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Geschichte

14.11.2011

Mozarts ältester bekannter Vorfahre ist ein Leitershofer

In der westlichen Landkreis Augsburgs sind über 600 Namensträger nachweisbar

Stadtbergen-Leitershofen Mit Fug und Recht kann man feststellen, dass – geographisch und genealogisch gesehen – in Leitershofen die Mozart´sche Erfolgsgeschichte beginnt, die dann direkt zum weltberühmten Amade´ führt. Oder andersrum: Ohne Leitershofen gäbe es den Wolfgang Amadeus gar nicht. Neben den sich als Mozartstädte schmückenden Augsburg, Salzburg und Wien sollte deshalb das nunmehr zu Stadtbergen gehörende Leitershofen nicht vergessen werden.

Der älteste uns bekannte Vorfahre der väterlichen Linie des Wolfgang Amadeus ist nämlich der zwischen 1504 und 1569 in Leitershofen lebende Hans Mozart. 1515 erwarb dieser eine dem Augsburger Klos-ter St. Georg zinspflichtige Sölde; ein kleines landwirtschaftliches Anwesen, von dem aus er als Zimmermann tätig war und das dann von seinem Sohn Leonhard bzw. von dessen Nachkommen übernommen wurde. Einer der Söhne des Leonhard war Peter Mozart. Dessen Sohn David verließ aus beruflichen Gründen 1608 Leitershofen, übersiedelte ins damals noch selbstständige Pfersee und ließ sich dann 1635 in Augs-burg nieder. Hier versprach er sich –er war Bauhandwerker – ein besseres berufliches Fortkommen.

Doch woher kam der 1504 in Leitershofen zugewanderte „Stammvater“ Hans Mozart? Des Rätsels Lösung: In den über ihn und seine Nachkommen vorliegenden pfarramtlichen Dokumenten wurde immer wieder der Beiname „der Heimberger“ verwendet. Lange rätselten die Musikhistoriker über diesen urkundlichen Zusatz. Zwischenzeitlich sind sich aber die Experten, der renommierte Musikwissenschaftler Ernst Fritz Schmid, der frühere Augsburger Mozartforscher und Verkehrsdirektor Ludwig Wegele und der im Augsburger Stadtarchiv tätige Mozartkenner Josef Mancal, einig: Die frühesten Wurzeln der Mozarts liegen in dem heute zu Fischach gehörenden Weiler Heimberg. Dies ist auch naheliegend. Insgesamt sind gleich mehr als 600 Mozarts in den Stauden oder in deren näheren Umgebung urkundlich nachweisbar. Wobei – so genau nahm man es nicht – aus einem Mozart schnell ein Mozet, Nozar oder ähnliches werden konnte.

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Keine Dokumente über die Zeit vor Leitershofen

Auffallend dabei ist die Häufung der Namen rund um Fischach sowie in Verbindung mit Kloster Oberschönenfeld. Alle dieser Mozarts haben ihren Stammsitz im kleinen Flecken Heimberg. Und einen dieser Heimberger – den erwähnten Hans Mozart – zog es also 1504 nach Leitershofen. Urkunden über die „Vor-Leitershofer-Zeit“ gibt es leider nicht. Oder umgekehrt: Gott sei Dank waren die Leitershofer recht sorgfältig bei den Beurkundungen, so dass der Amade´sche Stammbaum wenigstens ab 1504 exakt rekonstruierbar ist.

Die Mozartsölde im Besitz der Nachkommen

Erfreulich ist, dass man in Stadtbergen recht pfleglich mit dem Leitershofer Mozarterbe umgeht. So hat der Gymnasialpädagoge und frühere Stadtberger Gemeinderat Kurt Eichenseher in der Stadtberger Geschichtschronik die Leitershofer Mozartzeit dargestellt und die Leitershofer Familien Seitz – direkte Nachkommen des genannten Hans Mozart – sind heute noch Besitzer der ehemaligen und 1897 neu gebauten Mozartsölde an der Weidenstraße.

Das Vorgängeranwesen war früher einmal im Besitz des genannten Peter Mozart, des Enkels von Stammvater Hans Mozart, der vielleicht auch hier seinen Wohnsitz hatte. Am Hause erinnert eine Gedenktafel an ihn und damit an den Leitershofer Ursprung. Und wissen Sie das? Die spannende Leitershofer Mozart-Story findet erst 1965 ihren personellen Abschluss mit dem Tode von Caroline Jakobine Grau, geborene Mozart, die in Augsburg kinderlos verstarb.

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