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Initiative

23.05.2011

Nachtwanderer sollen auf Jugendliche freundlich zugehen

Verein Sicheres Leben informiert sich über Möglichkeiten für Gersthofen

Gersthofen Ende der 80er-Jahre wurde in Stockholm (Schweden) die Initiative „Väter und Mütter auf der Straße“ ins Leben gerufen. Sie hat bis heute Erfolg und nennt sich zwischenzeitlich „Nachtwanderer“. 2003 nahm sich der gebürtige Schwede Lasse Berger das Projekt zum Vorbild und startete die Aktion in Bremen. Immer mehr Städte in Deutschland interessieren sich dafür.

„An 18 Orten gibt es die „Nachtwanderer“ bereits und zehn weitere sind im Aufbau“, erklärte Berger während einer Infoveranstaltung im Sitzungssaal des Gersthofer Rathauses. Gersthofen zeigte auf Anfrage von Annette Pischon vom Landratsamt Augsburg Interesse an diesem Projekt. Bürgermeister Jürgen Schantin zeigte sich erfreut, dass er auf den Verein Sicheres Leben zählen könne und sicherte seine Unterstützung zu. Gabi Schmidthals-Pluta, Vorsitzende des Vereins Sicheres Leben, und ihre Stellvertreterin Ulrike Wilde haben die Nachtwanderer-Werbetrommel innerhalb des Vereins bereits kräftig gerührt.

Während der Veranstaltung im Rathaus meldeten sich 15 Interessenten. Davon sind die Hälfte Mitglieder und Bekannte des Vereins. Berger und seine Teamkollegin Iris Spiegelhalter-Jürgens gaben Tipps, wie man Regeln für die Aktion aufstellt, wo man sich Informationen holt und was wichtig zu beachten ist. Bremen startete damals mit 20 Leuten.

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Herauszufinden gilt, wo sich Jugendliche aufhalten, wie die Bussituation nachts aussehe, welche Bedrohungen es gäbe. Die Polizei in Bremen sowie die Bremer Straßenbahn AG seien Berger und seinem Team mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Berger bemängelte, dass die Gesellschaft heute gerne wegschaut. Nachtwanderer möchten dagegen „Hingucker“ sein. „Wir wurden noch nie von Jugendlichen bedroht, sondern oftmals freundlich begrüßt“, erzählte Berger. Die bloße Anwesenheit wirke.

Zu Streetworkern, die Honorar beziehen, möchten sie sich nicht machen lassen, da man in Bergers Augen das Freundliche verlieren würde, das die Jugendlichen so schätzen.

„Jugendliche kennen nur Erwachsene, die schimpfen, ob Zoff zu Hause, in der Schule, im Bus, im Zug. Jugendliche erleben kaum Erwachsene, die freundlich zu ihnen sind“, ist sich der erste Nachtwanderer Deutschlands sicher. Oftmals seien die Heranwachsenden perplex, wenn man freundlich zu ihnen ist. Er hielt es für sinnvoll, wenn sich auch Erwachsene mit Migrationshintergrund zum Nachtwandern melden würden.

Der Verein Sicheres Leben möchte mit Schulen und Elternbeiräten Kontakt aufnehmen. „Mütter liegen nachts sowieso wach, bis ihre Kinder wieder zu Hause sind“, so Berger. „Bevor sie wach im Bett lägen, laufen sie lieber mit.“

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