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Eröffnung

25.04.2015

Neue Ausstellung und alte Dauerbrenner

Freuten sich über eine gelungene Auftaktveranstaltung für die neue Saison im Klostermühlenmuseum in Thierhaupten: (von links) Landrat Martin Sailer, Museumsleiterin Claudia Drachsler, Zweite Bürgermeisterin Renate Durner und Buchautor Martin Kluger (Augsburg).
Bild: Claus Braun

Das Klostermühlenmuseum startet in die neue Saison. Autor Martin Kluger erklärt, warum man in Thierhaupten vom Wissen der Wasserbau-Experten in Augsburg profitiert hat

Jedes Jahr erkunden rund 4000 Besucher das Klostermühlenmuseum in Thierhaupten. Und die Einrichtung ist nach wie vor für viele Wissenshungrige interessant. Schon vor der offiziellen Eröffnung der diesjährigen Museumssaison haben sich über 30 Gruppen mit bis zu 80 Leuten für Führungen angemeldet. Die Museumsleiterin Claudia Drachsler läutete am Donnerstagabend gemeinsam mit vielen Gästen offiziell die diesjährige Mühlensaison ein. Auch heuer werden die Museumsbesucher das Wasserrad und die daran angekoppelte Mühlenmaschine in Aktion bestaunen können.

Als Ergänzung und Neuigkeit wird es im ersten Stock erstmals eine Text- und Bildausstellung zum Thema „Wasserkraft“ geben. Diese verschafft einen Überblick über die Geschichte der Wasserkraftnutzung von den Anfängen bis zu den heutigen modernen Maschinen. Eine Themenführung für Schulklassen in Zusammenarbeit mit der Augsburger Umweltstation, die speziell auf die Wasserkraft eingeht, rundet dieses Thema ab.

„Museumspädagogische Dauerbrenner werden auch heuer Brotbacken, Papierschöpfen, mit Handmühlen mahlen und der Mühlen-Märchenstadel sein“, sagte Claudia Drachsler. Außerdem gibt es als Highlight den großen Aktionstag zum Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag, 25. Mai.

Landrat Martin Sailer bezeichnete in seiner Ansprache das Museum als ein Juwel im nördlichen Landkreis Augsburg, das von Leiterin Claudia Drachsler und ihrem rührigen Team mit viel Herzblut seit Jahren erfolgreich geführt wird. Begeistert merkte Sailer an, dass sich das Museum durch die verschiedenen wechselnden Sonderausstellungen und Aktionen all die Jahre zum Vorzeigeprojekt entwickelt habe und dank der Nachhaltigkeit so eine dauerhafte Sicherung im Besitz des Landkreises garantiert sei.

Zweite Bürgermeisterin Renate Durner merkte an, dass Thierhaupten durch das Kloster und die Mühle ein großes kulturelles Erbe besitze. „Künftig wollen wir beides noch besser miteinander ver-knüpfen“, kündigte sie an.

Der Höhepunkt der Eröffnungsveranstaltung für die geladenen Gäste war der Fachvortrag von Autor und Verleger Martin Kluger, der seit 2011 die Interessenbekundung der Stadt Augsburg um den Unesco-Weltkulturerbe-Titel für die historische Wasserwirtschaft und Wasserkunst in Augsburg maßgeblich begleitet. Einleitend erklärte Museumsleiterin Drachsler, dass anzunehmen sei, dass das Kloster Thierhaupten vom Know-how der Wasserbau-Experten aus der nahen Reichsstadt Augsburg profitiert hat. Wasserkraft stellte in der vorindustriellen Zeit die einzig zuverlässige Antriebskraft dar. Aus diesem Grund musste immer genug Wasser auf die Mühlen fließen. Um dies zu gewährleisten, sei 1555 die Friedberger Ach verlegt und künstlich verlängert worden und münde seitdem nicht mehr bei Sand in den Lech, sondern fließe durch Thierhaupten, Rain und Niederschönenfeld bis zur Donau, so Claudia Drachsler. Über die Jahrhunderte hinweg betrieben die Benediktiner in Thierhaupten dadurch vier Mühlen und ein Wasserhaus (erbaut 1558) zur Versorgung des Klosters und der nahen Umgebung. Laut Martin Kluger sei gerade dieses Wasserhaus und die damit verbundene Technik zur Wasserversorgung für ein Kloster der damaligen Zeit deutschlandweit einzigartig und müsse als Denkmal besonders gepflegt werden. „Das Wissen um die Wasserversorgung haben ohne Zweifel Benediktiner-Äbte von Augsburg aus nach Thierhaupten mitgebracht, die hier vor Ort gewirkt haben“, so Kluger.

In der Hauptsache referierte Martin Kluger jedoch über die Gründe, warum Augsburg mit seinen Schätzen nach seinen Einschätzungen beste Chancen auf den Welterbe-Titel im Jahr 2019 haben wird. Davon zeigten sich die Besucher begeistert, auch mit den neuen Erkenntnissen, dass die auszuzeichnende Wasserwirtschaft des 15. Jahrhundert aus Augsburg deutliche Spuren nach Thierhaupten aufweisen und sich so vielleicht auch bald Thierhaupten als kleines Stück Weltkulturerbe fühlen kann.

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