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Energie

11.10.2014

Neue Variante für die Stromtrasse?

In der Debatte rund um die geplanten Stromtrassen gibt es nun auch neue Ideen. Eine Variante, über die gerade gefachsimpelt wird, ist die Möglichkeit, nur eine Nord-Süd-Verbindung bis nach Gundremmingen zu führen.

Laut Bundestagsabgeordneten Durz wird in Berlin auch über eine neue Streckenführung diskutiert – ohne Meitingen als Endpunkt

Die Stromautobahn nach Meitingen steht wieder im Fokus der politischen Diskussion. Während Ministerpräsident Horst Seehofer in der Debatte rund um die geplanten Hauptstromtrassen Zeit gewonnen hat, um die Pläne bis Januar zu überprüfen, wird in Berlin derzeit auch über eine neue Variante gefachsimpelt. Das berichtete Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz aus Neusäß, der Mitglied im zuständigen Ausschuss für Wirtschaft und Energie ist.

Die Idee für die neue Variante stammt von dem CSU-Bundestagsabgeordneten Josef Göppel aus dem Wahlkreis Ansbach-Weißenburg. Der Umwelt- und Energiepolitiker macht sich dafür stark, dass es nur eine Nord-Süd-Verbindung geben soll. Dadurch könnte die geplante Süd-Ost-Gleichstromtrasse von Lauchstädt nach Meitingen wegfallen. Dafür müsste aber der von der Nordsee nach Süddeutschland geplante Südlink bis ins schwäbische Gundremmingen weitergeführt werden, statt in Grafenrheinfeld zu enden.

„Für mich ist diese Überlegung, die seit ein paar Tagen in Berlin kursiert, auch neu“, sagte Durz. „Ich bin nun gespannt, was die Fachleute dazu sagen.“ Durz ist jedoch davon überzeugt, dass es eine Verbindung zwischen dem Windstrom aus dem Norden und dem Sonnenstrom im Süden geben muss. Er hält es aber für sinnvoll und richtig, dass nun nochmals alle Möglichkeiten hierfür auf den Prüfstand kommen und die Ängste der Bürger ernst genommen werden.

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Bürgerinitiativen sehen den Zeitaufschub skeptisch

Trotz der neuen Gedanken für eine andere Variante der Stromtrasse und des Zeitaufschubs, den Ministerpräsident Seehofer ausgehandelt hat, kämpfen die Bürgerinitiativen vor Ort weiterhin vehement gegen die geplante Stromautobahn. Anita Dieminger, die Sprecherin der Bürgerinitiative Megatrasse VG Nordendorf, war gestern beispielsweise an einem Informationsstand der Renexpo vertreten, einer Fachmesse in Augsburg rund um das Thema regenerative Energien. Dort diskutierte sie gemeinsam mit weiteren Mitstreitern mit Interessierten über das Thema Energie und den Widerstand gegen die Trasse. Der Ankündigung Seehofers, die Notwendigkeit der geplanten Stromautobahnen überprüfen zu lassen, steht sie skeptisch gegenüber. Dieminger fragt sich, ob dies tatsächlich von unabhängigen Fachleuten geprüft wird. Sie kann nicht verstehen, warum dafür nicht anerkannte Energieexperten wie beispielsweise Prof. Christian von Hirschhausen herangezogen werden. Dieminger verbringt derzeit so gut wie ihre gesamte Freizeit damit, sich mit dem Thema „erneuerbare Energien“ auseinanderzusetzen.

Auch Martin Stegmair von der Bürgerinitiative Niederschönenfeld im Landkreis Donau-Ries hofft, dass es nun eine richtige und fundierte Überprüfung der Pläne für die Stromautobahnen gibt. Für ihn steht fest, dass die Bürgerinitiativen im Kampf gegen die Trasse nicht nachlassen dürfen, sondern erst recht Kampfbereitschaft zeigen müssen, „so lange, bis alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind“, so Stegmair. Seiner Meinung nach sind in Bayern überhaupt keine neuen Hauptstromtrassen notwendig.

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