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Landkreis Augsburg

05.01.2019

Mit voller Fahrt ins Winterwunderland

Ganz klar: Henrik und Hannes gefällt der Neuschnee, auf dem sie mit Bobs den Hügel am Nervenheil in Leitershofen hinunter sausen können.
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Ganz klar: Henrik und Hannes gefällt der Neuschnee, auf dem sie mit Bobs den Hügel am Nervenheil in Leitershofen hinunter sausen können.
Bild: Andreas Lode

Die einen haben ihren Spaß am Neuschnee. Andere bremst er aus. Wie sich das Augsburger Land auf den Schnee einstellt. 

Für die einen ist es ein Traum, für die anderen ein Graus. Bis zu 20 Zentimeter kann es am Wochenende im Augsburger Land schneien. Wer vom plötzlichen Wintereinbruch profitiert und wem er Ärger bereitet:

  • Sie freuen sich: Für die Landwirte ist der Schnee ein Segen. Denn nach dem trockenen Jahr fehlt es den Böden an Feuchtigkeit, sagt Martin Mayr, Kreisobmann des Bauernverbandes. Zwar müssten die Landwirte ihre Silos abdecken, damit das Futter für die Tiere nicht feucht wird. Aber Schnee und Regen seien gut für den Boden. Für Rudolf Erdle aus Dinkelscherben kann es gar nicht genug schneien. Er bietet neben Kutsch- auch Schlittenfahrten an. Doch um sich von Pferden durch den Schnee ziehen zu lassen, braucht es mindestens zehn Zentimeter Schnee, so Erdle. Außerdem müsse der Boden gefroren sein. Am Wochenende kommen seine Schlitten deshalb wohl noch nicht zum Einsatz. Dafür die Spezialfahrzeuge von Stefan Jäger vom Abschleppdienst in Gersthofen. Er sagt: „Sicherlich erhöht sich jetzt die Auftragslage.“ Er rechnet jedes Jahr mit einem Wetterumschwung und ist vorbereitet.
  • Sie verkriechen sich: Für die meisten Tiere ist der plötzliche Schnee kein Problem. Denn sie sind von Natur aus auf den Winter eingestellt. Einige Vogelarten wie der Star oder die Feldlerche ergreifen rechtzeitig die Flucht in wärmere Gebiete, weiß Hermann Stickroth vom Landesbund für Vogelschutz. Der Eichelhäher versteckt Nüsse und Eicheln, um über den Winter zu kommen. Andere Tiere wie das Eichhörnchen oder der Dachs halten Winterruhe. Das heißt: Sie schlafen viel und gehen nur ab und an auf Nahrungssuche. Echte Winterschläfer wie Haselmäuse oder Siebenschläfer wachen erst wieder auf, wenn es wärmer ist. 
  • Sie sind gerüstet: Der Winterdienst der Straßenmeisterei in Gersthofen ist seit Freitag rund um die Uhr im Einsatz. 25 Fahrzeuge und noch mehr Mitarbeiter halten die 580 Kilometer Bundes- und Staatsstraßen in den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg schnee- und eisfrei. Auch die neue Sole-Technik kommt zum Einsatz. Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart hatte sie Ende November in Gersthofen vorgestellt. Die Staatsbauverwaltung war es, die zusammen mit Maschinenherstellern die Technik weiter entwickelt hat. Während früher die Sole meistens nur breitflächig über Düsen gespritzt wurde, können heute die Streuteller am Heck der Fahrzeuge genutzt werden und damit auch schmälere Straßen sicher machen.

    „Sole wird nur präventiv ausgebracht“

    Sole macht allerdings keinen Sinn, wenn nasser Schnee schon auf der Straße liegt, erklärt Konrad Schneller von der Straßenmeisterei. „Sole wird nur präventiv ausgebracht“, sagt Martin Schulz vom Autobahnbetreiber Pansuevia. Acht Fahrzeuge sind im Schichtdienst zwischen Ulm und Augsburg unterwegs – trotzdem könne es je nach Schneefall vorkommen, dass streckenweise Schnee auf der A 8 liegt. Schulz bittet Autofahrer, ihre Geschwindigkeit den Verhältnissen anzupassen.

Nach einer Prognose könnten im Raum Augsburg bis zu 20 Zentimeter Schnee fallen. Konrad Schneller von der Gersthofer Straßenmeisterei hofft, dass am Samstagmittag die Temperaturen steigen und der Schnee in Regen übergeht. „Damit könnte sich die Situation entspannen.“ Sein Kollege Schulz, der den Betriebsdienst der Pansuevia leitet, hält sich sich mit Prognosen zurück. Er sagt: „Da sollte man vorsichtig sein.“

  • Sie ärgern sich: Die Buden des Gersthofer Weihnachtsmarktes sollten bereits abgebaut sein. Doch das Wetter hat Stefan Springer vom Schaustellerverband einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit einem Besen muss er die Buden vom Schnee befreien. „Der Winter hätte ruhig noch ein paar Tage auf sich warten lassen können“, sagt er. Der Abbau der Buden verzögere sich noch bis Dienstag. Bei den eisigen Temperaturen geht die Arbeit langsamer voran und die Hütten können nicht weggefahren werden. Denn das Salz auf der Straße könnte das Holz beschädigen.

    Bahn warnte bereits am Donnerstag vor Verspätungen

    Er ist nicht der einzige, der sich über den Schnee ärgert. Auch Bahnfahrer müssen damit rechnen, in der Kälte zu stehen. Die Bahn warnte bereits am Donnerstag vor Verspätungen und Zugausfällen. Errol Yazgac von der ProBahn-Bezirksgruppe Schwaben rät Reisenden, sich auf der Internetseite der Bahn über Zugverbindungen zu informieren oder direkt bei der Bahnauskunft anzurufen. „Reisende sollten auch überlegen, ob eine Fahrt unbedingt nötig ist“, sagt Yazgac.
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