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Bonstetten

21.03.2018

Mit einem dicken Polster in die Zukunft

Bonstetten hat heuer einen Rekord-Haushalt. (Symbolbild)
Bild: Anne Wall

Bonstetten geht mit einem Rekord-Haushalt und vielen Rücklagen in die Zukunft. Es stehen aber auch große Investitionen an.

Mit einem Rekord-Haushalt mit einem Volumen von mehr als acht Millionen Euro und dickem Rücklagenpolster über dreieinhalb Millionen Euro marschiert die Gemeinde Bonstetten in die Zukunft. Sie wird wohl von großen Investitionen wie etwa der Ortsmitte-Neugestaltung dominiert. Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats konnte Kämmerer Günther Tauber ein seiner Einschätzung nach erfreuliches 157-Seiten-Zahlenwerk vorlegen. Neben erzielten Überschüssen tritt eine ungewöhnlich niedrige Pro-Kopf-Verschuldung hervor, die weit unter dem Landesdurchschnitt liegt.

Bürgermeister Anton Gleich wollte sich nicht nur über eine beeindruckende Darstellung des ausgeglichenen Etats durch den erfahrenen Verwaltungsexperten freuen, sondern auch über die einhellige Abstimmung am Versammlungstisch. „Dass die Grünen nach zehn- bis zwölfmaliger Ablehnung bislang plötzlich zustimmen, überrascht mich schon ein wenig“, gestand der Rathauschef schmunzelnd vor allem an Leo Kränzle gerichtet. Das grüne Ratsmitglied hatte zuvor der Verwaltung und insbesondere Tauber für dessen Arbeit gedankt, nach lobenden Kommentaren zu einzelnen Posten aber bald wieder Wasser in den Wein gemischt. Zwar erwähnte Kränzle die „wirtschaftlich gute Lage der Gemeinde“ sowie etwa den „beachtlichen Überschuss“ von rund 300.000 Euro aus dem 2,7 Millionen Euro starken Verwaltungshaushalt. Dem folgte dann aber eine Liste von Versäumnissen und nicht genutzten Chancen.

Große Ausgaben für Straßen und Neubaugebiet

Dann knöpfte sich Kränzle das Vorgehen bei neuen Baugebieten und vor allem dem geplanten Mehrzweckgebäude im Zentrum vor. Bei Letzterem habe man sich trotz üppiger Staats-Fördermittel vom betreuten und sozialen Wohnen verabschiedet. „Auch beim Bauflächenverkauf wurde überwiegend auf Einfamilienhäuser geachtet, dabei hätte die kleine Gemeinde doch einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung der Wohnungsnot im Landkreis leisten können“, kritisierte Kränzle. Einen neuen Bürgersaal dort lehnte er ab und forderte im Namen der Fraktion abermals die Einführung eines Straßenkatasters als Planungshilfe für den künftigen innerörtlichen Straßenbau.

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Diesen und die darunter verlegte Kanalisation sowie die Erschließung des neuen Baugebiets Steinhalde mit Kosten von mehr als einer Million Euro zählte Tauber mit zu den dicksten Finanzbrocken in den nächsten Jahren. Daher riet er zu einer „sparsamen Linie“. Relativ bescheiden fällt der Startbetrag von 10.000 Euro für die neue interkommunale Holzwinkel-Musikschule aus, für die Vereine wurden 5000 Euro eingestellt. Der Brandschutz ist den Planern 24000 Euro wert, die Beteiligung an der Schulbildung und Betreuung beim Schulverband 115.000 Euro. Für die Obhut der kleinsten Bürger der Kommune stehen stolze 185.000 Euro im Etat.

Diskussionen um Erweiterung des Kindergartens

Ziemlich ausführlich beschäftigten sich die Gemeinderäte neben dem Etat 2018 mit möglichen Um- und Anbauten am bestehenden Kindergarten. „Die hohen Kinderzahlen und der gestiegene Betreuungsbedarf sprechen für eine baldige Erweiterung, da kommen wir nicht herum“, fasste Bürgermeister Gleich seine Ausführungen zur Zukunft des Hauses zusammen. Architekt Alfred Poppe legte Vor- und Nachteile von Vergrößerungsbauten im West- und Ostbereich des langgezogenen Gebäudes dar. Welche Dimension die Veränderungen aufweisen sollen und ob der Bürgersaal dort weichen muss, darüber wurde lange kontrovers debattiert. Petra Zinnert-Fassl (Freie Wähler) plädierte für eine bescheidene Lösung und warnte der dem allgemein grassierenden „Flächenfraß“. Ursula Puschak (CSU) riet zu einer „großzügigen Ausführung“, wie das vor kurzem ein Experte des Landratsamts empfohlen hatte. „Unsere Kinder müssen uns das wert sein.“ Das Thema wurde vertagt.

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