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17.11.2017

Mordlustiger Frühschoppen mit viel Humor

Andreas Schröfl las in Adelsried aus seinem neuen Krimi.
Bild: Michaela Krämer

Andreas Schröfl liest in Adelsried aus seinem neuen Krimi

Köstlich amüsiert haben sich die vielen Gäste am Sonntagvormittag bei der unterhaltsamen Lesung im Bürgersaal Adelsried. In „Schlachtsaison“, dem aktuellen Krimi von Andreas Schröfl, gab es nicht nur Hochspannung, sondern auch viel zu schmunzeln. Die Geschichte ist eine Kombination aus Kriminalfall und bayerischem Humor des schrulligen Ex-Polizisten Sanktus. „Ernste Krimis gibt’s genug“, sagte der Autor in Adelsried. „Lesungen, bei denen es menschelt, sind lebendiger.“ Und wie es menschelte! Seine Geschichten, die der gebürtige Münchner zwischen der Lesung immer wieder zum Besten gab, waren urkomisch.

Andreas Schröfl ist nicht nur Autor, er beherrscht auch die heitere Darstellung seiner Krimifiguren. Sein Münchner Dialekt kommt ihm dabei sehr entgegen. Viele Passagen in unterschiedlichen Mundarten – ein bisschen „Sächseln“ und „Fränkeln“ und auch das Wienerische – machten die Lesung zu einem vergnüglichen Frühschoppen. Kurzweilig, humorvoll und sehr lebendig nahm Schröpfl das Publikum von der ersten Minute an mit. Und weil’s neben komischen Begebenheiten auch noch um einen Krimi geht, war es nicht verwunderlich, dass bei Wurst, Käse und Kaffee auch noch ein Mord geschah.

Musikalisch umrahmt wurde die Lesung von der elfjährigen Selina Mendlik mit ihrem Musiklehrer Thomas Kaiser auf dem Akkordeon.

Die Lesung begann mit ein paar Hintergrundinformationen zu Jack the Ripper. „Es soll niemand blöder nach Hause gehen, als er gekommen ist“, sagte Schröfl, der, Wikipedia sei Dank, einiges über die Morde in London im Herbst des Jahres 1888 erfahren konnte. Aber zurück zur „Schlachtsaison“: Während der Faschingszeit werden Frauen nach dem Muster von Jack the Ripper umgebracht. Als auch Susi, die Freundin von Sanktus’ Schwester Anna, dem Verbrecher zum Opfer fällt, bittet Anna ihren Bruder Alfred Sanktjohanser (so lautet nämlich der richtige Name von Sanktus), in diesem Fall zu ermitteln. Die Suche nach dem Mörder beginnt. Gemeinsam mit seinem Spezl, dem Kommissar „Bichä“ Bichlmaier, macht sich Sanktus daran, den Mörder zu finden. Dabei kommt auch das Private nicht zu kurz: Denn Sanktus (Bierbrauer, Ex-Polizist, Schankkellner und derzeit Stadtführer in München) ist werdender Vater und muss um des lieben Friedens Willen einen Geburtsvorbereitungskurs über sich ergehen lassen. Na bravo! Ausgerechnet jetzt geschieht ein Mord, wo er doch Vater wird.

Mit seinem „Sanktus“ hat Andreas Schröfl einen echten Typen geschaffen. Ob Sanktus gedenkt, als Schnüffler aufzuhören? Immerhin hat bereits in „Brauerehre“, „Altherrenjagd“ und jetzt mit „Schlachtsaison“ erfolgreich ermittelt. Nein, untätig herumsitzen will Sanktus auch in Zukunft nicht, betont der 42-jährige Autor und verrät auch gleich, dass es einen vierten Roman geben wird: „Hopfenkiller“ soll im April 2018 erscheinen. Und der fleißige Autor plant bereits den fünften Band. (kräm)

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