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Stadtbergen

09.12.2020

Neue Pläne für Stadtberger Wohngebiet gestoppt

Dieses Haus in der Maria-Hilf-Straße will eine Familie abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Das Vorhaben hat eine große Diskussion ins Rollen gebracht.
Bild: Marcus Merk

Plus Das Wohnviertel an der Maria-Hilf-Straße in Stadtbergen ist geprägt von unterschiedlich großen Grundstücken mit Einfamilienhäusern. Warum das so bleiben wird.

Seit März diskutiert der Stadtrat in Stadtbergen über einen Bebauungsplan „S90“ im Wohngebiet zwischen Maria-Hilf-Straße und „Am Wiesele“. Warum das Projekt jetzt abgebrochen wurde.

Ausgangspunkt für die Diskussionen über einen Bebauungsplan zwischen der Maria-Hilf-Straße und „Am Wiesele“ in Stadtbergen war ein Bauantrag. Die Bauleute wollten im Hinterliegergrundstück nachverdichten und ein Wohnhaus mit insgesamt fünf Wohneinheiten bauen. Erster Kritikpunkt in Stadtrat und Bauausschuss war damals die geplante Fassade aus patiniertem Blech. Vor allem wurde aber angeregt darüber diskutiert, in welchem Maße Nachverdichtung sinnvoll ist und wie groß das Gebäude werden dürfte. Eine Veränderungssperre schob dem Bauvorhaben damals erstmal eine Riegel vor.

Seitdem hat sich viel getan. Die Stadtverwaltung setzte sich intensiv mit dem Thema auseinander und beauftragte auch ein Planungsbüro mit der Aufstellung eines Bebauungsplans. Zwei Varianten standen deshalb in der jüngsten Sitzung des Stadtrats zur Auswahl: Ein voll umfänglicher Bebauungsplan und ein "einfacher“ Bebauungsplan, der eine moderate Nachverdichtung regeln und auch die Erweiterung bestehender Bauten zulassen würde.

Ende des Stadtberger Projekts stand schon immer im Raum

Im Stadtrat wurden deshalb noch einmal die Argumente ausgetauscht. Ein wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang: Auch die Möglichkeit, das Projekt einfach zu beenden, stand von Anfang an im Raum. Roland Mair ( SPD) betonte in der Sitzung deshalb: "Die Notwendigkeit einen Bebauungsplan aufzustellen ist mehrfach diskutiert worden.“ Ohne Vorschriften würde das Viertel seinen Charakter verlieren. Gerhard Heisele ( Freie Wähler) zeigte sich von den vorliegenden Varianten ernüchtert, da das Haus, das die gesamte Diskussion angestoßen hatte, noch immer genehmigungsfähig sei. Er sprach sich trotzdem für die Aufstellung eines einfachen Bebauungsplans aus, um wenigstens in Zukunft einer klaren Linie folgen zu können.

Auch Günther Oppel forderte in der Sitzung, jetzt keine "Rolle rückwärts“ zu machen, da die Aufstellung des Bebauungsplans bereits mehrfach beschlossen wurde. Der Stadtrat von Pro Stadtbergen plädierte dafür, den Bürgern beide Varianten vorzustellen und sie entscheiden zu lassen. Er drückte seine Überzeugung aus, dass die restriktivere Variante Eins bei den Anwohnern besser ankommen würde und machte seinen Vorschlag zum Antrag in der Sitzung.

Münch verweist auf die Kosten

Allerdings wurden im Stadtrat auch kritische Stimmen laut. Roswitha Merk zum Beispiel betonte, dass die Struktur der Gebäude in dem Viertel bereits sehr "inhomogen“ sei. "Da frage ich mich, was ich mit dem Bebauungsplan erhalten will“, sagte sie in der Sitzung. Sie sehe keine Notwendigkeit und argumentierte: "Wir würden hier etwas aufstellen, das eigentlich wachsweich ist.“ Ähnlich argumentierten die Grünen. Fabian Münch zum Beispiel verwies auf die Kosten, die die Aufstellung des Bebauungsplans verschlingen würde. "Wir nehmen das mit dem Sparen ernst und verstehen nicht, wozu wir den Plan eigentlich brauchen“, erklärt er mit Blick auf die prekäre Finanzlage der Stadt im kommenden Jahr (wir berichteten).

Mehrere Anträge stehen zur Abstimmung

Zur Abstimmung kamen letztendlich unterschiedliche Anträge. Bürgermeister Paul Metz entschied, zuerst über Günther Oppels Antrag der Auslegung beider Varianten abzustimmen. Dafür sprachen sich allerdings nur die beiden Mitglieder der Fraktion Pro Stadtbergen aus. Dann wollte Metz zuerst über Variante Eins oder Zwei und danach über einen Stopp der Planungen abstimmen lassen. Ein Hinweis aus der CSU-Fraktion sorgte allerdings dafür, dass der "günstigste“ Beschluss, also die Entscheidung über einen Stopp der Planungen, vorgezogen wurde. Die Stimmen von CSU und Grünen reichten dann, um die Aufstellung des Bebauungsplans S90 zwischen Maria-Hilf-Straße und "Am Wiesele“ endgültig zu stoppen. Über ein halbes Jahr Diskussion und Planungskosten, die die Verwaltung bisher auf etwa 8000 Euro schätzt, laufen somit ins Leere.

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