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Neusäß

10.12.2019

Nach tödlicher Attacke: Feuerwehr in Neusäß trauert um Kameraden

Die Betroffenheit bei der Neusässer Feuerwehr ist besonders groß. Schließlich war der am Königsplatz Verstorbene einer von ihnen. Gestern Abend zündeten die Neusässer Lichter für ihn an.
Bild: Marcus Merk

Plus Rund 100 Feuerwehrleute treffen sich in Neusäß zu einer Schweigeminute. Der am Königsplatz in Augsburg Verstorbene war einer aus ihren Reihen.

Um Punkt 18 Uhr steht am Montagabend für die Feuerwehrleute in Neusäß und Umgebung die Zeit still: In einer Schweigeminute sind die Männer und Frauen in Uniform in Gedanken bei ihrem Kameraden. Der 49-Jährige war nach einer Attacke am Augsburger Königsplatz gestorben. Das Gedenken findet ohne große Reden statt. Worte fehlen den Neusässer Feuerwehrleuten sowieso. „Man weiß nicht, was man sagen soll“, sagt Kommandant Christian Kannler, den das Geschehen noch immer fassungslos macht.

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Rund 100 Neusässer Feuerwehrleute kamen zusammen, um mit Lichtern und Blumen auf dem Platz vor ihrem Gerätehaus ihre Anteilnahme und Trauer zu zeigen. Im Halbkreis und ohne miteinander zu reden, stellten sich die Frauen und Männer auf – sie kamen aus Neusäß und auch von den Mannschaften der Ortsteile.

Ein "Ruhepol", der sich nie in den Vordergrund gedrängt hat

Der Verstorbene war erst vor einigen Jahren nach einem Umzug zur Feuerwehr Neusäß gekommen. Doch schnell sei er sehr beliebt und geschätzt gewesen, sagt Kannler. Er beschreibt den 49-Jährigen als „Ruhepol“, der sich trotz seiner profunden Kenntnisse im Feuerwehrwesen nie in den Vordergrund gedrängt habe. Wegen seiner Beliebtheit habe ihn die Mannschaft jüngst als Vertreter in den Vorstand gewählt, ergänzt der Zweite Kommandant Andreas Golling. Im Ehrenamt habe sich der Verstorbene stark in der Ausbildung des Nachwuchses engagiert.

Am Sonntag Vormittag gedachten Mitglieder der Augsburger Berufsfeuerwehr am Königsplatz ihres getöteten Kollegen.
16 Bilder
Augsburger Feuerwehrleute gedenken ihres getöteten Kollegen
Bild: Michael Hochgemuth

Die beiden Feuerwehrmänner erzählen, dass sie sich seit der Tat wie „im Film“ und im Ausnahmezustand befinden. Kannler: „Man funktioniert halt irgendwie weiter.“ Alle bräuchten noch Zeit, um den Verlust zu verarbeiten. Die Gemeinschaft, auch bei den Einsätzen, die ganz normal weitergehen, helfe vielen bei der Verarbeitung. Die Arbeit sei auch eine Form der Ablenkung in dieser schweren Zeit.

Auch in Gersthofen gedachte die Feuerwehr dem Kameraden

Zur Schweigeminute kam auch Bürgermeister Richard Greiner, der diese Aktion als „Zeichen des Zusammenhalts“ betitelte. Alle seien noch immer erschüttert, dass der geschätzte Neusässer „so unfassbar ums Leben gekommen“ sei.

Die Menschen in Augsburg sind tief bestürzt über die Gewalttat am Königsplatz.
Video: Elena Winterhalter

Nicht nur in Neusäß fand ein Gedenken statt. Rund 20 Kameraden der Feuerwehr sowie Rettungssanitäter kamen in Gersthofen zusammen. Wie Kommandant Wolfgang Baumeister betonte, sei es allen ein Anliegen, Anteilnahme und ein Zeichen gegen Gewalt zu zeigen. An eine Holzkonstruktion brachten die Gersthofer Lichter an. Sie wird dort eine Zeit lang stehen bleiben. Auch in anderen Orten folgten die Wehren dem Aufruf zum Gedenken, unter anderem in Stadtbergen und in Diedorf.

In einer aktuellen Folge unseres Podcasts erklärt Reporter Stefan Krog die Hintergründe der Tat am Königsplatz – und erzählt, wie Journalisten mit dem Fall umgehen. Den Podcast "Augsburg, meine Stadt" finden Sie auf Spotify, iTunes und überall sonst, wo es Podcasts gibt.

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