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Horgau

07.10.2019

Nach Typisierung in Horgau: Einjährige Emma braucht neue Spende

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Bei einer Stammzellenspende infizierte sich die krebskranke Emma mit einem Virus. Nun braucht das einjährige Mädchen eine neue Spende. 
Bild: Simon Vogel

Plus Im Juli fand sich ein genetischer Zwilling für das krebskranke Mädchen. Doch bei der Stammzellenspende infizierte sich das Mädchen mit einem Virus. 

Die einjährige Emma ist erneut auf ihren Lebensretter angewiesen. Im Juli hatte sich ein genetischer Zwilling für das krebskranke Mädchen gefunden. Zunächst lief alles nach Plan, sagt Simon Vogel, der Onkel des kleinen Mädchens. Doch nun sei klar: Emma steckte sich bei der Stammzellenspende mit einem Virus an.

Leider stellten die Ärzte fest, dass Emma sich einen Herpesvirus einfangen hat. Dieser stamme aus der Stammzellenspende, erklärt Vogel. „Viele Menschen haben so einen Virus, normalerweise ist das auch nicht gefährlich“. Im Vorfeld werde deshalb auch nicht speziell darauf untersucht. Doch weil die einjährige wegen ihrer Krankheit ein angegriffenes Immunsystem habe, könne ihr Körper diesen Virus nicht bekämpfen. Sollte der Virus ausbrechen, könnte er auch die Organe des Mädchens angreifen.

Der Virus könnte Emmas Organe angreifen

Entscheidend dafür, dass ihr Körper den Virus bekämpfen könne, seien sogenannte T-Zellen, erklärt Emmas Onkel. Weil Emmas Körper diese nicht von alleine bilden könne, werde eine Spende benötigt, die speziell diese T-Zellen enthalte. Die komme wieder vom gleichen Spender, erklärt Vogel. Der Virus könne im Vorfeld aus dem Blut des Spenders sozusagen herausgezogen werden. Derzeit werde alles für die erneute Spende in die Wege geleitet.

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Momentan befindet sich Emma deswegen auch wieder im Krankenhaus. „Wir hoffen aber, dass es dieses Mal nicht mehr so lange dauert, wie zuletzt“, sagt Vogel. Nach der Stammzellenspende im Juni konnte die Einjährige das Krankenhaus erst Mitte August wieder verlassen. Unter andere Menschen darf sie wegen ihres schwachen Immunsystems noch nicht zu lange. Außerhalb ihres Zuhauses muss sie einen Mundschutz tragen. Alle paar Tage gibt es Kontrolluntersuchungen. Zuletzt wurden zwar keine Restkrebszellen mehr in ihrem Körper gefunden. Doch wegen der der schweren Leukämieform, an der Emma erkrankt ist, bekommt sie noch immer eine abgeschwächte Chemotherapie. Doch das kleine Mädchen kämpft weiter. „Sie ist wieder richtig aufgelebt“, sagt ihr Onkel. Auch die Haare seien wieder gewachsen. Dennoch dauere es noch eine ganze Weile, bis ihr Immunsystem wieder voll da ist.

Ihr fröhliches Lachen hat sie nicht verloren – Emma macht Kopfstände für eine neue Stammzellenspende. Bei der ersten Spende infizierte sich das kleine Mädchen mit einem Virus.
Bild: Simon Vogel

Knapp 1000 Menschen in Horgau wollten Krebskranken helfen

Wochenlang warb Vogel für die große Typisierungsaktion in Horgau. Alles, um seiner einjährigen Nichte, die mit ihren Eltern Friederike und Björn Druckrey in Berlin lebt, zu helfen. Die Resonanz war riesig. „Ich bin immer noch total bewegt“, sagt Vogel. „Die Hilfsbereitschaft war phänomenal“. Fast 1000 Menschen kamen in die Rothtalhalle, um sich als potenzieller Stammzellenspender registrieren zu lassen. Insgesamt kamen 12 000 Euro an Spenden zusammen. Ein „Charity-Nachmittag“ in Nordendorf erbrachte einen Erlös von 3500 Euro zugunsten der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Zeitgleich zu der Aktion in Horgau fanden zwei weitere Typisierungen in Velten bei Berlin und in Braunschweig statt. Insgesamt ließen sich 2152 Menschen registrieren.

Wer ist Emmas Lebensretter?

Ob einer der vielen Freiwilligen der genetische Zwilling der kleinen Emma ist? „Das wissen wir nicht“, sagt Simon Vogel. Bekannt ist nur: „Der Spender kam aus Deutschland. Erst in zwei Jahren dürfen die Kontaktdaten ausgetauscht werden.“ Der Grund für die Sperrfrist: Würden sich Spender und Patient kennen, könnten plötzlich persönliche Gründe auftauchen, die gegen eine weitere Spende sprechen. Die kann nötig werden wenn zum Beispiel nach der ersten Transplantation nicht ausreichend Stammzellen in den Knochenmarkhöhlen des Patienten angewachsen sind. Im Fall von Emma ist die zweite Spende nun notwendig, um den Virus bekämpfen zu können.

Gerne würde die Familie von Emma den Spender nach Ablauf der Frist kennen lernen, sagt Vogel. Ende November wird Emma zwei Jahre alt. Für ihre Familie wäre es das größte Geschenk, wenn die Kleine ihren Geburtstag zu Hause verbringen kann.

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