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Landkreis Augsburg

20.02.2021

Nachbarn im Landkreis Augsburg sind weiterhin hilfsbereit

Durch Corona wurden Nachbarschaftshilfen vergangenes Jahr wichtiger. Mittlerweile sinkt der Bedarf.
Bild: istock (Symbolbild)

Plus In vielen Gemeinden im Landkreis Augsburg wurden mit dem Start der Corona-Pandemie Nachbarschaftshilfen erweitert oder neu gegründet. Wie sieht es heute aus?

Alle mussten mit Beginn der Corona-Pandemie Einschränkungen in ihrem Alltag in Kauf nehmen. Aber für manche, sehr alte oder vorerkrankte Menschen etwa, waren diese Einschränkungen weitreichender als für die meisten anderen. Manche trauten sich nicht mehr in den Supermarkt und vereinsamten.

Um ihnen Erledigungen abzunehmen und die Möglichkeit zu geben, über ihre Sorgen oder auch einfach mal Alltägliches zu sprechen, gründeten sich im Landkreis Augsburg mit Beginn der Pandemie zahlreiche Nachbarschaftshilfen. In einigen Gemeinden gab es solche Gruppen schon, diese wurden dann vergangenes Jahr oft erweitert und auf die Bedürfnisse der Menschen in Zeiten der Pandemie angepasst.

In Stadtbergen bildeten sich Anfang vergangenen Jahres gleich mehrere Hilfsgruppen, mit unterschiedlichen Programmen. "Dann haben wir gesagt, es macht Sinn, wenn wir das bündeln", sagt Josua Neumann, Jugendpfleger und Koordinator der Coronahilfe in Stadtbergen. 20 bis 25 Hilfsbereite sind Teil des Projektes. Mittlerweile gebe es fast keinen Hilfsbedarf mehr, sagt Neumann. Aktuell sei es nur eine Person, für die die Helfer regelmäßig einkaufen. Im November sei die Nachfrage am höchsten gewesen. Damals waren auch die Infizierten-Zahlen höher, und mehr Menschen mussten sich isolieren. Mitglieder der Hilfsgruppe seien damals etwa täglich mit den zwei Hunden eines Mannes spazieren gegangen, der in Quarantäne war, erzählt Neumann.

Die Helfer werden nicht müde, aber der Hilfsbedarf ist oft gering

Von einem ähnlichen Verlauf berichtet die Koordinatorin der Nachbarschaftshilfe im Holzwinkel, Ulrike Schipf. Das Projekt im wurde 2019 gegründet. Zu Beginn der Pandemie gab es Einkaufsdienste, die aber wenig in Anspruch genommen wurden. "Die Menschen wollten gerne weiter selbst einkaufen gehen", sagt Schipf. Viele hätten Wert darauf gelegt, weiterhin ihr Obst selbst auszusuchen. Auch Telefonpatenschaften für Menschen mit Gesprächsbedarf waren kaum gefragt. "Da ist die Hemmschwelle hoch", vermutet Schipf. Aufseiten der Helfenden sind noch fast alle mit dabei: "Von Müdigkeit kann gar keine Rede sein", sagt die Koordinatorin.

In Meitingen laufen laut Chistoph Stadler vom Quartiersbüro viele Hilfsaktionen außerhalb offizieller Projekte ab: "Wir haben eine sehr lebendige Gemeinde, da passiert auch ganz viel informell." Hilfsbereite unterstützen Senioren bei kleinen Aufgaben im Haushalt. "Seit Corona haben wir noch mal einen relativ großen Ehrenamtlichen-Pool aufgebaut", sagt Stadler über das Projekt "Meitingen miteinander - wir halten zusammen!", das sich vergangenen März gründete. Die Nachfrage sei in der Gemeinde im nördlichen Landkreis eher gering. Am gefragtesten sei der telefonische Austausch für einige Menschen höheren Alters, die aktuell Redebedarf hätten, sagt Stadler. Die Hilfsbereitschaft bleibt hoch: "Wir halten das weiter aufrecht", versichert der Mann vom Quartiersbüro.

Altersarmut bleibt unabhängig von Corona ein wichtiges Thema

In Gersthofen gibt es bereits seit 2017 das Freiwilligenzentrum Zebi Die Abkürzung steht für Zentrum für Bürgerengagement und Initiative. Bei den Aufgaben der Ehrenamtlichen steht Corona mittlerweile nicht mehr im Vordergrund. Ann-Christin Joder, Sprecherin der Stadt Gersthofen, sagt: "Menschen benötigen unfallbedingt Hilfe, haben Arzttermine oder sind aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität einsam. Altersarmut ist ebenfalls ein großes Thema, dem wir unabhängig von Corona durchgehend begegnen." Ein Thema bleibt die Pandemie weiterhin, das Zebi übernimmt etwa Fahrten zum Impfzentrum.

Information zum Angebot an Nachbarschaftshilfe in Ihrer Gemeinde finden Sie hier.

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