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Gersthofen

09.11.2018

Neue Verkehrsübergänge stören die Gersthofer

Neu Querungshilfen ersetzen die früheren Zebrastreifen in der Augsburger Straße in Gersthofen. Wenn ein Autofahrer hier an einem Radler vorbeifahren will, dann wird’s eng. Eine Bürgerin fühlt sich dadurch gefährdet. Bürgermeister Wörle verwies erneut darauf, dass die Zebrastreifen hier rechtswidrig gewesen seien.

Der jüngste Umbau der Augsburger Straße leuchtet vielen nicht ein. Sie fühlen sich gefährdet. Der Bürgermeister-Bericht verweist auf geltendes Recht.

Der Verkehr – vor allem im Stadtzentrum – beschäftigt die Gersthofer. Bei der Bürgerversammlung stand vor allem die kürzlich umgestaltete Augsburger Straße im Zenturm der Kritik. Doch zunächst ging Bürgermeister Michael Wörle vor gut 70 Zuschauern im Rathaus in einem 100-minütigen Rechenschaftsbericht auf die geleistete Arbeit der Verwaltung in den vergangenen Monaten ein. So erwähnte er den Ausbau des Kindergartenangebots und der Mittags- und Hortbetreuung. „Weil wir die meisten Kindertagessstätten selbst betreiben, sind unsere Mitarbeiterzahlen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.“ Inzwischen sind von den insgesamt 530 städtischen Mitarbeitern rund 200 im Kinderbetreuungsbereich tätig. Er kündigte an, dass der Neue Kindergarten in der Ostendstraße mit vier Krippen- und vier Hort oder Kindergartenplatzen 5,8 Millionen Euro kosten werde.

1,7 Millionen Euro für den Brandschutz und neuen Eingangsbereich

Für den Brandschutz und neuen Eingangsbereich sowie eine elektronische Schließanlage im Rathaus seien 1,7 Millionen Euro investiert worden, das neue Bürgerzentrum koste eine Million Euro. Für die Bürger gibt es laut Wörle eine weitere Möglichkeit für einen kostenlosen einstündigen Energiecheck durch einen Experten: „Sowohl Mieter als auch Vermieter können sich bis 31. Januar noch anmelden“, so der Bürgermeister.

Nach dem Bericht kamen Anträge und Wortmeldungen der Bürger zur Sprache. Kurt Schachtner Beklagte ein fehlendes Verkehrskonzept der Stadt. „Wir arbeiten an einem Mobilitätskonzept, das alle Bereiche des Verkehrs untersucht“, betonte Wörle. Auch eine Bürgerbeteiligung sei dabei geplant.

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Schachtner brachte auch die Augsburger und Donauwörther Straße ins Gespräch. „Wo bleiben die Radfahrer, wenn auch noch eine Straßenbahn kommt“, wollte er wissen. Auch hier verwies Wörle auf die Ergebnisse des Mobilitätskonzepts, die im Sommer 2019 vorliegen sollen. Er machte deutlich: „Der derzeitige Umstieg in Augsburg-Nord auf die Straßenbahn ist der Tod des ÖPNV in Gersthofen.“

Ab 700 Autos pro Stunde sind Zebrastreifen nicht mehr zulässig

Ein Dorn im Auge war vielen die Ersetzung der Zebrastreifen in der Augsburger und Donauwörther Straße durch Querungshilfen. „Die Rechtslage ist eindeutig: Ab 700 Autos pro Stunde auf einer Straße sind Zebrastreifen nicht mehr zulässig. Wir kommen über 1000“, sagte Wörle. Es handle sich vor allem um eine Frage der Umstellung, die vielen schwerfalle. „Wenn aber der jüngste tödliche Unfall auf der Kreuzung Brahms-/Bahnhofstraße mit dem davon 500 Metern entfernten Einbau der Querungshilfen in der Augsburger Straße in Verbindung gebracht und, wie geschehen, der Stadtverwaltung bittere Vorwürfe gemacht werden, „dann hört sich der Spaß absolut auf“. Grundsätzlich habe sich gezeigt, dass an Zebrastreifen größere Gefahren für Fußgänger bestehen als bei Übergängen mit Verkehrsinseln.

Janine Hendriks wieder fühlte sich in dem Bereich der Übergänge unsicher, wenn Autos an den Engstellen herannahen. „Es kommt halt auch darauf an, dass alle Verkehrsteilnehmer die Regeln einhalten und Rücksicht nehmen“, so Wörle.

Der Ratshausplatz soll eine Fußgängerzone bleiben

Weiter beklagte sich Susanne Wegele, dass das Fahrradfahren auf dem Rathausplatz verboten sei und warf der Stadt vor, nichts für Radfahrer übrig zu haben. Sie habe Knöllchen von der Verkehrsüberwachung erhalten. „Der Ratshausplatz ist eine Fußgängerzone und soll auch eine bleiben“, sagte Wörle und räumte ein. „Man hätte mich auch schon mit dem Rad auf der Rathausplatz erwischen können.“

Susanne Weiß klagte über die hohe Lärmbelastung des Musikerviertels durch die Autobahnabfahrt entlang der B2/B17. „Warum hat man uns den Flüsterasphalt verweigert?“ Berechnungen hätten ergeben, dass die Verbesserungen durch den teuren Belag angesichts durch Autobahn und Schnellstraße für die Anwohner überhaupt nicht merkbar wären, so Wörle.

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