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Gersthofen

15.10.2014

Müllkraftwerk läuft Tag und Nacht

Betrieb auch bei Nacht: In einem eigenen Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk wird im Industriepark Gersthofen Energie erzeugt. Der Bauausschuss stimmte nun einer Erweiterung der Kapazität zu. Damit ist das Kraftwerk wie ursprünglich geplant voll ausgelastet.

Gersthofer Bauausschuss stimmt Kapazitätserweiterung der Anlage im Industriepark zu

Mitte 2009 wurde das Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk im Industriepark Gersthofen in Betrieb genommen – jetzt geht es seinem endgültigen Ausbau entgegen. Gegen eine Stimme hat der Bauausschuss einem Antrag des Industrieparks zugestimmt.

Gegen das Heizkraftwerk gab es im Vorfeld Anwohnerproteste. „Seit es in Betrieb ist, haben diese aber aufgehört“, so Stadtbaumeister Thomas Berger. Nun soll die Feuerungswärmeleistung von 35 auf 40 Megawatt erhöht werden. Zudem soll die stündliche Menge an Heizmaterial von 11,6 auf 13,1 Tonnen erhöht werden – die Jahresmenge von 92500 auf 105000 Tonnen steigen. „Durch die größere Brennmenge erhöht sich die Anlieferung auf 25 Lastwagen pro Tag bei gleichbleibenden Anlieferzeiten zwischen 6 und 22 Uhr“, so Berger. Bislang sind es nach Angaben von Unternehmenssprecherin Ingrid Knöpfle täglich etwa 20 bis 22 Lastwagen.

Sie betont, dass mit dem jetzigen Ausbau nur die von Anfang an ins Auge gefasste Endkapazität des Kraftwerks erreicht werde. In Gersthofen antransportiert wird aufbereiteter und sortierter Haus- und Gewerbemüll. „Das Material stammt aus einem Umkreis von etwa 100 Kilometern – nicht etwa aus Neapel – und wird von einem speziellen Unternehmen für uns aufbereitet und ist mit dem Gelben Sack nicht zu vergleichen“, so Ingrid Knöpfle weiter.

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Die in Gersthofen ansässigen Unternehmen dürften ihre eigenen Reste nicht in dem Kraftwerk verbrennen. „Das Material muss unter Einhaltung der strengsten Auflagen, die es weltweit gibt, über zertifizierte Lieferanten kommen – das wird auch laufend kontrolliert.“ Sie räumt ein, dass es im Augenblick noch Zuzahlungen für die Verwendung dieser Stoffe gebe. „Aber das ist im Vergleich zu früher auch schon weniger geworden“, sagt die Unternehmenssprecherin.

Das Kraftwerk sei eingerichtet worden, „um den Unternehmen die bei uns viel Dampf brauchen, diesen verhältnismäßig preisgünstig zur Verfügung zu stellen“, sagt die Sprecherin. „dass wir dabei auch ein wenig verdienen wollen, das versteht sich von selbst.“

Die Zahl der Lastwagen für die Anlieferung der Brennstoffe brachte Albert Heckl (W.I.R.) auf den Plan. „Diese Lastwagen bringen eine zusätzliche Belastung für die Stiftersiedlung – der Industriepark betreibt hier eine Salamitaktik“, betonte er – selbst Anwohner dort. Weil derzeit schon rund 22 Lieferungen kommen, fielen die zusätzlichen drei nicht massiv ins Gewicht, so die Auffassung der Gersthofer Bauverwaltung. Daher fielen die zusätzlichen drei Autos nicht wesentlich ins Gewicht.

Albert Kaps (Pro Gersthofen) verwies darauf, dass beim ersten Genehmigungsantrag für das Kraftwerk bereits von „bis zu 25 Lastwagen am Tag“ für den Anlieferverkehr gesprochen worden sei.

Skeptisch gegenüber der Vergrößerungen der Kapazitäten im Heizkraftwerk, war auch Peter Schönfelder (SPD): „Ich habe den Verdacht, die verdienen Geld mit dem Verbrennen von Müll.“ Bürgermeister Michael Wörle hielt die Ausschussmitglieder an: „Wir müssen differenzieren zwischen den Unternehmen auf dem IGS-Areal und dem Betreiber des Industrieparks.“

Bernhard Happacher (FW) der beim Tag der offenen Tür im Industriepark Gersthofen mit dem IGS-Geschäftsführer Heinz Mergel über das Kraftwerk gesprochen hatte, sagte: „Würde jetzt noch eine Vergrößerung erforderlich, dann ginge das nur mit ganz großen Umbaumaßnahmen – und diese hat Herr Mergel kategorisch verneint.“

Gegen die Stimme von Albert Heckl sprach sich eine Mehrheit des Bauausschusses für die Erweiterung der Kraftwerkskapazitäten aus.

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