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Kreis Augsburg

30.04.2019

Nach dem verheerenden Brand wartet im Schloss Emersacker viel Arbeit

In einem Teil des Schlosses in Emersacker ist im November ein folgenschwerer Brand ausgebrochen. Jetzt wird saniert. 
Bild: Marcus Merk

Nach dem verheerenden Feuer in Emersacker ist das alte Gebäude entkernt. Nun soll es wieder hergestellt werden. Auch der alte Wirt soll wieder übernehmen.

Den Schock über den Brand im ehemaligen Fuggerschloss in Emersacker hat Bürgermeister Michael Müller inzwischen überstanden. Er blickt nach vorne. Das alte Gebäude soll wieder hergerichtet werden. „Und noch besser genutzt werden als vorher“, sagt Müller. In der kommenden Woche will der Gemeinderat ein entsprechendes Konzept zur Sanierung verabschieden.

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Alter Pächter soll wieder übernehmen

Demnach soll es im Schloss wieder eine Gastwirtschaft geben. Der alte Pächter soll wieder übernehmen, erklärt Müller. Doch weil dieser in absehbarer Zeit in den Ruhestand trete, plane man künftig mehr als eine Pilskneipe. Müller: „Langfristig soll es eine richtige Wirtschaft werden.“ Die Gastwirtschaft liegt im Erdgeschoss des Baus. Im ersten Stock sollen drei „kleine, aber sehr repräsentative“ Räume wieder hergerichtet werden, erklärt Müller. Sie sollen als Gemeindearchiv und Abstellraum der Gaststätte genutzt werden können. Im zweiten Stock gab es bislang vier Räume. Sie sollen künftig von den Vereinen genutzt werden können, die kein eigenes Vereinsheim haben, so Müller. Einer der Räume müsse für einen Fluchtweg weichen. „Es liegt viel Potenzial in dem Gebäude“, erklärt der Bürgermeister. Vor dem Brand seien viele Räume nicht genutzt worden, weil sie alt und teils sehr renovierungsbedürftig waren.

Defekter Kühlschrank löste Brand aus

Nach Ermittlungen der Kriminalpolizei hatte ein Defekt an einem alten Kühlschrank das Feuer ausgelöst. Bei dem Mansardenhaus, in dem das Feuer ausgebrochen war, handelte es sich um den ältesten Gebäudeteil des Schlosses. Darin befand sich „Jonny’s Pilskneipe mit Pfiff“. Das Gemäuer wurde vollkommen zerstört. Die Hitze war so groß, dass selbst das in Bierkrügen für Gäste bereitgestellte Besteck wie Kerzenwachs schmolz. Der Rauch zog durch ein Brückenbauwerk, das das Wirtschafts- und das Saalgebäude verbindet, nach oben. Hitze und Feuchtigkeit verbanden sich dort mit dem Rauch zu einem klebrigen Film, der sich dann auf Decken, Böden und an den Wänden absetzte. Letztlich mussten große Teile des Gebäudes entkernt werden.

Nach dem verheerenden Brand wartet im Schloss Emersacker viel Arbeit

Bürgermeister Müller schätzt die Kosten dazu auf mittlerweile rund 250.000 Euro. Die Kosten für die Renovierung schätzt Müller zusätzlich auf gut eine Million Euro.

Dachstuhl soll im Herbst fertig sein

Inzwischen ist das Gebäude wieder „im Rohzustand“, sagt der Bürgermeister. In den vergangenen Monaten sei alles entkernt und gereinigt worden. Der Dachstuhl wurde provisorisch abgedeckt, Fenster fehlen. Die sollen in den kommenden Wochen eingebaut werden. Müller: „Wir müssen das Gebäude schnell wieder dicht bekommen.“ Erst dann kann mit den Arbeiten im Inneren richtig begonnen werden. Neue Sanitäranlagen, Elektrik, Leitungen – es gibt viel zu tun. Entsprechend dem Denkmalschutz sollen die alten Teile des Schlosses so gut es geht erhalten bleiben. Müller: „Das ist eine große Herausforderung.“ Und ein zusätzlicher Kostenfaktor.

Der Bürgermeister Michael Müller rechnet damit, dass der Dachstuhl noch im Herbst dieses Jahres fertig sein soll. Die Arbeiten im Inneren sollen im Frühjahr 2020 abgeschlossen sein.

Mehr Hintergründe zum Brand im Schloss Emersacker lesen Sie hier.

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