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Vortrag

23.01.2019

Mit Kompost zum besten Biogemüse

Fischacher Gartenbauverein macht sich über richtiges Kompostieren kundig. Die Natur kennt keine Abfälle

Die praktische Gartenarbeit ruht noch. Trotzdem ließen sich viele Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Fischach sowie Hobbygärtner aus Nachbargemeinden im Gasthof Traube über Aspekte des Kompostierens informieren. Dieter Mühl, Gartenpfleger des OGV Fischach, war der geeignete Referent für das Thema. „Die Natur kennt keine Abfallprobleme“, sondern „Komposterde ist ein Segen für den Garten“, betonte der Fachmann einleitend. Richtig gemacht und eingesetzt, sei Kompost eine wichtige Voraussetzung für bestes Biogemüse. Aus organischem Material entsteht durch die Arbeit von Kleinlebewesen (etwa Mikroben, Regenwürmer) nach einer gewissen Rottezeit in einem biochemischen Prozess Kompost beziehungsweise Humus. Dabei entsteht eine Wärme von circa 40 Grad Celsius, sofern eine ausreichende Belüftung gegeben ist. Allerdings reicht die Wärme nicht aus, um Keime an kranken Pflanzenresten abzutöten. Damit guter Kompost entsteht, ist außerdem wichtig, den Komposthaufen beziehungsweise die -miete zwar feucht zu halten und vor Austrocknung zu schützen, aber gleichzeitig Nässe zu vermeiden. Damit werden auch störende Gerüche, die den nachbarlichen Frieden gefährden könnten, vermieden. Günstige Voraussetzung für eine rasche Verrottung sei eine vielfältige, lockere Mischung der Abfälle, so der Referent. Zunächst zeigte Dieter Mühl den Zuhörern an Beispielen auf, wie im Naturkreislauf von Wachsen und Vergehen alle natürlichen Komponenten auf Wiederverwertung angelegt seien. Dies impliziere zugleich, dass künstliche Produkte wir Plastik, beschichtete Papiere oder auch mineralische Stoffe beziehungsweise Verbindungen wie Asche, Metalle oder Glas nicht auf den Kompost, sondern in die entsprechende Abfallentsorgung gehören. Auch gekochte Essensreste gehören trotz organischen Ursprungs zum Restmüll, damit keine unerwünschten Besucher wie Nagetiere oder Insekten angelockt werden. Bei den kleinen Kompostanlagen in Privatgärten werden regelmäßig nicht so hohe Temperaturen wie bei gewerblichen Kompostieranlagen erreicht. Deshalb haben hier natürlich auch kranke Pflanzenteile (zum Beispiel mit Kohlhernie befallene Strünke und auch Samen tragende Unkräuter) nichts verloren. Auch Wurzelunkräuter wie Quecken gehören nicht in den Kompost.

Die Zuhörer interessierten sich bei ihren Fragen vor allem um das Aufsetzen, Umsetzen und Absieben des Komposts. Dieter Mühl gab Praxistipps unter anderem zur Unterlage (wie Stroh- oder Holzhäcksel) oder zum schichtweisen Aufsetzen mit Zwischenlagen von Gartenerde und/oder fertigem Kompost bis auf eine Höhe von etwa einem Meter. Laub sollte zuvor gehäckselt werden, um Zusammenkleben und somit Fäulnis zu vermeiden. Bei Anfall von großen Mengen von Grüngut sollte dieses auch zum Mulchen verwendet werden, erklärte der Experte. Mühl riet jedoch von der Beimengung von Nadelgehölzen eher ab, damit der Kompost nicht in einen sauren pH-Bereich gelangt.

Würden diese Grundsätze beachtet, bedürfe es auch meist keiner Kompostzusätze wie Kalk, Düngemittel, Gesteinsmehl, Kompoststarter und -beschleuniger.

Der nach sechs bis zwölf Monaten reife Kompost beinhaltet die meisten, für ein gesundes Pflanzenwachstum notwendigen Nährstoffe. Gleichmäßig mit etwa drei Litern pro Quadratmeter verteilt, beliefert er die Kulturen kontinuierlich und entsprechend ihrem Bedarfs. Damit kann oft auf eine Mineraldüngung, die stets auch die Gefahr der teilweisen Auswaschung bis in das Grundwasser beinhaltet, verzichtet werden. Dies spart Geld, reduziert die Abfallentsorgung und stoppt Torfverwendung und Torfabbau, weil über die Komposteinarbeitung der Boden verbessert wird und wertvoller Humus entsteht. Dieter Mühl erklärte zum Schluss, wie Kompostbehälter selbst gebaut werden können. (AL)

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