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Altenmünster

07.05.2020

Neue Pläne für die Ortsmitte in Altenmünster stoßen auf Kritik

Auf diesem freien Gelände der ehemaligen Brauerei plant die Gemeinde Altenmünster die „Vitale Ortsmitte“.
Bild: Josef Thiergärtner

Plus Der Gemeinderat Altenmünster berät über den Bebauungsplan der neuen Ortsmitte. Einige werfen dem Bürgermeister mangelnde Transparenz vor.

In einer wahren Marathonsitzung nahmen Bürgermeister Bernhard Walter und eine ganze Reihe von Gemeinderäten zum Ende der Legislaturperiode Abschied von ihren Ämtern.

Mehr als hundert Seiten umfassten die Stellungnahmen von Behörden und Bürgern zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Vitale Ortsmitte“, die der Städteplaner Werner Dehm vom Augsburger Büro OPLA mit dem Gremium durchging. Während die Träger öffentlicher Belange vor allem formale Hinweise gegeben hatten, wandten sich viele Verfasser der 33 privaten Stellungnahmen teils grundsätzlich gegen das Vorhaben, auf dem ehemaligen Brauereigelände in der Mitte von Altenmünster ein Gesundheitszentrum zu errichten, teils gegen die ihrer Meinung nach zu massive Bebauung, die geplante Tiefgarage und die Nutzung des Gebäudekomplexes mit Arzt- und Therapiepraxen, einer Apotheke, seniorengerechten Wohnungen und Hotelzimmern.

Einige werfen der Gemeinde Altenmünster mangelnde Transparenz vor

Einige werfen Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderat vor, das Projekt ohne ausreichende Information der Bürger im Schnellverfahren durchzuziehen. Dem trat Bürgermeister Walter entschieden entgegen: Der vorliegende Entwurf basiere auf dem des zweiten Preisträgers beim städtebaulichen Ideenwettbewerb von 2011. Über konkretere Pläne zur Neugestaltung der Ortsmitte werde seit 2015 in den Bürgerversammlungen informiert, und den Entwurf für den Bebauungsplan habe die Gemeinde im Januar in einer separaten Bürgerversammlung präsentiert.

Standort und Größe des Gebäudekomplexes seien mit dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Landratsamt abgestimmt, und die wichtigen Sichtachsen zur Pfarrkirche St. Vitus blieben erhalten, argumentierte Dehm. Die von einigen Bürgern gewünschte und im Planungswettbewerb angeregte Öffnung des Münsterbachs lasse sich nicht realisieren, weil der dafür notwendige Grund und Boden nicht der Gemeinde gehöre. Einige Änderungen wurden seit der vorangegangenen Bürgerbeteiligung in die Pläne eingearbeitet: Die Gebäudehöhe wurde reduziert, sodass der First des Neubaus unterhalb des Kirchenschiff-Firstes liegt. Das Gesundheitszentrum rückt drei Meter weiter von der Kirche weg, wird als verputzter Ziegelbau mit klar gegliederten Fenstern errichtet und mit roten Ziegeln eingedeckt. Außerdem sind weniger Gauben als bisher vorgesehen, die zudem die Traufkante nicht mehr unterbrechen. Einige Gemeinderäte zweifelten – ebenso wie manche Bürger – den Sinn von Hotelzimmern im Neubau an, die vom Bräustüble vermietet werden sollen. Bürgermeister Walter berichtete, der Wirt des Bräustübles bezeichne die Zimmervermietung als „seine Lebensader“ und habe zusätzlichen Bedarf vor allem an Einzelzimmern angemeldet. Grundsätzlich sei das Bräustüble, das der Gemeinde gehört, nur zu verpachten, wenn es einen soliden wirtschaftlichen Ertrag verspreche.

Geplante Tiefgarage bei neuer Ortsmitte in Altenmünster sorgt für Ärger

Die vorgesehene Tiefgarage war mehreren Einsendern ein Dorn im Auge. Sie sei aber notwendig, führte Städteplaner Dehm aus, um die erforderlichen Stellplätze nachzuweisen und einen Dorfplatz zu erhalten, der als Treffpunkt, aber auch für Feste und Veranstaltungen wie den Adventsmarkt genutzt werden könne. Außerdem sei der Bau einer Tiefgarage Voraussetzung dafür, dass die Regierung von Schwaben die Freiflächen und die Anlage des Dorfplatzes fördere. „Die Tiefgarage befindet sich weder im Einzugsbereich des HQ 100 (= hundertjähriges Hochwasserereignis; Anm. d. Red.) der Zusam noch des Münsterbaches“, erklärte Dehm zu entsprechenden Befürchtungen.

Kritik war auch an der Flächenversiegelung durch den Neubau geäußert worden. Dazu rechnete Dehm vor, von der derzeitigen Freifläche von 4900 Quadratmetern sollten 900 Quadratmeter, also 18 Prozent, überbaut und der Rest – 4000 Quadratmeter (82 Prozent) – als begrünter Aufenthaltsbereich und Dorfplatz angelegt werden.

Neue Pläne für die Ortsmitte in Altenmünster müssen erneut ausgelegt werden

Nach Abwägung der Stellungnahmen billigte der Gemeinderat den Bebauungsplanentwurf „Vitale Ortsmitte“ und beauftragte die Verwaltung, ihn in der aktualisierten Fassung öffentlich auszulegen.

Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat eine neue Entwässerungssatzung, weil die alte Satzung nicht mehr rechtskonform gewesen war. Die Verwaltung hatte das 16-seitige Regelwerk auf Vorschlag des Bayerischen Gemeindetages überarbeitet.

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