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Stadtbergen

25.11.2015

Muslime setzen ein Zeichen für  den Frieden

Naseer Ahmad von der „Ahmadiyya Muslim Jamaat“- Gemeinde, die Flüchtlingshelferin Marlene Schenck und der Stadtberger Bürgermeister Paulus Metz (von links) pflanzen einen Baum als Zeichen des Friedens.

Vertreter der „Ahmadiyya Muslim Jamaat“-Gemeinde pflanzen in der Stadtberger Parkschule einen Baum als Zeichen der Solidarität zwischen den Religionen

Einen passenderen Zeitpunkt hätten die Vertreter der muslimischen Glaubensgemeinschaft „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ nicht finden können. Knapp zwei Wochen nach den Terroranschlägen in Paris setzten sie ein Zeichen für ein friedvolles Miteinander zwischen den Religionsgemeinschaften: Die Muslime pflanzten gemeinsam mit dem Stadtberger Bürgermeister Paul Metz vor der Parkschule einen Feldahorn.

Safiq Nasir, ein Mitglied der muslimischen Gemeinde, erklärt: „Der Baum soll als Zeichen für Frieden, Freundschaft und Harmonie stehen.“ Deshalb stehe die Baumpflanzung unter dem Motto „Liebe für alle, Hass für keinen.“ Die muslimische Glaubensgemeinschaft gibt es seit 1889 und wurde in Indien gegründet. Deutschlandweit hat die Gemeinde rund 35000 Anhänger. In Augsburg sind sie seit 75 Jahren vertreten und haben rund 150 Mitglieder. „Ab Januar bauen wir eine Moschee in Oberhausen in der Donauwörther Straße, in der 150 Muslime einen Ort zum beten finden“, erzählt der Augsburger Unterorganisation Vorsitzende Naseer Ahmad stolz. Nisar Mehmood Malik, der Vorsitzende für Bayern, erklärt, dass „die Gemeinschaft die ursprünglichen Werte des Islams vertritt“. Dazu gehören absolute Gerechtigkeit, Gleichwertigkeit von Frau und Mann, Trennung von Religion und Staat und vor allem die Beendigung gewalttätiger Aktionen im Namen der Religion.

Das Gemeindemitglied Safiq Nasir stellt fest: „Wir verurteilen die Attentate in Paris zu tiefst. Der Islam rechtfertigt keine Morde. Die Taten sind vollkommen konträr zu den Aussagen des Korans.“ Auch Paulus Metz (CSU) ist davon überzeugt, dass die Attentate jeglichem Gottesbild oder Menschenbild widersprechen. Er sieht die Baumpflanzung als ein wichtiges Zeichen der Gemeinschaft: „Es ist ein Zeichen dafür, die Integration zu leben und gemeinsam einen Weg in Frieden zu gehen.“ Besonders, da der Baum vor einer Schule – einem Ort der Gemeinschaft – gepflanzt worden ist. Peter Niggl, der stellvertretende Bauhofleiter, freut sich über die Aktion: „Hier sind viele Schüler mit Migrationshintergrund, deshalb finde ich es toll, dass der Baum gerade hier gepflanzt wurde.“ Der Feld-ahorn ist sieben Jahre alt und wird einmal stattliche fünfzehn Meter hoch werden.

Muslime setzen ein Zeichen für  den Frieden

Begeistert zeigt sich auch die Stadtbergerin Marlene Schenck, die sich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert. Die pensionierte Deutschlehrerin, die kostenlose Deutschkurse für Flüchtlinge anbietet, ist sich sicher: „Wenn die Menschen Allah und seinen Willen kennen würden, dann würden sie so etwas wie in Paris nicht machen.“ Für sie sei es nun besonders wichtig, in dieser schweren Zeit zusammen zu halten und sich gegenseitig zu respektieren.

Neben dem Feldahorn wurde außerdem ein Apfelbaum auf der öffentlichen Streuobstwiese in Stadtbergen gepflanzt. „Die Wiese ist für alle frei zugänglich. Die Bürger können also die Früchte unserer gemeinsamem Arbeit ernten“, sagt Bürgermeister Metz.

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