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Heretsried

29.10.2019

Neue Bewohner in der Asylunterkunft in Heretsried

In der Asylunterkunft in Heretsried gibt es neue Bewohner. 
Bild: Marcus Merk

Plus Der Landkreis rechnet wieder mit mehr Flüchtlingen, die in den Kommunen untergebracht werden müssen. In Heretsried wird das nun konkret. 

Die Asylbewerberunterkunft in der Augsburger Straße in Heretsried ist neu belegt worden. Nach dem Auszug der Familien im Sommer hatte sich die Gemeinde in einem Brief an Landrat Martin Sailer gewandt. Eine Belegung – insbesondere bis zum Maximum von 17 Personen – wird angesichts der fehlenden Infrastruktur vom Gemeinderat als problematisch angesehen.

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Es gebe in Heretsried keine Einkaufsmöglichkeiten, keinen Arzt und auch keine optimale Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, so Bürgermeister Heinrich Jäckle in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Nichtsdestotrotz wurden der Gemeinde nun in der vergangenen Woche elf Männer im Alter von 20 bis 44 Jahren zugewiesen. Sie kommen aus Äthiopien, Syrien, Nigeria und Gambia.

Nach der überraschenden Flüchtlingswelle vor knapp fünf Jahren rechnet der Landkreis wieder mit steigenden Zahlen von Asylbewerbern. Weil das große Ankerzentrum in Donauwörth zum Ende des Jahres dichtmacht, müssen die Asylsuchenden neu verteilt werden. Konkret heißt das: Die dezentralen Unterkünfte in den Kommunen des Landkreises werden wieder voller. Außerdem wird über neue Asylbewerberheime nachgedacht. Landrat Martin Sailer erklärte bei der jüngsten Versammlung der Bürgermeister im Landkreis mit Blick auf die steigenden Flüchtlingszahlen: „Wir haben noch ein wenig Luft, aber viel Luft bleibt nicht mehr.“ Dennoch sei die Lage nicht vergleichbar mit der Flüchtlingswelle vor knapp fünf Jahren.

Neue Bewohner in der Asylunterkunft in Heretsried

Bürgermeister lobt Engagement der Ehrenamtlichen in Heretsried

Marlies Bernhard vom Helferkreis berichtete im Gemeinderat, dass vermutlich die wenigsten Anspruch auf einen Sprachkurs und somit auch eine Fahrkarte hätten. Die teuren Preise für eine Busfahrt nach Augsburg seien eins der Hauptprobleme. Schwierig sei es auch, zur Tafel nach Welden zu kommen. Im Augenblick seien die Helfer daher dabei, Fahrräder für die Männer zu organisieren.

Marlies Bernhard bat zu überlegen, ob der eine oder andere Mitbürger bereit sei, sich durch einen Fahrdienst einzubringen oder bei der Arbeit in der Kleiderkammer zu unterstützen. Der Helferkreis sei derzeit sehr klein. „Hut ab vor eurer Leistung“, lobte Bürgermeister Jäckle das Ehepaar Bernhard und die weiteren ehrenamtlichen Unterstützer.

Nach dem Einbruch in die Heretsrieder Kirche appellierte Bernhard außerdem, von Vorverurteilungen der Männer abzusehen. Gemeinderat Thomas Liepert bekräftigte dies, indem er berichtete, dass es einen Diebstahl mit identischer Vorgehensweise am selben Tag in der Kirche in Pfaffenhofen bei Buttenwiesen gegeben habe.

  • Kindergarten Im Kindergarten St. Vitus Lauterbrunn hat die Rechnungsprüfung stattgefunden. Aufgestoßen seien dabei 15000 Euro an Kosten für Stellenanzeigen – teilweise in Zeitungen im Münchener Raum. Dies soll künftig unterlassen werden. Sicherheitsprüfungen wie für Feuerlöscher oder Spielplatz oder der Elektrocheck sollen künftig in Eigenregie übernommen werden, um die Kosten niedriger zu halten. Im Kindergarten wird außerdem der Platz knapp. Jäckle hat daher gebeten, dass die Kirchenverwaltung darüber berät, ob nach Fertigstellung des Bürgerhauses in Lauterbrunn der Pfarrsaal für eine weitere bauliche Entwicklung des Kindergartens in Betracht gezogen werden könne.
  • Einwohnerzahl Gemeinderat Winfried Jacob sagte, er habe sich die Zahlen des Statistischen Bundesamtes noch einmal genauer angesehen. „Da sind mehr Fehler drin, als ein Hund Flöhe hat“, war seine Meinung. Die vom Amt angegebene Einwohnerzahl lag am Stichtag für die Kommunalwahl unter 1000, sodass der Gemeinderat in der kommenden Legislaturperiode nur noch acht Mitglieder (jetzt zwölf) haben wird. Im abgelaufenen Quartal lag die Zahl wieder über 1000 Einwohner. Bürgermeister Jäckle meinte, das Problem sei der Stichtag. Er werde noch einmal nachhaken, erwarte aber keine großen Erfolgsaussichten.
  • Dorferneuerung Nicht ganz einfach sind die Arbeiten für das Mehrzweckhaus in Heretsried. Bürgermeister Jäckle erklärte, man habe die kleine Baugrube nur in kleinen Abschnitten ausheben können. Zum Rathaus wurde eine Fernwärmeleitung eingezogen. In den nächsten Tagen soll betoniert werden.
  • Kläranlage Zur Kläranlage informierte der Bürgermeister über Programmierungsprobleme. Auch die Alarmierung habe nicht funktioniert. Sehr zufrieden äußerte sich Jäckle aber über die ersten Ablaufwerte bei den jüngsten Messungen, die sehr gut seien. Noch in diesem Jahr soll das Projekt abgeschlossen sein.
  • Hochwasser Keinen Fortschritt macht der Hochwasserschutz in Lauterbrunn. Seit längerer Zeit liegen die Pläne beim Wasserwirtschaftsamt, seien aber laut Bürgermeister, der nachgefragt hatte, noch nicht in Augenschein genommen worden. Dies bedeute eine Riesenverzögerung. (mit kinp)
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