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Fischach

17.07.2015

Neue Pläne für die alte Schule

In der ehemaligen jüdischen Schule in Fischach will der Kulturkreis ein Museum für die jüdische Geschichte des Ortes einrichten.
Bild: Foto: Marcus Merk

Die alte Judenschule in Fischach soll ein Museum werden. Kulturkreis sieht Chance zur Sanierung mit der Neugestaltung der Ortsmitte. Bürgermeister sucht nach Finanzierung

Als sich der Fischacher Kulturkreis K.e.r.n. 2009 gründete, hatten die Kulturfreunde vor allem ein Ziel: Die Rettung der alten Judenschule. Doch noch immer bestehen die Pläne zur Renovierung des Gebäudes nur in der Theorie.

Dabei wäre die ehemalige Schule der ideale Ort, um die jüdische Geschichte Fischachs aufzuarbeiten, erklärt die Vorsitzende des Kulturkreises, Christina Bublitz.

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Fischach reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Noch heute erinnern zahlreiche Bauten wie der jüdische Friedhof, Reste der Synagoge und die angrenzende jüdische Schule an die Zeit, in der Fischacher Juden und Christen friedlich zusammenlebten, bis die jüdische Gemeinde im Dritten Reich grausam vertrieben wurde. Um dies nicht vergessen und auch, um den Fischachern ihre jüdische Geschichte näher zu bringen, möchte der Kulturkreis die ehemalige Judenschule in ein Museum mit wechselndem Programm und Ausstellungen umwandeln.

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Christina Bublitz hofft, dass das Dauerthema nun auch wieder im Gemeinderat diskutiert wird. Denn um ein derartiges Projekt wahr werden zu lassen, benötige man neben der öffentlichen Debatte vor allem die Zustimmung der Gemeinderäte. „Wir haben mit dem Kulturkreis damals angefangen, um diese Schule zu retten. Jetzt könnte es endlich voran gehen“, erzählt sie. Denn die Neugestaltung der Fischacher Ortsmitte sehe auch eine Renovierung der alten Schule vor. Nun sei der richtige Zeitpunkt, damit zu beginnen, meint die Vorsitzende.

Auch Bürgermeister Peter Ziegelmeier sieht in der Sanierung einen festen Punkt auf der Liste des neuen Ortsmittenkonzepts. „Der Bau des neuen Rewe-Markts war der erste Punkt auf dieser Liste, jetzt können wir weitermachen“.

Einfach umzusetzen ist das Renovierungsprojekt jedoch keineswegs, denn das Gebäude der alten Schule ist noch in privatem Besitz.

Um mit den Renovierungsarbeiten beginnen zu können, müsste die Gemeinde also zu allererst das unter Denkmalschutz stehende Gebäude kaufen. Ziegelmeier: „Insgesamt sprechen wir hier von Kosten von einer guten Million Euro.“ Bisher waren diese Kosten schlicht nicht zu tragen.

Nun aber arbeitet Ziegelmeier an einem Finanzierungskonzept, zusammen mit der schwäbischen Regierung, der israelitischen Gemeinde, Stiftungen und anderen Geldgerbern. Wann genau das Projekt in die Tat umgesetzt werden kann ist allerdings noch unklar. Generell aber stehe das Vorhaben weiterhin auf der Agenda des neuen Ortsmittenkonzepts.

Dieses soll in spätestens drei Jahren abgeschlossen sein. Dann, so Ziegelmeier, könne er sich beispielsweise ein dauerhaftes Museum zur jüdischen Geschichte in Fischach im Gebäude der alten Judenschule vorstellen.

Für Christina Bublitz ginge damit ein Traum in Erfüllung. „Es ist einfach schade“, sagt sie „Wir haben so viel Ausstellungsmaterial, das einfach nur rum liegt“. Auch für Veranstaltungen zur jüdischen Geschichte Fischachs fehle es oftmals an geeigneten Räumen.

Kulturkreis K.e.r.n., das steht für „Kultur: erinnern, retten, neu erleben“, so die Vorsitzende. Zur Rettung der ehemaligen Judenschule müsse dieses Motto nun in die Tat umgesetzt werden.

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