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Gessertshausen

02.08.2012

Nach tödlichem Unfall: Jetzt soll ein Radweg kommen

An dieser Stelle starb am Montag eine 64-jährige Radlerin. In Zukunft soll ein Radweg mehr Sicherheit bieten.
Bild: Marcus Merk

Schon nächstes Jahr könnte der Bau des Radwegs fertig sein. Die Gemeinde Gessertshausen steht nach der Tragödie immer noch unter Schock.

Auch zwei Tage nach dem tödlichen Unfall einer Radfahrerin steht die Gemeinde Gessertshausen noch unter Schock. Wie berichtet, wurde eine 64-jährige Radlerin, die in Richtung Margertshausen unterwegs war, von einem Bus erfasst, in den Straßengraben geschleudert und getötet. „Wir sind ein kleiner Ort, es ist übersichtlich hier. Die Betroffenheit ist total groß, bei allen“, sagte Gessertshausens Bürgermeisterin Claudia Schuster. „Es nimmt jeden mit, mit dem man darüber spricht. Ich finde das alles ganz schrecklich.“ Erst Stunden nach dem Unfall wurde die Leiche von einem Polizisten, der zufällig mit dem Rad auf der Strecke unterwegs war, gefunden.

Seit Jahren wird über sicheren Radweg diskutiert

Dass das nicht vorher passiert ist, lag an den Straßenverhältnissen: Weil das Gras an dieser abschüssigen Stelle des Straßengrabens hochgewachsen war und offenbar sowohl die Frau als auch ihr Rad verdeckte, war sie von der Straße aus kaum zu sehen. Auch einen sicheren Radweg gibt es nicht. Und das, obwohl bereits seit Jahren darüber diskutiert wird.

Bislang scheiterte das Vorhaben immer daran, dass man sich bei Grundstücksfragen nicht einig wurde, schließlich müsste jeder Eigentümer der Felder etwas von seinem Grund abgeben. Manche Landwirte beklagten zudem, durch einen Radweg nicht mehr auf ihre Felder fahren zu können. Nach der Tragödie scheint nun aber eine neue Dynamik in die Angelegenheit zu kommen. „Wir haben uns nach diesem traurigen Vorfall in der Verwaltung zusammengesetzt und wollen nun die Planungen vorantreiben“, sagte Schuster.

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Weil es sich bei der Straße aber um eine Staatsstraße handelt, liegt der Spielball nun nicht bei der Gemeinde, sondern beim Staatlichen Bauamt. Der Leiter der Behörde, Michael Kordon, ist zuversichtlich, dass es bald zu einer Einigung kommen könnte. „Unsere Planungen sind schon ziemlich konkret. Und ich bin im Moment zuversichtlich, dass wir nächstes Jahr mit dem Bau des Radweges anfangen werden.“

Kordon geht sogar davon aus, dass der Radweg noch im kommenden Jahr benutzt werden kann – die reine Bauzeit beträgt seiner Einschätzung nach etwa drei bis vier Monate. Der Radweg soll aber nicht über die Interessen derer, die Grundstücke an der Straße haben, hinweg gebaut werden: „Die Landwirte müssen auch weiterhin zu ihren Grundstücken fahren können.“ Auch die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung soll mit eingebunden werden. Die Planungen seien aber schon vor dem Unfall weit vorangeschritten gewesen, betont Kordon.

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