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Kutzenhausen

31.10.2020

Nach lebhafter Diskussion: Kutzenhausen will die Kanäle sanieren

Bei einer Befahrung der Kanäle in Rommelsried mit der Kamera sollen die Schäden aufgezeigt werden.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbol)

Plus Der Zeitplan der Kanalsanierungen in Rommelsried ist in trockenen Tüchern. Wie es dann in den anderen Ortsteilen von Kutzenhausen weitergeht.

Der Zustand der gemeindlichen Kanäle ist in Kutzenhausen ein Dauerthema. Nun hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nach einer lebhaften Diskussion einen Zeitplan für Kamerabefahrungen, Zustandsbewertungen und Sanierungsarbeiten verabschiedet.

Die letzte Untersuchung der Hauptkanäle aller Ortsteile fand in den Jahren 2009 bis 2011 statt. 2013 hatte das beauftragte Ingenieurbüro Sweco sowohl eine Zustandskontrolle als auch ein Kanalsanierungskonzept erstellt. Ergebnis: Bereits damals war ein Großteil des Hauptkanals schadhaft. Insbesondere in Kutzenhausen und Rommelsried wurden erhebliche Schädigungen festgestellt. Seitdem erfolgten keine Sanierungen mehr. Laut der Eigenüberwachungsverordnung ist die Gemeinde verpflichtet, die Kanäle alle zehn Jahre einer eingehenden Sichtprüfung zu unterziehen.

Sehr schlechter Zustand des Riesgrabens

Im April 2019 hatte das Büro Sweco den Gemeinderat nochmals von den Ergebnissen der damaligen Untersuchungen unterrichtet. Dabei wurde auch auf den durchgängig sehr schlechten Zustand des verrohrten Riedgrabens in Kutzenhausen hingewiesen, ebenso auf erhebliche Schädigungen in Kanälen in der Bahnhof- und Hauptstraße sowie Sparrengasse. In Rommelsried wurde der stark sanierungs- beziehungsweise erneuerungsbedürftige Regenwasserkanal in der Deubacher Straße angesprochen, darüber hinaus eine Verrohrung am östlichen Ortseingang und Kanäle in der Straße Am Herzogberg.

Die damalige Kostenberechnung erbrachte einen Sanierungsaufwand von rund 550.000 Euro, teilte Bürgermeister Andreas Weißenbrunner mit. Dieser Betrag dürfte mittlerweile aber deutlich höher liegen, vermutete er. Die Gemeinderäte Georg Rapp (Freie Wählerschaft) und Ralph Kramer (Freie Wähler Kutzenhausen) regten in diesem Zusammenhang an, auf eine weitere Kamerabefahrung zu verzichten, da die Kanalsituation in den letzten Jahren sicher nicht besser geworden sei. Die Kosten dafür könne sich die Gemeinde sparen, so ihr Fazit.

Eine erneute Befahrung des Kanals steht an

Weißenbrunner verneinte dies. Für die Ausschreibung der jetzigen dringend anstehenden Sanierungsmaßnahmen könne die damalige Befahrung nicht mehr herangezogen werden, da sich viele Schadensbilder zwischenzeitlich sicherlich verändert haben, entgegnete er. Zudem stehe eine erneute Befahrung turnusgemäß ohnehin bevor.

Das Ingenieurbüro riet, zunächst die gravierendsten Mängel zu beseitigen. Anschließend sollten systematisch die übrigen Schäden angegangen werden. Das Büro schlug vor, jeweils in einem Jahr die Kanäle eines Ortsteils zu befahren und im Folgejahr die Mängelbeseitigung zu veranlassen. Bei diesem Konzept kann dann gleichzeitig wieder ein weiterer Gemeindeteil mit der Kamera befahren werden. Diese Verfahrungsweise habe den Vorteil, dass die Gemeinde ihre Aufgaben kontinuierlich abtragen könne und die Kostensumme nicht sofort auf einmal zu schultern sei, verdeutlichte der Bürgermeister. Das Konzept wurde schließlich einstimmig vom Gremium gebilligt.

Nach diesem Schema geht es im nächsten Jahr los mit Rommelsried. 2022 folgt Agawang, ein Jahr danach Kutzenhausen, 2024 Buch und Unternefsried, dann Maingründel. 2026 sind dann alle Kanalsanierungen abgeschlossen. Thema waren weiter die Grundstücksanschlüsse vom Hauptkanal bis zum Kontrollschacht in die Grundstücke. Diese fallen ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde. Hier plädierte die Verwaltung dafür, die für den Unterhalt anfallenden Kosten aufzuteilen. Die Gemeinde habe den Kostenanteil im öffentlichen Straßengrund zu tragen, der Eigentümer den Anteil im Privatgrund. Eine Aufteilung der Kosten für das Befahren der Grundstücksanschlüsse sei jedoch im Verhältnis der dafür anfallenden Kosten mit einem überhöhten Aufwand verbunden.

Den Eigentümern werden Schäden mitgeteilt

So beschloss der Gemeinderat, die Grundstücksanschlüsse im Zuge der Kamerauntersuchungen mit zu befahren und zu bewerten. Die Kosten dafür trägt die Gemeinde. Den Eigentümern werden festgestellte Schäden mitgeteilt. Gleichzeitig werden sie aufgefordert, die Schäden innerhalb einer Frist zu beseitigen. Auf Wunsch veranlasst die Gemeindeverwaltung eine Schadensbeseitigung im Rahmen der gemeindlichen Kanalsanierung.

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