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Gersthofen/München

03.05.2010

Mobiler Postservice: Filiale auf vier Rädern

Wenn Johann Meier frühmorgens in Gersthofen seine Zustelltour beginnt, ist sein Auto bis oben hin mit Briefen und Paketen gefüllt. Im Gepäck hat er die gesamte Post für die Gemeinden Hirblingen, Edenbergen und Rettenbergen. Kehrt er nach rund fünf Stunden von seiner Tour zurück, ist sein Auto nicht viel leerer geworden. Unterwegs hat der Zusteller nicht nur Post an den Mann bzw. die Frau gebracht, sondern auch die zu versendenden Briefe und Päckchen seiner Kunden entgegengenommen.

"Stimmt! Ich bin ein MoPS", sagt Johann Meier. "Mit meinem Gewicht hat das aber nichts zu tun", fügt der sympathische Zusteller lachend hinzu. MoPS ist eine Abkürzung und steht für Mobiler Postservice. Gemeint ist damit das Angebot der Deutschen Post für ländlichere Gebiete, in denen es nur wenige Postfilialen gibt. Dort haben die Postler als fahrende Filialen Briefmarken im Gepäck und nehmen auch frankierte Briefe, Pakete und Rücksendeaufträge mit. Und woher weiß der Zusteller, dass ein Kunde den Service in Anspruch nehmen will? "Ganz einfach", erklärt Johann Meier. "Wenn ein Kunde bei mir eine Briefmarke kaufen oder mir ein Paket mitgeben will, hängt er zum Beispiel einen Zettel an seinen Briefkasten: ,Postler, bitte klingeln'." Oder er benutzt die von der Post verteilten Anforderungskarten, mit denen er den Zusteller für den nächsten Tag an die Haustür bestellen kann. Dann wissen Johann Meier und seine Kolleginnen und Kollegen vom MoPS, dass der Kunde ihnen eine Sendung mitgeben möchte. Der spart sich so nicht nur den Weg zum Briefmarkenautomaten und Briefkasten, sondern bekommt noch eine kompetente Beratung an der Haustüre. "Oft sind sich die Kunden mit dem Porto nicht sicher", weiß Johann Meier. Ist mein Brief für eine Standardsendung schon zu schwer und kostet damit einen Aufpreis? Welche Marke muss ich auf einen Brief ins Ausland kleben? In solchen Fällen stehen die MoPS-Zusteller mit Rat und Tat zur Seite. Vor allem ältere Kunden nehmen diese Beratung gerne in Anspruch.

Vor gut 30 Jahren hat Johann Meier bei der Deutschen Post angefangen, jetzt ist er Regelzusteller. Damit er seine Tour rechtzeitig schafft, muss er die Briefkästen von über 600 Einwohnern und unzähligen Geschäftsadressen kennen. "Wenn ein Kunde ein großes Paket verschicken möchte, fahre ich auch nach meiner Zustelltour bei ihm vorbei. Dann habe ich mehr Platz in meinem Auto und bringe selbst Sperriges problemlos unter."

Der enge Kontakt zu seinen Kunden schafft Vertrauen. Das ist wichtig für den Mobilen Postservice. Vor allem dann, wenn der Empfänger eines Päckchens nicht zu Hause ist, wenn Johann Meier während seiner Tour bei ihm vorbeikommt. Der MoPS hat dafür eine einfache Lösung: den Garagen-Ablage-Vertrag.

In diesem erlaubt der Kunde per Unterschrift, dass seine Pakete an einem zuvor vereinbarten Platz abgelegt werden dürfen, wenn er nicht da ist. "Das kann die Garage sein oder ein von der Straße nicht einsehbares Plätzchen im Garten", verrät der Zusteller. "Ich kenne daher die ganz geheimen Ecken in meinem Zustellbezirk", fügt er schmunzelnd hinzu. Der Garagen-Ablage-Vertrag hat Vorteile für beide: Die Kunden bekommen ihre Sendung auch geliefert, wenn sie berufstätig und tagsüber nicht zu Hause sind. Und Johann Meier muss das Paket nicht wieder mitnehmen. Den freien Platz im Auto kann er für den nächsten Kunden, der den MoPS nutzen möchte, gut gebrauchen. (AL/jma)

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