

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