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Gersthofen

04.08.2020

Naturschützer sind sauer: Warum wurde diese Blühwiese gemäht?

Das blieb nach der Mahd der Wiese östlich der Straße Am Mühlängerle in Gersthofen übrig. Die Lechwerke schnitten die Pflanzen in Absprache mit der Naturschutzbehörde ab.
Bild: Marcus Merk

Plus Etliche Gersthofer ärgern sich über Maßnahme der Lechwerke AG auf einem Grundstück im Süden der Stadt. Was es damit auf sich hat.

Eine große Blumenwiese lag östliche des Weges Am Mühlängerle in Gersthofen. Vor einigen Tagen wurde die blühende Pracht allerdings abgemäht. Dies brachte einige Menschen auf die Barrikaden. Der Verursacher sieht sich im Recht.

Gegenüber unserer Redaktion und in den sozialen Netzwerken meldeten sich Gersthofer, die nicht verstehen konnten, warum die Wiese ausgerechnet jetzt gemäht wurde, als sie in voller Blüte stand. Damit werde Insekten wie Bienen wichtige Nahrung genommen, so die Kritik.

Gersthofer Mäharbeiten in Absprache mit dem Naturschutz

Dies sieht Luisa Rauchenbusch, Pressesprecherin der Lechwerke AG (LEW), anders. Diesem Unternehmen gehört die Fläche östlich des Mühlängerles. „LEW Verteilnetz (LVN) hat die Flächen entlang der Straße Am Mühlängerle in Gersthofen vor etwa einer Woche durch ein beauftragtes Unternehmen mähen lassen“, räumt sie ein. „Die Mäharbeiten sind mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Augsburg abgestimmt.“

Die Flächen grenzen an die LVN-Betriebsstelle in der Lechwehrstraße und wurden beim Bau der LVN-Gebäude als Ausgleichsflächen angelegt. Mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Augsburg wurden Vereinbarungen zur Pflege der Flächen getroffen. „Zu diesem Pflegekonzept gehört auch das regelmäßige Mähen der Wiese. Gemäht wird zweimal im Jahr: im Sommer (Ende Juli) und Herbst (Anfang Oktober).“ Bei der Mahd seien einzelne Flächen bewusst ausgespart worden. „Diese Blühinseln dienen zum Beispiel als Nahrungsquelle oder als Unterschlupf für Insekten, die dort ihre Eier ablegen können.“

Unternehmen betont: Es geht um Erhalt wertvoller Lebensräume

Bei den Mäharbeiten spiele der Naturschutz eine wichtige Rolle, denn mit der Maßnahme trage das Unternehmen zum Erhalt wertvoller Lebensräume bei. Bei den Flächen entlang der Straße Am Mühlängerle handle es sich um sogenannte Rohbodenflächen, die als Biotop kartiert sind. Die besonders nährstoffarmen und trockenen Wiesen zeichnen sich durch ihre große Artenvielfalt aus.

Stellungnahme der LEW: "Die Magerrasen bleiben erhalten"

„Nach dem Mähen wird das Mähgut abgerecht und abtransportiert, wodurch die wertvollen Magerrasen erhalten bleiben.“ Das regelmäßige Mähen sei auch deshalb nötig, um sogenannte Neophyten zu beseitigen. Dabei handelt es sich um nicht heimische und teils invasive Arten, die heimische Arten verdrängen.

Auch auf der Westseite des Mühlängerles wurde eine Fläche gemäht. Diese befindet sich im Eigentum der Stadt Gersthofen. Allerdings handle es sich lediglich um Flächen im Umfeld des Bolzplatzes, so die Auskunft der Stadtverwaltung.

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