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Konzert

11.12.2019

Musikverein steht geschlossen hinter seinem Dirigenten

Die Jugendkapelle des Musikvereins Fischach stellt unter Dirigent Christoph Egge ihr Leistungsvermögen und ihre Musikalität unter Beweis.
Bild: Karen Luible

Beim Jahreskonzert in Fischach zeigen die Schüler- und die Jugendkapelle eine souveräne Leistung. Und das große Blasorchester beweist erneut, wie sehr sich der Dirigent auf seine Musiker verlassen kann

Das große Jahreskonzert des Musikvereins Fischach war der Höhepunkt im Advent. Obwohl auch an diesem Wochenende zahlreiche Veranstaltungen die Aufmerksamkeit auf sich zogen, konnte Vorsitzender Maximilian Werner doch viele Zuhörer begrüßen.

Bereits die Schülerkapelle unter ihrer Dirigentin Alina Leutenmayr zeigte, dass auch die jüngsten Bläser den Abend energiegeladen eröffnen können. Erstaunlich starke und sichere Schlagwerker ließen gleich zu Beginn in „To Reach the Summit“ (Michael Oare) aufhorchen. Lisa Völk gab in diesem Teil kurze Einführungen. „Counting Stars“ (Ryan Tedder), flott und präzise gespielt, meisterte der Nachwuchs souverän. Wie gut sie aufeinander hören und wie sauber auch langsame Stellen gelingen, bewiesen die Jüngsten bei „Colors of the Wind“ (Alan Menken). „Perfection“ aus dem Soundtrack von „Smallfoot“ schließlich riss das Publikum mit. Füße wippten im Klatschrhythmus und wie schon zu Beginn beeindruckten die Schlagwerker.

Zu welcher Leistung eine veritable Jugendkapelle in der Lage ist, stellte das zweite Orchester unter Beweis. Beatrice Pöllmann übernahm die Conference und Christoph Egge die Stabführung. Er interpretierte bekannte Melodien mit temperamentvollen wie auch ruhigen Passagen. Nach dem Vorbild von Johann Pachelbel schrieb André Waignein seinen „Classical Canon“. In den vier Reisezielen von „Gulliver’s Travels“ (Bert Appermont) zeigten die Musiker ihre Fähigkeit für filigrane Töne und galoppierende Rhythmen.

Musikverein steht geschlossen hinter seinem Dirigenten

Und dann nahm das Große Blasorchester Platz. Bob Sibich hob den Taktstock und „Flashing Winds“ (Jan Van der Roost) jagte kraftvoll mit starkem Klang durch die Halle. Mystisch begannen die Hörner, gedämpfte Trompeten gesellten sich in „Fantasy Tales“ (Piet Swerts) dazu. Einen der Höhepunkte des Abends stellte sicherlich die „Polonaise for Piccolo“ (Trevor Ford) dar. Hoch konzentriert, sicher in Tempo, Rhythmus und Klangformung zeigte sich die Solistin Katharina Werner.

Sichtlich zufrieden blieb dem Dirigenten nach dieser Leistung nur, mit den Zuhörern begeistert zu applaudieren. Nach diesem aufregenden Part entfaltete das Orchester seine ganze Kraft und seinen mitreißenden Schwung in dem Marsch „Jubelklänge“ (Ernst Uebel). Von so viel Begeisterung angesteckt, unterdrückten die Zuhörer nur mühsam den Drang mitzupfeifen und mitzuklatschen.

Bei „The Wind in the Willows“ (Johan de Meij) bewiesen die Fischacher auch auf diesem Gebiet ihr Geschick und ihren Humor. Posaunen „quakten“ mit Dämpfern, so wie es nur Posaunen können, bewegten sich in gemessenem Tempo, das aber zusehends chaotisch wirkende Fahrt aufnahm. Selbst nach einem Unfall mit einem scheppernden Glas quakte es weiter, was dem Publikum ein Lachen ins Gesicht zauberte.

Als weihnachtliche Zugabe legte Bob Sibich „Nacht weerds“, ein ganz besonders beeindruckendes Arrangement von „Es wird scho glei dumpa“ auf. Vom Hallenende erklangen Trompeten korrespondierend zum Orchester mit leisesten Bassklängen. Und hier zeigte sich erneut, wie sehr sich der Dirigent auch am Ende eines sicherlich kraftraubenden Konzerts auf seine Musiker verlassen konnte.

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