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Abenteuer Mama

20.05.2019

Muttertag: Bitte nichts Selbstgebasteltes!

Ein Blumenstrauß zum Muttertag ist stest ein willkommenes Geschenk.
Bild: Ulrike Knoefeldt, Bezirk Schwaben

Als ich neulich durch Prospekte blätterte, sah ich Werbung für den Muttertag. Ich holte meinen Kleinen dazu.

Guck, sage ich und deutete auf die bunten Bilder, Blumen, Schokolade, Torte! Aufmerksam verfolgte er, was Mama ihm anpries. Merk dir das gut, raunte ich ihm zu.

Es mag ja nett gemeint sein, wenn die lieben Kleinen irgendwann mal kapieren, was Muttertag ist und dass Mama da wohl etwas erwartet und sie anschließend liebevoll gebastelte Geschenke überreichen. Ja, das mag nett gemeint sein, aber ich will das nicht. Mag sein, dass das was ganz Persönliches ist. Mag sein, dass das mit viel Liebe erstellt wurde. Aber ganz sicher ist es vor allem eins: hässlich. Es hat schon seinen guten Grund, warum es das, was Kinder einem geben, nirgendwo zu kaufen gibt. Niemand will für so was Geld ausgeben. Zugegeben, es mag talentierte Kinder geben, die was einigermaßen Vernünftiges zustande bringen. Ich fürchte jedoch, dass mein Kleiner Mamas Basteltalent geerbt hat.

Für den Fall weiß ich schon, wie seine Geschenke aussehen werden. Der Kleber ist überall, nur nicht dort, wo er sein soll. Das Geschenk ist krummbucklig, asymmetrisch und ästhetisch völlig inakzeptabel.

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Einiges aufgehoben, anderes weggetan

Was hat meine Mutter eigentlich mit all dem Kram von mir gemacht? „Einiges habe ich aufgehoben und dann irgendwann weggetan“, sagte sie mir unverblümt. Ich verstehe sie. „Wenn man das alles aufhebt, braucht man dafür einen eigenen Schrank“, schiebt sie erklärend hinterher.

Ich verstehe sie wieder. Bei drei Kindern kommt einiges zusammen. „Aber es waren ganz liebe, süße Geschenke“, bekräftigt sie. Puh, als Mutter ist man echt leidensfähig, wenn man das, was ich zustande brachte, als „lieb“ und „süß“ beschreibt.

Ich setze auf frühkindliche Prägung

Ich habe einen Plan: Ich setze auf frühkindliche Prägung. Sobald er das Prinzip des Einkaufens verstanden hat – also Geld geben, dann Ware einpacken – darf er Mama was Schönes kaufen. Blumen, Schokolade oder was-auch-immer – da bin ich nicht wählerisch. Gerne drücke ich ihm auch selbst das Geld in die Hand. Ich bin mir sicher, er wird das Spielchen mitmachen.

Und was bekam ich nun zum Muttertag? Einen kleinen Rosenstock, den mir mein Kleiner mit strahlendem Blick überreichte.

Ich schmolz dahin. Mein Mann weiß, was sich gehört. So mag ich das.

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27.05.2019

Was für ein Armutszeugnis. Ob die Autorin sich wohl in fünfzehn Jahren traut, ihrem Kind diesen Artikel zu zeigen? Jedenfalls braucht sie sich nicht zu beschweren, wenn sie vielleicht einmal als stolze Oma von ihrem Enkel einen Apotheken-Gutschein als Geschenk bekommt.

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