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Unternehmer-Porträt

04.09.2018

Mit Teamgeist und Sinn für die Familie

Das Team der Autolackiererei Rizzuto ist seit Jahren unverändert: Michael Gerstner (hinten kniend), Michael Rhawi (stehend) und Salvatore Buono (vorne) sehen Chef Angelo Rizzuto (Mitte) mehr als Freund. <b>Foto: Steffi Brand</b>
Bild: Steffi Brand

Angelo Rizzuto ist seit 2012 sein eigener Chef. Seine Autolackiererei hat er von seinem Ausbilder übernommen

Meitingen Der Arbeitstag in der Autolackiererei Rizzuto beginnt immer gleich: Alle Mitarbeiter – drei Festangestellte und ein Auszubildender– versammeln sich in der Küche. Dann wird gemeinsam gefrühstückt. Der Tag endet auch immer gleich – oder zumindest zur selben Zeit. Gemeinsam in den Arbeitstag zu starten und diesen auch zu beenden, ist das Ritual, das die Lackierprofis in der Autolackiererei verbindet und gut beschreibt, was sie zusammenschweißt: Es ist das Wirgefühl. Sie sind ein Team.

Chef und Freund gleichermaßen ist Angelo Rizzuto. Der 34-Jährige zählt sich zu seinem Team und gehört auch dazu. Das ist dem zweifachen Familienvater mindestens ebenso wichtig wie die Zeit mit seiner Familie, seinem siebenjährigen Sohn und seiner zweijährigen Tochter. Mit Blick auf das Leistungsportfolio der Lackiererei ist er derjenige, der das Team an ausgebildeten Lackierern um eine weitere Komponente ergänzt. Rizzuto hat seine Lehre zum Karosseriebauer im Jahr 2000 begonnen und 2003 abgeschlossen. So kann er heute zur Autolackierung auch die professionelle Unfallinstandsetzung anbieten.

Dass er selbst einmal Chef sein würde, hat weder Rizzutos Ausbilder noch er selbst geglaubt. „,Lieber bringe ich einer Kuh das Fahrradfahren bei als dir den Karosseriebau‘, sagte einst mein Ausbilder zu mir“, erinnert er sich. Doch beide sollten sich irren. Bei mehreren Arbeitgebern war Rizzuto nach seiner Ausbildung tätig. 2010 hat er seine Meisterprüfung in Fahrzeuglackierung abgelegt. „Diesen Beruf wollte ich schon immer ausüben“, erklärt Rizzuto seine eigentliche Passion. 2012 verschlug es ihn wider Erwarten zurück in seinen Lehrbetrieb – nicht, um dort wieder regulär zu arbeiten, sondern um die Lackiererei zu übernehmen, die er bis 2016 in Aindling geführt hat.

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2016 siedelte er an seinen heutigen Unternehmenssitz um: in die Oskar-von-Miller-Straße nach Meitingen. Rizzuto selbst lebt seit 1995 in der Marktgemeinde, so war es für ihn auch die Gelegenheit, seine Firma „nach Hause umzuziehen“. Sein Team? Das nahm natürlich auch am neuen Standort seinen Dienst wieder auf. Die Unternehmensphilosophie? Reparieren statt austauschen! Mit Blick auf das Portemonnaie seiner Kunden sucht Rizzuto nach günstigen Lösungen, die am Ende keineswegs billig aussehen. So verbaut er - wenn es möglich ist - einen instandgesetzten Kotflügel für 350 Euro anstatt eine Neuanschaffung für 500 Euro.

Und das kommt bei den Kunden im Lechtal ebenso gut an wie im Nachbarlandkreis Aichach-Friedberg – dort, wo Rizzuto einst sein Unternehmertum begann.

Angekommen in Meitingen ist er längst. Und auch wenn der Unternehmenssitz noch so versteckt scheint, so spricht es sich doch rum, wo das Lackiererteam sitzt. Mittlerweile standen sogar schon neue Investitionen an: Erst kürzlich hat er ein neues Gerät angeschafft, das die Behebung von Blechschäden noch einmal erheblich vereinfacht.

Richtet er seinen Blick in die Zukunft, sieht er dort ein natürliches Wachstum. „Ich möchte den persönlichen Kontakt zu meinen Kunden nicht verlieren“, verrät er. Seine Ziele sind bescheiden: Normal zu leben und den Boden unter den Füßen nicht zu verlieren, das ist dem 34-Jährigen wichtiger als einen großen Porsche zu fahren. Seine freie Zeit verbringt Rizzuto lieber mit seinen Kindern – beim Fußballspielen oder auf dem Spielplatz.

Das ist auch der Grund, warum das Team der Autolackiererei Rizzuto am Samstag nicht in der Werkstatt anzutreffen ist: „Es gibt Dinge, die nicht mit Geld zu bezahlen sind – beispielsweise die Zeit mit der Familie“, erklärt der 34-Jährige. Und dennoch…wenn das Handy läutet, würde er niemanden abweisen, denn wer ihn anruft, braucht schließlich Hilfe, die Rizzuto niemandem verwehren würde.

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