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Circus Krone

04.03.2020

Nach Absage der Stadt Augsburg: Circus Krone spielt in Gersthofen

Der Circus Krone durfte nicht auf dem Plärrergelände in Augsburg Halt machen, in Gersthofen wurde er "mit offenen Armen empfangen".
Bild: Marcus Merk

Plus Weil der Circus Krone seine Zelte nicht auf dem Augsburger Plärrer aufschlagen durfte, macht er nun vor der Stadtgrenze Halt. Das ist aber wohl eine einmalige Sache.

Einen Zirkus kann man nicht überall machen. Schon gar nicht den laut eigenen Angaben größten Zirkus der Welt: „Wir brauchen eine Menge Platz, mindestens einen Wasseranschluss und am besten auch noch Strom“, zählt Harald Ortlepp, der Tourplaner des Circus Krone, die Bedürfnisse auf. Alleine das Zelt misst 46 mal 68 Meter und hat 2800 Sitzplätze. Auch der Festplatz in Gersthofen ist da eigentlich zu klein: „Wir mussten den Aufbau mit dem Schuhanzieher vornehmen“, meint Ortlepp. Und eigentlich wollte man die Zirkuszelte ja auch lieber ein paar Kilometer in Augsburg aufstellen - doch die Stadt winkte ab.

Circus Krone darf nicht auf dem Augsburger Plärrer Halt machen

Der europaweit bekannte Münchner Zirkus spielt vom 10. bis zum 15. März erstmals auf dem Festplatz in Gersthofen. Das Gastspiel ist der Auftakt zu einer deutschlandweiten Tour. Der Halt in Gersthofen war eigentlich nicht vorgesehen. Sonst findet das schwäbische Gastspiel in Augsburg statt: „Man möchte es da einfach nicht“, bedauert Ortlepp. Eigentlich habe man auf dem kleinen Exerzierplatz, wo auch der Plärrer stattfindet, spielen wollen. Das Tiefbauamt habe aber abgewinkt. Man habe gesagt bekommen, dass es dort einen Verdacht auf Munitionsfund aus dem Zweiten Weltkrieg gebe.

Der Circus Krone gastiert in Gersthofen auf dem Festplatz.
Bild: Marcus Merk

Folglich seien die Erdanker, also die Heringe, mit denen das Zirkuszelt befestigt wird, nicht sicher. „Der Traum, in Augsburg zu spielen, ist zusammengeklappt wie ein Kartenhaus“, bedauert Ortlepp. Er hat dafür kein Verständnis. Die Bierzelte auf dem Plärrer würden die gleichen Erdanker verwenden. „Die beiden Festzelte auf dem Plärrer stehen immer an der gleichen Stelle. Beim Zirkus wäre das nicht der Fall“, sagt Werner Kaufmann vom Amt für Marktwesen. Man habe den Leuten vom Circus Krone vorgeschlagen, die Anker an Beton zu befestigen.

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„Dafür hätten wir circa 500 Tonnen Beton gebraucht. Die Kosten wären im fünfstelligen Bereich gewesen. Für ein fünftägiges Gastspiel ist das nicht tragbar“, bedauert Ortlepp.

Die Stadt Gersthofen habe den Zirkus hingegen mit offenen Armen aufgenommen. Obwohl Gersthofen eigentlich zu klein sei, um ausreichend Gäste zu bieten, ist Ortlepp zufrieden: „Wir sind jetzt nur fünf Kilometer vom Plärrerplatz weg, und es gibt Leute in Augsburg, die deutlich mehr als fünf Kilometer zum Plärrer fahren.“ Damit eine Aufführung keinen Verlust macht, müssten etwa 1000 Besucher kommen.

Nach Absage der Stadt Augsburg: Circus Krone spielt in Gersthofen
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Das erwartet sie beim Circus Krone
Bild: Harald Ortlepp

Wie der Circus Krone sein Programm modernisiert hat

Das Traditionsunternehmen Circus Krone macht mittlerweile einiges anders als in den Jahrzehnten zuvor: „Normalerweise sind wir ja ein klassischer Zirkus, also eine Abfolge von Nummern, und zwischendurch kommt einer raus und erzählt was. Das ist aber mittlerweile überholt“, erzählt Harald Ortlepp. In diesem Jahr wolle der Circus Krone erstmals eine Geschichte mit seiner Tournee erzählen. Unter dem Titel „Mandana – Circuskunst neu geträumt“ soll die Geschichte einer gleichnamigen Pferdeprinzessin erzählt werden, die sich in einen Löwenmann verliebt.

Das Programm feierte im April 2019 Premiere im Kronebau in München. Auf der Tournee sollen 54 Artisten aus ganz Europa zum Einsatz kommen. Unter anderem werden Zauberkünstler, Clowns und Trapezakrobaten dabei sein. Auch über 100 dressierte Tiere, darunter Zebras, Kamele, Lamas, Tiger und natürlich Pferde und Löwen werden eingesetzt.

Der Grund für den neuen Ansatz: Der Zirkus wird von einer neuen Generation geleitet. Christel Sembach-Krone ist 2017 mit 81 Jahren gestorben, nachdem sie den Zirkus seit 1995 geleitet hatte. Ihre Adoptivtochter Jana Mandana Lacey-Krone übernahm im Tandem mit ihrem Mann, dem Löwenbändiger Marco Lacey junior. „Zwei 38-Jährige machen natürlich eine andere Show als eine 81-Jährige“, meint Ortlepp. Auch Elemente aus dem Leben der beiden neuen Direktoren, die auch die Hauptrollen spielen, fallen auf. Lacey-Krone trainiert etwa trotz ihrer neuen Position die Pferde und Lacey junior die Löwen, die in der Show zum Einsatz kommen.

Gersthofen ist wohl keine Dauerlösung für den Circus Krone

Um die Geschichte umzusetzen, wurden mehrere Millionen Euro in die neue Innenausstattung des Zelts investiert. Das Zelt hat eine neue Flug- und Bühnentechnik erhalten, die Licht- und Tontechnik wurde erneuert, Manege, Loge, Bestuhlung und vieles mehr wurden umgebaut.

Wird Gersthofens Festplatz im Norden von Augsburg jetzt ein fester Anlaufpunkt für den größten Zirkus der Welt? Eher nicht. Denn schon im kommenden Jahr sollen dort die Bauarbeiten für das neue Paul-Klee-Gymnasium beginnen.

Lesen Sie dazu auch: Circus Roncalli verzichtet auf echte Tiere

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