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24.06.2009

NPD-Aktivist prügelt Rep-Chef mit der Leiter

Aichach Das war Wahlkampf im Wortsinn: Der Kissinger "Leiterschlag" tat nicht nur dem Opfer weh - er war auch ein rechtes Politikum im Vorfeld der Landtagswahl 2008. Das lag an der politischen Gesinnung der Beteiligten: Am Geschlagenen (Johann Gärtner, Landeschef der Republikaner) und am "Schläger" (NPD-Plakatierer). Gestern wurde Letzterer (38) vor dem Aichacher Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von zehn Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, und 160 Sozialstunden verurteilt.

Der Vorfall Anfang September (wir berichteten) sorgte für bundesweite Reaktionen in der rechten und linken Szene und auf Internetforen. Der Hintergrund: Die Republikaner bemühen sich seit Jahren, sich ein gemäßigteres Image als "rechtskonservative, sozialpatriotische" Partei zuzulegen. Gärtner, seit 19 Jahren Kreisrat in Aichach-Friedberg, Landeschef und Bundes-Vize, betont seit Langem die Abgrenzung zur rechtsextremen NPD.

Diese politischen Nebengeräusche spielten vor Gericht aber keine Rolle. Der Angeklagte soll mit einem Parteifreund NPD-Plakate auf eine Privat-Laterne am Parkplatz vor Gärtners Firma in Kissing geklebt haben. Der Republikaner-Chef (58) stellte das Duo zur Rede.

Er sei als "alte Judensau" tituliert worden, sagte Gärtner aus. Weil unklar blieb, wer von den Plakatierern das gesagt haben soll, wurde dieser Anklagepunkt eingestellt. Anders bei der Körperverletzung: Hier glaubte Amtsrichterin Nadine Grimm der Aussage Gärtners. Er habe einen Platzverweis ausgesprochen und sei daraufhin mit der Leiter geschlagen worden, so Gärtner.

NPD-Aktivist prügelt Rep-Chef mit der Leiter

Der Angeklagte, Ein-Euro-Jobber in Augsburg und vorbestraft, wies die Vorwürfe zurück. Er habe Gärtner nicht beleidigt. Wenn, dann habe er den Republikaner bei einer Drehung "versehentlich" mit der Leiter verletzt. Sein Mitplakatierer und Ex-Nationaldemokrat ("damit habe ich komplett abgeschlossen") ging zunächst noch weiter: "Ich kann das alles definitiv ausschließen."

Keine Beleidigung, kein Schlag - dann lüge einer der Beteiligten, folgerte Richterin Grimm. Sie erinnerte den 25-Jährigen an die Folgen einer Falschaussage. Was den Zeugen dazu bewog, sich "nicht mehr genau erinnern" zu können.

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