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Justiz

11.01.2019

Nach Mordversuch an Vätern: Jetzt droht Söhnen die Psychiatrie

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Bild: Anne Wall

Plus Ein 32-Jähriger wollte seinen Vater erschlagen, ein anderer Mann ging mit dem Messer auf seinen Vater los. Warum es wohl kein normales Strafverfahren geben wird.

Gegen zwei Männer aus dem Landkreis, die im vergangenen Jahr versucht haben sollen, ihre Väter umzubringen, liegt jetzt ein Antrag zum Sicherungsverfahren vor. Das heißt: Wegen Schuldunfähigkeit wird es offenbar kein normales Strafverfahren geben – statt einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe kommt es dann in den meisten Fällen zu einer Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Den Männern wird jeweils versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Beide Vorfälle spielten sich im Juli 2018 ab.

Opfer erlitt Platzwunden und Verletzungen am Hals

Ein 32-Jähriger soll damals versucht haben, seinen schlafenden Vater in einem Mehrfamilienhaus in einem Diedorfer Ortsteil mit einem Brecheisen zu erschlagen und anschließend zu erwürgen. Das Leben rettete dem 70-Jährigen offenbar die 96-jährige Großmutter des Tatverdächtigen – sie kam ins Schlafzimmer, erkannte die Situation und schrie um Hilfe. Der 32-Jährige ließ daraufhin von seinem Vater ab und flüchtete vom Tatort.

Das 70-jährige Opfer erlitt Platzwunden am Kopf und Verletzungen am Hals und im Bereich des Kehlkopfes. Er musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei spürte den 32-Jährigen etwa eine Stunde später im Wittelsbacher Land im Landkreis Aichach-Friedberg auf und nahm ihn fest. Die Staatsanwaltschaft in Augsburg wirft ihm versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Nach seiner Festnahme saß der damals 32-Jährige in U-Haft.

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Dorthin wurde auch ein 24 Jahre alter Mann gebracht, der Anfang Juli in einem Gessertshauser Ortsteil ebenfalls auf seinen Vater losgegangen sein soll. Der 24-Jährige war nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft nachts kurz nach 2 Uhr auf seinen Vater mit einem Messer losgegangen. Der hatte im Wohnzimmer geschlafen.

Mit Pfefferspray überwältigte die Polizei den 24-Jährigen

Das Leben rette ihm seine geistesgegenwärtige Reaktion: Nach dem ersten Stich in Richtung seines Oberkörpers gelang es dem 58-Jährigen, weitere Angriffe abzuwehren. Dem Mann rettete sich ins Freie. Währenddessen verharrte der Sohn im Haus. Die alarmierten Polizei wartete einen günstigen Augenblick ab und verwendete dann Pfefferspray, um den 24-Jährigen zu überwältigen. Der Haftbefehl gegen ihn wurde zwischenzeitlich in einen Unterbringungsbefehl umgewandelt, weil Zweifel an seiner Schuldfähigkeit bestehen.

Laut Gesetz kann ein Gericht eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus anordnen. Das ist der Fall, wenn schuldunfähige oder vermindert schuldfähige Straftäter wegen ihrer Erkrankung als gefährlich für die Allgemeinheit gelten und weitere erhebliche Straftaten zu erwarten sind. Die psychisch Erkrankten werden so lange therapiert und verwahrt, bis sie von den Gutachter als nicht mehr gefährlich eingestuft werden.

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