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Konzert

23.03.2015

Mit dem Sound of Silence zu Jubelrufen

Von „The Boxer“ bis „Mrs. Robinson“: Thomas Wacker (links) und Thorsten Gary rissen mit ihren Coversongs das Publikum mit.
Bild: Thomas Hack

Simon&Garfunkel-Duo wird in Gersthofen bejubelt

Ihre Musik hat einst Millionen Menschen in den Bann gezogen, ihre Songs sind bis heute unvergessen geblieben: Mit legendären Titeln wie „Mrs. Robinson“, „The Boxer“ oder „Sound of Silence“ spielten sich Simon & Garfunkel in den späten 1960er-Jahren in die Herzen zahlloser Folkliebhaber und hatten damit fast schon ein völlig neues Genre begründet. Thomas Wacker und Thorsten Gary gelten derzeitig als das erfolgreichste Cover-Duo dieser beiden Kultmusiker und sind nun in der Gersthofer Stadthalle den Spuren ihrer großen Vorbilder gefolgt.

Doch zunächst überraschten die zwei Gitarristen die Gäste damit, dass sie keineswegs alleine auf die Bühne traten, sondern gleich ein ganzes Orchester als Entourage mitbrachten. Dies mochte zunächst ungewöhnlich erscheinen, offenbarte sich aber als eine ausgezeichnete Bereicherung, wie sich im Laufe des Abends herausstellen sollte.

Mit einem wirbelnden Gitarrentremolo begann schließlich die abendfüllende Reise in die Welt der wohlklingenden Folkrhythmen. Sanft gesellten sich die Streicher und das Schlagzeug hinzu, bis das Duo schließlich seine authentischen Stimmen zum Einsatz brachte. Augenblicklich konnte man miterleben, dass die jungen Männer nicht zu viel versprochen hatten, und fühlte sich ein halbes Jahrhundert in der Zeit zurückversetzt. „A Heart in New York“ begeisterte durch seine melodiösen, aber auch melancholischen Gesangslinien, „Old Friends“ schöpfte seine musikalische Magie vor allem aus der sentimentalen Lyrik, die Thorsten Gary in Form poetischer Verszeilen gleich auch noch ins Deutsche übersetzte.

Die Countryklänge von „Homeward Bound“ wurden dagegen in romantischer Anmut von seufzenden Violinenstrichen begleitet und mit dezenten Nuancen des Schlagzeugs untermalt, welches allerdings noch immer genügend Ausdruckskraft für sich verbuchen konnte, um dem Song ein ganz neues Volumen zu verleihen.

Aber auch die zahlreichen Instrumentensoli des Orchesters verdienten größten Respekt, da sich diese niemals zu aufdringlich in den Vordergrund schoben, sondern den originalgetreuen Charakter der Kompositionen gänzlich beibehielten – so beim Arrangement „April Come She Will“ durch das Cello oder bei „Graceland“ mit dem Bass.

Beinahe traumartig glitt dem Duo der mystische Folksong „Scarborough Fair“ über die Lippen, und selbst in den höchsten Tonlagen erfuhr dieser noch eine klanggewaltige und saubere Interpretation. Beim Kultsong „The Boxer“ gab es dann kein Halten mehr, und das Publikum begann lautstark in den mitreißenden Refrain mit einzustimmen. Versierte Gesangsstimmen, ein rundum natürliches Folk-Ambiente und die ständige stillschweigende Zwiesprache zwischen Gitarren und Orchester verwoben die Darbietungen letztendlich zu einem ganzheitlichen Musikerlebnis.

Nach der Zugabe „Sound of Silence“ endete das Konzert schließlich in einem unfassbaren Beifallsgeschrei. Doch damit nicht genug: Reihe für Reihe erhoben sich die Besucher von ihren Plätzen, bis ausnahmslos die ganze Stadthalle stehend und jubelnd ihren Respekt zum Ausdruck brachte.

Und das Duo hatte in der Tat nicht nur eine grandiose Leistung auf die Bühne gezaubert, sondern zudem auch noch etwas Wertvolles gezeigt: Die Musik von Simon & Garfunkel kann selbst in der heutigen schnelllebigen Zeit noch immer wahre Begeisterungsstürme hervorrufen.

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