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Gersthofen

02.07.2020

Neuer Festplatz für Gersthofen: Das "Loch" ist als Feierzone raus

Als Standort für den neuen Gersthofer Festplatz ist die Potenzialfläche im Stadtzentrum vom Tisch. Ein Antrag der CSU, das Festgelände hierhin zu verlegen, fand keine Mehrheit im Bauausschuss.
Bild: Marcus Merk

Plus Eine Mehrheit des Bauausschusses beschließt, die Gersthofer Kirchweih und große Veranstaltungen künftig nördlich der Thyssenstraße zu veranstalten.

Wenn die Gersthofer Trachtler im Mai 2021 ihr für heuer geplantes 100-jähriges Bestehen gemeinsam mit einem Gautrachtenfest feiern – dann werden sie das voraussichtlich im Norden der Stadt tun. Nach erneut längerer Diskussion sprach sich eine Mehrheit im Bauausschuss aus, den neuen Festplatz im Baugebiet nördlich der Thyssenstraße anzulegen.

Weil auf dem derzeitigen Festplatz ab kommendem Frühjahr der Neubau des Paul-Klee-Gymnasiums errichtet wird, steht dieser nicht mehr zur Verfügung. Ein Ersatz muss her. Die Verwaltung hatte nun erneut fünf mögliche Standorte auf ihre Realisierbarkeit überprüft, wie Lisa Weishaupt den Stadträten erläuterte.

Diese Alternativen wurden von der Gersthofer Verwaltung untersucht

Donauwörther Straße: Eine freie Fläche nördlich des Feuerwehrhauses wäre die erste Wahl gewesen. „Bei den Eigentümern besteht aber keine Bereitschaft zum Verkauf der erforderlichen Flächen“, so Lisa Weishaupt.

Westlich der Bahnlinie: Dieser Vorschlag wurde beim Standortvergleich nicht berücksichtigt. Sie seien aus städtebaulicher Sicht und wegen der Erreichbarkeit mit ÖPNV, Fahrrad oder zu Fuß nicht geeignet.

Stadtzentrum: Wegen der Lärmproblematik wären am Standort „Gersthofer Loch“ nur einzelne Veranstaltungen möglich. Diesen Ort bevorzugte die CSU als provisorische Lösung für drei Jahre. Bereits jetzt gebe es regelmäßig zahlreiche Beschwerden der Nachbarn über den Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz und die Kulturina im Stadtpark, so Lisa Weishaupt.

Schubertstraße/Thyssenstraße: Einen Kostenvergleich legte die Verwaltung für die beiden Alternativen Schubert- oder nördlich der Thyssenstraße vor. Auf dem westlichen Bolzplatz an der Schule müsste das Gelände für jedes Fest hergerichtet werden und danach wieder zurück gebaut, denn der Platz wird von der Mittelschule sowie Vereinen genutzt. „Pro Veranstaltung summiert sich das auf 168.000 Euro oder 672.000 Euro in drei Jahren.“

Nördlich der Thyssenstraße wiederum würde der dauerhafte Neubau des Festplatzes 555.000 Euro kosten, so die Berechnungen. „Daher sprechen wir uns für die letztere Lösung aus“, so Bürgermeister Michael Wörle. Der CSU-Fraktionssprecher plädierte noch einmal für das Provisorium auf der Potenzialfläche. „Wir wollen dort Aufenthaltsqualität und Events haben.“ Dies sei für eine gewisse Zeit den Anwohnern zuzumuten. „Ein Festplatz gehört ins Zentrum. Wörle entgegnete: „Dies wäre der teuerste Festplatz, den sich jemals eine Kommune geleistet hätte.“ Schließlich hatte die Stadt Ende 2019 für das 7000 Quadratmeter große Areal rund 20 Millionen Euro hingeblättert. Zudem sei der jetzige Festplatz dreimal so groß wie die Potenzialfläche – diese zu klein für einen Festzeltbetrieb. „Die Schausteller und die Festwirtsfamilie wollen nicht in die Stadtmitte“, betonte Wörle.

Gersthofer Norden als bessere Wahl für den Festplatz

Josef Koller (W.I.R.) sprach sich für eine langfristige Lösung nördlich der Thyssenstraße aus: „Die Fläche sollten wir höherwertig herrichten und auch die Schausteller mit ins Boot holen.“

Melanie Schappin (FW) sah an diesem Standort vielfältige Möglichkeiten. „Nicht zuletzt auch wegen des geplanten Park-and-ride-Platzes dort. Max Lenz (BewegungZukunft) betonte, der Bolzplatz an der Schubertstraße sei seiner Ansicht nach die bessere Wahl. „Gegebenenfalls wäre es sinnvoller, den Bolzplatz zu verlegen“, meinte er. Lenz sprach sich allerdings für die Potenzialfläche aus: „Der Festplatz muss zu den Menschen, nicht die Menschen zum Festplatz.“ Zudem sei die Kirchweih „dringend überarbeitungsbedürftig“.

Auf dem Festplatz kann die Kirchweih nicht mehr stattfinden. Es werden Alternativen gesucht.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Albert Kaps (Pro Gersthofen) hatte keine Bedenken, dass das Gelände nördlich der Thyssenstraße zu weit vom Schuss sei: „Als wir einst den Festplatz vom Stadtzentrum an die Schubertstraße verlegt haben, hieß es schon, es sei zu weit.“ Nach einigen Jahren hätten es die Besucher aber gut angenommen. Zudem würde das Auffüllen des Gersthofer Lochs immense Summen verschlingen. Peter Schönfelder (SPD/Grünen) sah im Gersthofer Norden auch die beste Erschließung. „Allerdings sollte das Stadtschild nach Norden versetzt werden. Nach heutigem Stand wäre der Festplatz außerhalb des Stadtgebiets.“

Lesen Sie hier alles über die Debatte um den neuen Standort der Gersthofer Kirchweih:

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